Schweizer Cup
Wangen zieht gegen Zug 94 in der Verlängerung den Kürzeren und scheidet aus

Wangen verliert in der Cup Qualifikation gegen Zug 94 nach hartem Fight in der Zusatzspielzeit mit 2:3.

Edgar Straumann
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Pino Nocita (hier gegen Solothurn) setzt zu einem Schuss an. Gegen Zug 94 war bis in die Verlängerung alles offen - mit dem besseren Ende für die Innerschweizer.

Pino Nocita (hier gegen Solothurn) setzt zu einem Schuss an. Gegen Zug 94 war bis in die Verlängerung alles offen - mit dem besseren Ende für die Innerschweizer.

Robert Grogg

Der FC Wangen scheint mit dem Schweizer Cup auf Kriegsfuss zu stehen. Wie schon in den letzten Jahren wurde die Qualifikationsrunde erneut nicht überstanden. Diesmal kam das Aus bereits in der ersten Runde. Schade aus Wangner Sicht, war doch ein Weiterkommen, obschon die Zentralschweizer eine äusserst kämpferische Leistung erbrachten, durchaus im Bereich des Möglichen. Nun heisst es aber volle Konzentration auf die Meisterschaft.

Es war ein harter Cup Fight auf der Wangner Chrüzmatt, mit dem schlussendlich besseren Ende für die Gäste aus Zug. Das Spiel stand bis zur 120. Minute, als Schiedsrichter Gentile die Partie abpfiff, auf Messers Schneide. Die Partie lebte nicht zuletzt von der Spannung, wie die Torfolge auch zum Ausdruck bringt.

Wangen unter Druck - aber erfolgreich

Eines mussten die Gastgeber schnell einmal zur Kenntnis nehmen. Die Besucher waren, im Gegensatz noch zum Thuner Nachwuchs vor einer Woche, von einem ganz anderen Kaliber. Nicht spielerisch, sondern von der körperlichen Präsenz her. Die Zuger liessen die Wangner über lange Zeit gar nie richtig ins Spiel kommen, leisteten sie doch eine enorme Laufarbeit und störten die Einheimischen, kaum in Ballbesitz, sofort mit mindestens einem Mann. Lange Zeit fanden die Gastgeber kaum ein probates Mittel, sich auf die ständige Störarbeit entgegen zu stellen. Dabei machten mehrere Spieler zudem einmal den Fehler, sich in Zweikämpfe zu verwickeln, um dabei mehr als nötig den Kürzeren zu ziehen.

Die Gäste aus der Zentralschweiz machten gleich von Anfang an mächtig Druck. Das hatte zur Folge, dass die Einheimischen sich vorerst auf Abwehrarbeit konzentrieren mussten und kaum in die Offensive gehen konnten. Es dauerte eine gute halbe Stunde, ehe sich die Wangner auch ihrerseits nach vorne orientieren konnten. Dennoch blieb Torhüter Marco Häfliger weit mehr beschäftigt als sein Gegenüber.

Ein erster Torjubel aus der Fan Ecke der Besucher kam zu früh, wurde doch das vermeintliche Tor wagen abseits annulliert. Dafür konnten die Wangner Fans, und natürlich auch die Spieler, ein erstes Mal jubeln. Schon musste man mir einer torlosen ersten Halbzeit rechnen, als Aussenverteidiger Kaltrim Osaj sich auf der rechten Aussenbahn durchtankte und einen genauen Pass auf Julio Sant Anna spielte. Dieser zögerte nicht lange und schob den Ball in die weitere Torecke zum Führungstreffer.

Zug reagiert in zweiter Halbzeit

Auch nach dem Seitenwechsel spielten die Zuger weit aggressiver und verleiteten die Gastgeber dadurch zu Ballverlusten. In der 58. Minute war der Ausgleich perfekt. Zwar schien die Situation nicht unbedingt torgefährlich, doch Atdhe Gashi gelang es, das Streitobjekt, beim Pfosten am Wangner Torhüter vorbei in die Maschen zu zirkeln. Die Gäste Führung liess nicht lange auf sich warten. Mit einer sehenswerten Einzelaktion spielte sich Mirzet Mehidic an allen Wangnern vorbei und liess bei seinem Torschuss auch Torhüter Häfliger keine Abwehrchance. Die Führung der Zuger war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient.

Erst jetzt besannen sich auch die Wangner ihrer Qualitäten und zeigten, was grundsätzlich in ihnen steckt. Dabei musste Patrik Gjidoda zur Kenntnis nehmen, dass man nicht in jedem Spiel einen Hattrick erzielt. Zwar leistete er erneut ein enormes Laufpensum, doch im Abschluss wollte es diesmal nicht klappen, wie in der 66. und 67. Minuten gleich zweimal. Als Mann der späten Tore liess sich dafür Besart Xhema feiern. Mit seinem Distanzschuss zum 2:2 erzwang er im aller letzten Moment doch noch eine Verlängerung.

In dieser Zusatz Spielzeit erwiesen sich die Gäste als effizienter. In der 99. Minute hätten mindestens fünf Wangner die Möglichkeit gehabt, den Ball aus dem eigenen Gefahrenberich zu spedieren. Diese Unentschlossenheit bestrafte Dejan Jankovic gnadenlos und brachte seine Farben erneut in Führung. Da nützte auch der Wangner Sturmlauf nichts mehr. Die Zuger retteten den Vorsprung über die Zeit. Dabei beklagten die Gastgeber mit einem Lattenschuss von Hasan Ates in der 105. Spielminute auch noch Pech.

Wangen – Zug 94 2:3 n.V. (1:0) (2:2)

Chrüzmatt, - 180 Zuschauer, - SR: Raphael Gentile.

Tore: 43. Sant Anna 1:0, 58. Gashi 1:1, 64. Mehidic 1:2, 91. Xhema 2 :2, 98. Jankovic 2 :3.

Wangen: Häfliger ; Osaj, Bekteshi (87. Tahiri), Hajdari, Milushev; Gustavo, Xhema, Ates; Aziri (81. Otomo); Gjidoda, Sant Anna.

Zug 94: Santangelo; Weiss, Paulino, Riedweg, Mehidic; Burkard, Jankovic, Peter, Gashi (89. Marjanovic); Reci, Sylejmani (80. Bulut).

Bemerkungen: Wangen ohne Arabaci und Churlinov (beide verletzt), Nabarro (Rekonvalaszent) und Gyorgiev (gesperrt). Zug 94 ohne Palatucci, Martino, Gygax, Halef, Mani und Bernet (alle verletzt), Roth 2. Mannschaft. Verwarnungen: 28. Hajdari (Foul), 31. Aziri (Foul), 72. Paulino (Foul), 114. Mehidic (Spielverzögerung), 118. Tahiri (Foul). Cornerverhältnis 10:7.