Es war ein kurioses Spiel mit erstaunlich viel Unterhaltungswert, obwohl – oder vielleicht gerade weil es nur noch um ein goldenes «Nüüteli» ging. So durfte Wackers tapferer Goalie Nico Allemann mit der Nummer 19 ausnahmsweise Sturmspitze spielen, und er machte das auch erstaunlich gut. Der Schiedsrichter Kevin Mühlheim produzierte in der 42. Minute zur allgemeinen Belustigung mit Tobias Stalder eine Karambolage, und dann schoss auch noch einer drei Tore, der sich eigentlich längst aus dem Fussball verabschiedet hatte.

In der ersten Halbzeit zeigten die seit langem als Absteiger feststehenden Grenchner eine ansprechende Leistung und das 0:0 zur Pause war mehr als verdient. Die Mannschaft, die auf dem Rasen stand, ist ja auch nicht schuld an der misslichen Situation, ganz im Gegenteil. «Jeder, der sich jetzt für Wacker einsetzt, verdient Respekt», sagte Ehrenpräsident Christian Schlup, der beim Eingang als Kassier funktionierte. «Für einen Verein von unserer Grösse war der Aufstieg in die 2. Liga inter der Todesstoss. Die damaligen Spieler hatten zwar versprochen, dass sie auch nach einem Abstieg in der Solothurner 2. Liga bei Wacker bleiben würden, aber kaum einer hielt Wort.»

Wegen der Niederlagenserie ging es im gleichen Stil weiter und einige Spieler blieben lieber zu Hause. Trainer Antonio Amodio, der schon in der Winterpause eine neue Mannschaft zusammenstellen musste, nimmt die Herausforderung an, das jetzt gleich nochmals zu tun. «Wir haben ein paar gute Junioren, die wir in der 3. Liga bringen können, und im schlimmsten Fall lösen wir die 2. Mannschaft in der 4. Liga auf», erklärt er seine Pläne.

Schlup denkt nicht, dass es so weit kommen wird: «Wir werden den einen oder anderen Spieler motivieren können, wieder für uns zu spielen, sodass es für zwei Mannschaften reichen wird. Dann werden wir einen langfristigen Neuaufbau mit eigenem Nachwuchs durchziehen. Das ist nicht das erste Mal, wir wissen ja schon, wie das geht», meint der Ehrenpräsident.

Rüetschli beschenkt sich selbst

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, schoss Patrick Murer Deitingen in Führung. Dann kam die grosse halbe Stunde für Marc «Rü» Rüetschli: Exakt an seinem 33. Geburtstag wurde er, der eigentlich schon lange zurückgetreten ist, aus Personalmangel eingewechselt, und «Rü» schoss gleich drei Tore für Deitingen. Dazwischen traf zwar auch Semsi Kamer Kara für Wacker, aber dann wurde Sadat Fazliu wegen eines sehr streng gepfiffenen Notbremsefouls mit der Roten Karte bedacht. Den Grenchnern ging sichtlich die Luft aus, was am Ende zum etwas zu hohen Schlussresultat führte.