Der Tabellenletzte Therwil klopfte bei Wacker an, gewillt, die betrübliche Bilanz dieser Saison aufzupolieren. Pasqualino Gaudiero (Trainer) und Daniele Caroli (Sportchef) waren sich der Wichtigkeit dieser Begegnung bewusst. Von einem guten Ergebnis erhoffte man sich positive Signalwirkung auf das Restprogramm von fünf Spielen. Das es Wacker gelungen ist, erstmals in der Rückrunde zu punkten, liegt auch an der überraschenden Aufstellung des Trainers. Kaum genesen und mit einem Training in den Beinen, figurierte Silas Zurschmiede als Schaltzentrale in der Anfangsformation.

Ebenfalls nach längerer Abwesenheit und kaum mit der nötigen Kondition ausgestattet, verstärkte Michel Vogt die Defensive des Heimklubs. Beide Spieler gehören zur Seele der Mannschaft, ihr sportliches Verhalten auf und neben dem Platz hat Signalwirkung und auch einen inspirierenden Charakter auf das Spiel von Wacker.

Vor Anpfiff an ihre Qualitäten erinnert, begann Wacker konzentriert, bedacht, den Ball möglichst in den eigenen Reihen zu halten. Aus der Kontrolle des Spiels sollte es für einmal Wacker sein, das einen frühen Treffer bejubeln kann. Gesagt, getan. Bereits in der 4. Minute konnte der spielfreudige Fabrizio Laus zur Führung Wackers einschiessen. Therwil blieb die Reaktion nicht schuldig. Aufsässig, manchmal auch an der Grenze des Erlaubten, erspielten sie sich aussichtsreiche Gelegenheiten. Allen guten Vorsätzen zum Trotz, führte bereits in der 14. Minute ein fragwürdiger Penalty zum Ausgleich.

Eine Nachlässigkeit in der Vorwärtsbewegung, der unmotivierte Querpass konnte abgefangen werden, hatte diesen unnötigen Gegentreffer provoziert. «Erneut bringen sie sich wieder um die Früchte ihrer Bemühungen», war der erste Gedanke. Wacker spielte nicht nur forsch mit, es führte die feinere Klinge und spielten wieder mit spürbarer Lust. Fussball. Dabei profitierte das Spiel Wackers von den Vorzügen eines Silas Zurschmiede. Wie gewohnt aufsässig und zweikampfstark, im Luftkampf eh mit Denkmalstatus, sind es genau diese Balleroberungen, welche im Spiel so schmerzlich vermisst wurden. Trotz optischer Überlegenheit Wackers, kam fast der Gast zum Handkuss. Nur den Reflexen von Nico Allemann, stets auf gleich hohem Niveau wirkend, ist es zu verdanken, dass dieses Vorhaben nicht gelang.

Wacker indes verpasste die Krönung einer guten Leistung in der ersten Halbzeit. Zwei scharfe Distanzschüsse verpassten das Ziel nur knapp. Sonst agierte die Offensive zu wenig zielstrebig. Anstelle eines Abschlusses suchte man oft den besser postierten Mitspieler oder wagte noch ein Dribbling, die Konsequenz eines blauen Flecks wohlwissend in Kauf nehmend. Der Überraschungseffekt des Angriffs verpuffte wirkungslos in den durchzogenen Frühlingstemperaturen Grenchens, der Torschrei blieb im Hals stecken. Mit dem Unentschieden musste man sich zur Pause aus Sicht Wackers wohl oder übel begnügen.

In der Kabine fiel fast der Verputz von den Wänden. Ruhiger werdend, verlangte der Trainer eine klare Leistungssteigerung und den Willen zum Sieg. Für den leicht angeschlagenen und bereits gelb vorbelasteten Ivo Zizak lief Loys Troipa zur zweiten Halbzeit auf. Wacker, scharf auf drei Punkte und das lang ersehnte Erfolgserlebnis vor Augen, tat nun viel für das Spiel. Therwil blieb aber ein unangenehmer Gegner, der stets über Konter seine Ambitionen unterstrich.

Die Defensive um Captain Marc Scheller, erneut in einer neuen Variante aufgestellt, spielte solide und behielt mehrheitlich die Oberhand. Die Anstrengungen Wackers sollten doch mit einem erlösenden Tor belohnt werden. Endlich, in der 68. Minute gelang über eine Passfolge, welche Rodrigo Bento zum überlegt einschiessenden Mead Demiri abschloss, die verdiente Führung. Der Bann schien gebrochen. Für den Kämpfer und Motivierer Michel Vogt, die Kräfte waren am Ende, sorgte Mohamed Hamad für neuen Schwung. Das Spiel wurde nun hektischer und die Zweikämpfe gewannen an Härte.

Nicht immer reagierte man mit der nötigen Gelassenheit und sah, wie so oft in den vergangenen Spielen, die gelbe Karte. Mit mustergültigem Pass von Silas Zurschmiede auf den sich freilaufenden Oliver Andrijasevic schien mit dem 3:1, der Gewinn der drei Punkte im Trockenen. In souveräner Manier brachte Wacker die Führung über die Zeit. Ein erlösender Befreiungsschlag und eine Riesenmotivation für das Restprogramm.