Claudio Galasso erzählt: «Unser Anspruch war immer, bei Veranstaltern von Events und den Teilnehmern für einen Wow-Effekt zu sorgen. Etwas zu bieten, was schneller, schöner, besser ist als alles Bisherige.» Eine Vision, die der Firmengründer und heutige Verantwortliche für die Unternehmensentwicklung von Datasport und die aktuell 21 Vollzeit- und rund 60 Teilzeitangestellten im Verlauf der letzten 30 Jahre souverän umzusetzen wussten. Ein Traum, den das führende Dienstleistungsunternehmen für Breiten- und Massensportveranstaltungen auch in Zukunft leben will.

Und die Rechnung scheint im wahrsten Sinne aufzugehen. Im März hat die Swisscom Datasport übernommen. «Wir bleiben aber ein eigenständiges Unternehmen», betont Galasso. Mit dem starken Partner im Rücken freilich sollen künftige, finanziell und Know-how-mässig aufwendige Entwicklungsschritte – ganz einem Credo der Firma folgend – so schnell wie möglich genommen werden. Etwa in der App-Entwicklung für Smartphones oder hinsichtlich Datenspeisung. Eine perfektionierte Kommunikation hin zum Athleten via Tablet-Computer steht zuoberst auf der Prioritätenliste.

Pasta bereitstellen

Überspitzt könnte dies bedeuten: Kaum ist der Läufer im Ziel, zeigt das Handy, bis wann die individuell berechnete Portion Pasta mit welcher Nummer an welchem Tisch verdrückt sein muss, um die Kohlehydratspeicher zwecks idealer Regeneration rechtzeitig aufzufüllen.

Schon seit September ist es möglich über Datasport live irgendwelche Zeiten, die das Unternehmen an irgendeinem Event misst, mitzuverfolgen. Frau X konnte sich also gestern «Realtime» informieren, wo sich ihr Mann an der Escalade in Genf gerade auf der Strecke befindet und ihm gegebenenfalls via SMS Dampf machen.

Kundenbedürfnisse früh erkennen

Innovation ist für Claudio Galasso ein tragendes Wort. «Wir waren immer bestrebt, Kundenbedürfnisse früh zu erkennen und unser Angebot entsprechend zu erweitern.» Heute ist die Zeitmessung, quasi die Ur-Kernkompetenz des Unternehmens, längst nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal. «Wir sind heute ein Prozessanbieter», sagt Galasso.

Heisst also, die Solothurner übernehmen im Bedarfsfall Datenmanagement, Meldewesen, Inkasso, Zeitmessung, Ergebnisdienst, Speaker- und Informationssysteme sowie Informationsverbreitung. Durch die Abdeckung dieses komplexen Teils ermöglichen sie es manch einem OK überhaupt erst, einen Event auf die Beine zu stellen. Man darf zweifellos von einer ausgesprochen guten Stellung im Markt sprechen, die Datasport einnimmt. Entscheidend ist für Galasso diesbezüglich, wie man damit umgeht: «Trotz des Erfolges haben wir uns nie zurückgelehnt.»

1981 den Stein ins Rollen gebracht

Das Team von Datasport hat die Zeichen der Zeit bis dato immer goldrichtig erkannt. Man war in dem Sinn stets mit dem richtigen Produkt am richtigen Ort zur Stelle. Den Stein ins Rollen brachte 1981 der Turnlehrer des damaligen Zofinger Kantischülers und späteren Informatik-Ingenieurs Claudio Galasso. «Er sagte, wir sind in der Lage Menschen auf den Mond zu schicken, aber nicht in der Lage, einen Schulsporttag auf dem Computer auszuwerten.»

Prompt macht sich Galasso auf seinem damals mehrbesseren Taschenrechner ans Werk und entwickelt die Software. Was dann mit weiteren Aufträgen von benachbarten Schulen folgt, gipfelt heute in 320 Events im Inland, Deutschland, Italien, Österreich und Frankreich. Der grösste davon, die Escalade am vergangenen Samstag mit über 30000 Läuferinnen und Läufern.

Früh aufs Web gesetzt

«Es war die Zeit, in der viele Massensportveranstaltungen aus der Taufe gehoben wurden und gleichzeitig die Technik erstmals verfügbar war, um die resultierenden Daten zu verarbeiten», erinnert sich Galasso an die Gründungsjahre. Doch auch später war man prompt zur Stelle. Schon 1995, als das Internet privat noch wenig verbreitet war, setzten die Solothurner aufs World Wide Web. Auch das ein Volltreffer. 1998 entwickelte man mit Technologie-Herstellern den ersten Transponder, der an Profi-Radrennen eingesetzt werden konnte. Und auch mit der erwähnten Entwicklung vom reinen Zeitmesser zum Prozessanbieter hat man die Zeichen der Zeit fehlerlos erkannt.

So produziert das Unternehmen heute im eigenen Printbereich rund 1,2 Millionen Startnummern jährlich. «Wir haben immer nur eine Chance, einen guten Job abzuliefern», sagt Claudio Galasso. Dann, wenn der Event stattfindet. Bis jetzt haben die Obergerlafinger diese Chancen in der Regel, «dank viel Herzblut, Enthusiasmus und Engagement der Mitarbeiter», wie Galasso betont, gepackt.