Fussball
Wangen-Torwart Häfliger: «Habe auf die Null gewartet»

Mit Marco Häfliger baut der FC Wangen in der 1. Liga auf einen jungen Goalie. Der 22-jährige kam von 2.-Liga-Klub Mümliswil und soll als Neue Nummer Eins der sichere Rückhalt in der Wangener Abwehr werden

Raphael Wermelinger
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Hütet seit dieser Saison das Tor des FC Wangen: Ex-Mümliswiler Marco Häfliger.

Hütet seit dieser Saison das Tor des FC Wangen: Ex-Mümliswiler Marco Häfliger.

ZVG

«Auf diese Null habe ich gewartet», blickt Wangens Goalie Marco Häfliger auf den 1:0-Auswärtssieg vom letzten Wochenende gegen den FC Bern zurück. Es sei ein «extrem tolles Gefühl» und gebe ihm Motivation und Sicherheit. Damit ist auch der Saisonstart korrigiert, denn sein Debüt in der 1. Liga beim Startspiel gegen Sursee sei nicht so verlaufen, wie er sich das vorgestellt habe: «Nach zwanzig Minuten lagen wir bereits mit 0:2 hinten, und ich war nicht unschuldig an den Gegentoren.» Zwischen dem Sursee- und dem Bern-Match gab es noch den überraschenden Sieg gegen den Favoriten Cham. «Dieser Sieg hat viel Schwung ins Team gebracht», so Häfliger, «wir trainieren im Moment sehr gut und werden vom Trainer perfekt auf jeden Gegner eingestellt. Ich hoffe, es geht so weiter.»

Welschenrohr statt Mümliswil

Mit Marco Häfliger baut der FC Wangen in dieser Saison auf einen jungen Goalie. Der 22-Jährige hat in den letzten Jahren in der Solothurner 2. Liga aber bewiesen, wie stark er ist. Gelernt hat er sein Handwerk beim FC Mümliswil. Im C-Junioren-Alter habe er sich entschieden, sein Glück zwischen den Pfosten zu suchen. «Das Toreschiessen hat mir zwar auch Freude gemacht, aber es hat mich noch mehr fasziniert», erklärt er, «dass man im Tor trotz Mannschaftssport ziemlich alleine ist. Als Goalie kann man viel gewinnen, aber auch schnell sehr viel verlieren.» Mit einem Lachen fügt er an, dass er auch nicht gerade der Lauffreudigste gewesen sei, dafür aber die körperlichen Voraussetzungen für den Goalieposten gestimmt hätten.

Sein erstes Spiel bei den Aktiven absolvierte Häfliger dann aber nicht im Dress seines Stammvereins Mümliswil. Bei diesem habe man damals zu wenig auf die Junioren geschaut. So wechselte Häfliger «nach sehr guten Gesprächen mit Trainer Martin Hert» nach Welschenrohr in die 2. Liga. Zuerst als Nummer 2 hinter dem routinierten Drazen Petrovic figurierend, gab der Guldentaler am 18. Spieltag der Saison 2008/09 beim 2:1-Heimsieg über Wacker Grenchen seinen Einstand im Tor des FC Welschenrohr. «Ab diesem Spiel war ich Stammgoalie», blickt der FC-Basel-Fan zurück, «obwohl ich noch sehr jung war, hat Martin Hert immer auf mich gebaut und mir die Nervosität genommen. Das hat mir sehr geholfen.» Als Höhepunkt seiner Zeit in Welschenrohr nennt Häfliger «die Super-Saison 2010/11» mit dem zweiten Schlussrang, der Tiefpunkt war der Abstieg in der vorletzten Spielzeit.

Harte und lehrreiche Saison

Mit dem Wechsel zurück zu seinem Stammverein blieb Häfliger in der 2. Liga. Der Entscheid sei indes unabhängig von der Spielklasse, und vor allem aufgrund der Überzeugungsarbeit des neuen FCM-Trainers Bruno Kaufmann gefallen. Auch die ersten Gespräche mit dem FC Wangen habe es vor dem Start der Saison 2013/14 gegeben, «aber ich habe mir den Schritt in die 1. Liga noch nicht zugetraut», so Häfliger. Mit dem FC Mümliswil erlebte er eine harte, lehrreiche Saison, die viel Energie gekostet habe, wie er selber sagt. «Mit einem glücklichen Ende», fügt Häfliger an, Mümliswil entging dem Abstieg um einen Punkt. Er habe sicher seinen Anteil zum Klassenerhalt beigetragen, so Häfliger, «ob ich aber Punkte alleine gerettet habe, kann ich nicht sagen.»

Aus dem Zweitliga-Abstiegskampf zog es Häfliger nun – quasi mit einer Saison Verspätung – doch in die 1. Liga. Wie gross ist der Unterschied? «Alles läuft viel schneller. Als Goalie muss ich jederzeit damit rechnen, dass etwas passiert.» Dass er so schnell zum Stammgoalie avancieren würde, habe er nicht erwartet. «Aber ich bin natürlich mit dem Ehrgeiz nach Wangen gekommen, zu spielen», betont Häfliger. Karrieremässig schaut der 22-Jährige noch nicht allzu weit voraus, schliesslich sei es ein grosser Schritt gewesen in die 1. Liga: «Ich bleibe realistisch und gebe in jedem Training und Spiel mein Bestes. Wohin mich das führt, weiss ich nicht. Im Moment zählt für mich nur, eine gute erste Saison in der 1. Liga zu spielen.»