Fussball
Was die Szene vom FCS-Streit hält

Nach dem 1:1 gegen Zofingen hat sich die Ausgangslage für Solothurn im Kampf um den Ligaerhalt nicht verbessert. Einen allfälligen Abstieg halten Exponenten aus der Solothurner Fussballszene mit Blick auf die Nachwuchsarbeit für keinen Weltuntergang.

Michael Schenk
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Die Nachwuchsarbeit des FC Solothurn, hier die A-Junioren, wird in der Region gelobt und geschätzt. Foto: Jürg Nägeli/Archiv

Die Nachwuchsarbeit des FC Solothurn, hier die A-Junioren, wird in der Region gelobt und geschätzt. Foto: Jürg Nägeli/Archiv

Zwei Runden bleiben in der 1.-Liga-Meisterschaft noch zu spielen. Der FC Solothurn muss um den Ligaerhalt bangen. Nachdem ein Teil der Geschäftsleitung Coach Roland Hasler aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolges abzusetzen versucht hat, ist während der letzten Wochen ein veritabler Zwist an der Vereinsspitze zwischen Hasler-Gegnern und Hasler-Befürwortern entfacht. Vorläufiges Resultat: ein Vorstand mit mehr Vakanzen als besetzten Posten.

Ein Streit, den man in anderen Vereinen im Kanton aufmerksam verfolgt. Schliesslich ist der FCS im Junioren-Bereich ein regionaler Stützpunk und als solcher unter anderem Partner des FC Basel. Ein allfälliger Abstieg des FCS wäre im Hinblick auf die Junioren-Arbeit kein Weltuntergang – so der Tenor aus der regionalen Fussballszene. «Schliesslich ist es nur richtig und konsequent, dass der FC Solothurn versucht, mit jungen Spielern in der 1. Liga zu bestehen», sagt FC-Grenchen-Präsident Rolf Bieri. Insofern müsse man auch bereit sein, schwierige sportliche Zeiten in Kauf zu nehmen. Vielleicht liege in der Krise ja sogar eine Chance, etwas Neues, Gutes aufzubauen, so Bieri. Stellt sich die Frage: Sollten Teile der alten Geschäftsleitung des FC Solothurn nächste Woche definitiv zurücktreten, böte sich da eventuell ein Transfer innerhalb der 1. Liga auf Vorstandsebene zum FC Grenchen an? «Wer weiss, schliesslich sind da Leute involviert, die ursprünglich aus Grenchen stammen», hält Bieri schmunzelnd fest.

Gut für den Fussball sei dieses «Gstürm» definitiv nicht, sagt Subingens Präsident Remo Kissling. Doch nichtsdestotrotz: «Wir sind uns völlig bewusst, was in Solothurn im Nachwuchsbereich geleistet wird. Da sind top ausgebildete Leute an der Arbeit.» Insofern würde man Talenten aus den eigenen Reihen auch in Zukunft den Weg zum FC Solothurn ebnen. «Schliesslich ist es für jeden jungen Spieler ein Highlight, in einer U-Auswahl des FC Solothurn aufzulaufen», so Kissling. Was einen allfälligen Abstieg in die 2. Liga inter angeht, räumt Fulenbachs Vizepräsident und Chef Spielbetrieb Anton Ackermann ein: «Natürlich trägt man das Namensschild breiter auf der Brust, wenn man zur 1. Liga gehört.» Doch eine Tragödie wäre ein Abstieg aus seiner Sicht nicht. «Nein. Wir haben hohe Achtung vor dem FC Solothurn und sind stolz, wenn einer unserer Junioren es in ein U-Team des FCS schafft.» Leute wie FCS-Nachwuchschef Ronald Vetter seien unbestritten höchst kompetent, so der Vizepräsi des frisch gekürten Kantonalcup-Siegers.

Der Knatsch in der Führungsetage sei gewiss keine Werbung für den Fussball, sagt Bruno Misteli, Präsident des Zweitliga-Leaders Olten. Er kennt Leute aus beiden zerstrittenen Lagern persönlich. Ein Abstieg freilich meint auch Misteli «hätte keine gravierenden Auswirkungen auf die gute Arbeit im Nachwuchsbereich.» Wobei er zu bedenken gibt, dass «man die Arbeit nicht an einer Person festmachen dürfe. Es gebe immer irgendwo andere Leute, die diese Jobs übernehmen können.» Misteli erkennt aber die ausgezeichnete Arbeit des seit 13 Jahren als Nachwuchschef in Solothurn tätigen Ronald Vetter an: «Ihm ist es vorab zu verdanken, dass sich der FCS zu einem regionalen Stützpunkt entwickelt hat.» Insofern hofft Oltens Präsident, dass «der FC Solothurn sein Problem auf der Führungsebene lösen kann.» Dann werde Roland Hasler, der notabene ebenfalls vom Bezirk Gösgen bis Bucheggberg als ausgezeichneter Ausbildner gelobt wird, wohl noch ein paar Jahre Trainer bleiben, so Misteli leicht scharfzüngig.

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