Das Resultat hätte indes viel höher ausfallen müssen, die Wangner versiebten Torchancen en masse. Für Alain Roussel waren es die Punkte zwei bis vier in seinem zweiten Spiel als FCW-Interimscoach.
Roussels wichtigste Vorgabe konnten die Spieler nicht umsetzen. Das Hauptziel gegen Buochs sei, zu Null zu spielen, hatte Roussel vor der Partie gesagt. Nach etwas mehr als zwanzig Minuten lag seine Mannschaft gegen den Aufsteiger aber in Rückstand. Unternährer düpierte Wangens Goalie Häfliger mit einem Flachschuss in die entfernte Torecke. Ein ärgerliches und unnötiges Gegentor für den FCW, der keine Zeigerumdrehung zuvor auf der anderen Seite eine praktisch identische Abschlussmöglichkeit vergeben hatte. Jukic rutschte der Ball über den Rist und landete weit über dem Kasten.

Wangen reagierte erstaunlich gelassen auf den Rückstand. Der Tabellenletzte war weiterhin das klar bessere und auch tonangebende Team auf dem Platz. Einer der auffälligsten Wangner war Avni Halimi, der hinter Sturmspitze Jukic sehr viel Aufwand betrieb. Dafür wurde Halimi in der 26. Minute belohnt. Völlig ungedeckt nickte er den Corner von Gyorgiev zum 1:1 ein. Wie beim ganzen Wangner Team war auch bei Halimi die Chancenauswertung das einzige Manko. Ein Tor war zu wenig Ausbeute: Halimi scheitert in der 5. Minute und Sekunden nach dem Ausgleich zum zweiten Mal alleine an Buochs-Torhüter Blättler.
Für die erstmalig Wangner Führung sorgte schliesslich Josip Jukic, der erst zum dritten Mal für den FCW auflief und seine Premiere in der Startelf feierte. Von keinem Gegner so richtig attackiert, konnte der Grossgewachsene die Flanke von Gyorgiev in der 32. Minute halbhoch im Tor versenken.

Brenzlige Nachspielzeit

Der SC Buochs, der in der ersten Halbzeit extrem anfällig wirkte, steigerte sich in der zweiten Halbzeit und konnte das Spiel nun ausgeglichener gestalten. Keine zwei Minuten waren nach dem Seitenwechsel gespielt, als die Innerschweizer zu ihrer bisher besten Chance kamen: Bucheli profitierte von einem Schnitzer im defensiven Mittelfeld der Wangner, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Nach einer guten Stunde Spielzeit wurde der Ausgleich aber doch Tatsache. Mit einem Diagonalball von Schrecker in Szene gesetzt, knallte der Ex-Luzerner Lambert das Leder unhaltbar in die tiefe Torecke. Kein FCW-Verteidiger stand in der Nähe, Goalie Häfliger klebte auf der Linie.

Aufgrund der Negativserie der letzten Monate schwante nun wohl vielen FCW-Fans Böses. Und diesmal brauchten die Gastgeber auch ein paar Minuten, um den Rückschlag zu verkraften. Dann drehte wieder einmal Halimi auf: Der 26-Jährige tunnelte seinen Gegenspieler und sah seinen Aussenrist-Schlenzer dann an die Latte klatschen. Der Lucky Punch war aber logischerweise Bledar Binaku, dem Topskorer der Wangner, vorbehalten. Herrlich verlängerte er eine Flanke von Alan Nabarro, der auf der ungewohnten Aussenverteidiger-Position eine starke Partie zeigte, mit dem Hinterkopf ins Tor. Für Wangen wurde es erst in der Nachspielzeit noch einmal brenzlig. Häfliger vereitelte die Grosschance von Bucheli mit einem grossartigen Reflex und hielt die drei Punkte fest. Dank des dritten Saisonsiegs konnten die Wangner immerhin die Rote Laterne an den FC Bern weiterreichen und den Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen ein bisschen verkürzen.

Telegramm:

Wangen – Buochs 3:2 (2:1)

Chrüzmatt. – 380 Zuschauer. – SR: Dudic. – Tore: 21. Unternährer 0:1. 26. Halimi 1:1. 32. Jukic 2:1. 62. Lambert 2:2. 81. Binaku 3:2.
Wangen: Häfliger; Nabarro, Heuscher, Bekteshi, Zimmerli; Husi (66. Otomo), Binaku (85. Tahiri), Campello, Gyorgiev; Halimi, Jukic (88. Ghaith).
Buochs: Blättler; Gabriel, Knezevic (89. Barmettler), Schrecker, Trajkovik; Malbasic, Käch, Schuler (87. Bosshart), Lambert; Bucheli, Unternährer.
Bemerkungen: Wangen ohne Browne, Hajdari, Preniqi, Gashi, Moser, Dibrani, Rietschin (alle verletzt), Quinjica (gesperrt), Golos (abwesend). – Verwarnungen: 35. Malbasic, 39. Käch, 40. Schrecker, 42. Gabriel, 49. Schuler, 55. Lambert, 75. Bekteshi, 77. Jukic (alle Foul), 92. Bucheli, 92. Heuscher (beide Unsportlichkeit). – Cornerverhältnis: 3:3.