Bei der jüngsten Begegnung verstärkte der Umstand die Rivalität, dass sich die Gastgeber an der Ranglistenspitze befanden, während sich die Besucher eher nach hinten orientieren mussten. Dass es den Wangnern diesmal nicht so geschmiert lief wie vor einer Woche gegen Grenchen, war schnell einmal klar, machten doch die Besucher gleich zu Beginn der Partie nie und nimmer den Eindruck, als wollten sie das Spieldiktat den Einheimischen überlassen.

Eingeschlichene Unsitte

Die Tatsache, dass die Schötzer nach gewonnener Platzwahl einen Seitenwechsel veranlassten, zeigte ebenfalls, dass «man» sich kennt und den Platzherren auf keinen Fall einen möglichen Vorteil zugestehen wollte. Das Spiel war auch weitgehend von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet, intensiv geführt und auch hart umkämpft, wobei grundsätzlich keine bösartigen Fouls zu verzeichnen waren. Dennoch fielen die Gäste durch eine Unsitte auf, die in letzter Zeit bei verschiedenen Mannschaften «eingerissen» hat: bei einem Zweikampf sich fallen zu lassen, möglichst laut zu schreien, um dadurch die Aufmerksamkeit oder gar das Mitleid des Schiedsrichters auf sich zu lenken. Gebracht hat es diesmal jedoch kaum etwas.

Musterhafter Angriff

Die erste Halbzeit verlief ohne eigentliche Höhepunkte. Torszenen waren Mangelware, standen doch beide Abwehrreihen sehr kompakt und liessen dadurch den Offensivkräften kaum grossen Spielraum. Der torlose Spielstand bis zum Seitenwechsel war schon beinahe logisch. Danach verstanden es die Wangner, den Gegner vermehrt unter Druck zu setzen. Eine erste gute Möglichkeit, den Torreigen zu eröffnen, wurde den Gastgebern wegen einer Abseitsstellung untersagt.

Doch in der 56. Minute war es dann so weit. Einen Angriff über mehrere Anspielstationen, musterhaft vorgetragen, konnte Douglas im zweiten Versuch erfolgreich abschliessen. Die 1:0- Führung war verdient, führten doch die Wangner die etwas feinere Klinge und zeigten verschiedentlich ein gut funktionierendes Passspiel.

Spiel mit dem Feuer

Eine Reaktion der Luzerner blieb vorerst aus, wobei es die Einheimischen verpassten, in dieser Phase einen drauf zu setzen. In der Folge aber besannen sich die Gäste ihrer kämpferischen Fähigkeiten und versuchten damit ihrerseits zum Erfolg zu kommen. Je länger das Spiel dauerte, umso mehr liessen sich Platzherren in die eigene Platzhälfte zurückdrängen. Es war angesichts des knappen Vorsprungs ein Spiel mit dem Feuer. Doch das Team von Goran Pekas spielte diszipliniert und erreichte das vierte Zu-Null-Ergebnis.

Spitzenkampf am Samstag

Mit diesem Sieg vermochten die Wangner nicht nur den dritten Tabellenrang zu erreichen, sondern schlossen auch punktemässig zum Spitzenquartett auf. Alle diese vier Mannschaften haben jetzt 18 Zähler. Am kommenden Samstag kommt es im Stadion Herti Allmend zum eigentlichen Spitzenkampf zwischen Zug 94 und Wangen.

Goran Pekas, der erfolgreiche Trainer des FC Wangen, sprach von einem Arbeitssieg. «Es war ein schwieriger Match, wobei wir dank der Bereitschaft und dem Teamgeist verdient gewonnen haben. Obschon die Schötzer erst am Mittwoch ein Spiel zu bestreiten hatten, kämpften sie bis zum Schluss hervorragend.»