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Wangen kannte mit dem FC Grenchen kein Erbarmen

Der FC Wangen bei Olten machte sich zu seinem 85. Geburtstag gleich selber ein Geschenk. Im Kantonalderby gegen den 1.-Ligisten Grenchen gewann das Team von Goran Pekas diskussionslos und liess den Uhrenstädtern kaum eine Chance.

Edgar Straumann
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Ohne Grenchens Gegenwehr erzielt Halimi das 4:0 für den FC Wangen.

Ohne Grenchens Gegenwehr erzielt Halimi das 4:0 für den FC Wangen.

Hansruedi Aeschbacher

Es war eine einseitige Angelegenheit auf der Wangner Chrüzmatt. Zwar gaben sich die Gäste redlich Mühe, nicht unter die Räder zu gelangen, doch war das Leistungsgefälle ganz einfach zu gross. Einzig in der Anfangsphase vermochten die Besucher einigermassen mitzuhalten. Weil aber die Platzherren, im Gegensatz zum Auswärtsspiel vor einer Woche gegen Concordia Basel, von allem Anfang an voll bei der Sache waren, gestanden sie dem Gegner kaum eine Chance zu. Die gefährlichste Situation, welche sie zu überstehen hatten, war ein Freistoss in der zehnten Minute. Torhüter Marco Häfliger vermochte aber den Ball über die Querstange in Corner zu lenken.

Erstes Tor per Freistoss

Besser machte es Maryan Andonov vier Minuten später. Ihm gelang, ebenfalls mit einem Freistoss, das Führungstor, wobei der Treffer für Diego Schaad, der im Grenchner Tor stand, nicht unhaltbar schien. Immerhin, es war ein perfider Aufsetzer.

Nach und nach übernahmen die Einheimischen das Spieldiktat und setzten die Gäste immer mehr unter Druck. Ein schnell vorgetragener Angriff brachte Sandro Husi in Abschlussposition, der sich diese Chance nicht entgehen liess und auf 2:0 erhöhte. Nun waren die Wangner kaum mehr zu halten und setzten sich in der gegnerischen Platzhälfte fest. Zweimal in Folge war Avni Halimi mit einem Kabinettstückchen erfolgreich. Zuerst schüttelte er seine Gegenspieler ab und traf via Pfosten zum 3:0 und auch beim 4:0 spielte er seine technische Überlegenheit aus.

Nun schien der Bann endgültig gebrochen. Die Gäste fanden kaum Mittel, die Wangner, welche nicht einmal in Bestbesetzung angetreten waren, zu stoppen. Und wenn schon, dann mit unerlaubten Mitteln, wie kurz vor dem Halbzeitpfiff, als Valdemiro Quinjica auf der rechten Seite seine Schnelligkeit ausspielte und im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoss führt der Gefoulte gleich selber aus und liess Grenchens Schlussmann keine Abwehrchance. Selbst der Pausenstand von 5:0 entsprach durchaus dem effektiven Kräfteverhältnis.

Ähnliches Bild wie im Hinspiel

Auch nach dem Seitenwechsel ging es, obschon die Platzherren einen Gang zurückschalteten, etwa gleich wie in der ersten Spielhälfte weiter. Und auch die Tore liessen nicht lange auf sich warten. Drei Minuten nach Wiederbeginn machte Faton Hajdari mit seinem Freistosstor, aus einer Distanz von gut 28 Metern, das halbe Duzend voll. Wenig später musste Driton Tahiri, der anstelle von Alan Nabarro die zweite Halbzeit begonnen hatte, mit einer, wie es schien, schmerzenden Verletzung wieder ausscheiden.

Doch der Wangner Torhunger war noch nicht gestillt. Nach einer eher langweiligen Phase schloss Avni Halimi eine der schöneren Kombinationen mit seinem dritten persönlichen Treffer ab. Auch Maryan Andonov zeichnete sich als Doppeltorschütze aus und in der Nachspielzeit war auch noch Bledar Binaku erfolgreich.

Die Wangner gewannen somit gegen ein Grenchen, das zuletzt doch einige Fortschritte zu verzeichnen hatte, mit der gleichen Tordifferenz wie schon im Hinspiel, das 10:1 geendet hatte. Es ist kaum damit zu rechnen, dass sich die Uhrenstädter in dieser Verfassung noch vor dem drohenden Abstieg werden retten können, was grundsätzlich zu bedauern ist, waren doch die Derbys in all den Jahren stets spannend und emotionell.

Matchtelegramm:

Wangen b. Olten – Grenchen 9:0 (5:0)

Chrüzmatt, - 225 Zuschauer, - SR: Jonathan Monnin.

Tore: 14. Andonov 1:0, 22. Husi 2:0, 25. Halimi 3:0, 32. Halimi 4:0, 44. Quinjica 5:0 (Penalty), 48. Hajdari 6 :0, 80. Halimi 7 :0, 84. Andonov 8 :0, 91. Binaku 9 :0.

Wangen : Häfliger; Moser, Hajdari, Wernli, Bekteshi (63. Zeqiri); Nabarro (Tahiri / 52. Dibrani), Binaku, Quinjica, Husi, Halimi, Andonov.

Grenchen: Schaad; Fotso, Mezence, Atici (32. Csima), Ngan (46. Blakqori); Radevic (50. Güggi), Sostaric, Banovi, Mehmeti; Eggmann, Rmus.

Bemerkungen: Wangen ohne Kokanovic, Augusto und Cataldo (alle verletzt).

Cornerverhältnis 5:2.

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