Der Start zur Schwimmkarriere von Sarah Zurflüh erfolgte nicht einmal aus freien Stücken. «Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich im Alter von sechs Jahren meinen ersten Schwimmkurs besuche», sagt Zurflüh rückblickend. Heute ist es für die Solothurnerin, die lange nicht unter Wasser tauchen konnte, alles andere als ein Zwang. «Das wunderbare Gefühl im Wasser, zu sehen, wie sich das harte Training im Wettkampf auszahlt und die dadurch entstandenen Freundschaften machen für mich die Faszination aus», erklärt die 15-Jährige.

Bronze an der Schweizer Meisterschaft

Den grössten Erfolg ihrer Karriere feierte Zurflüh an der diesjährigen Sommer-SM über 50m Rücken. Sie besiegte Carla Stampfli – notabene ihr grosses Vorbild – hauchdünn und sicherte sich mit Rang drei ihre erste Medaille an der Elite Schweizer Meisterschaft. Daneben holte sie sich an der Nachwuchs-SM 2013 die Silbermedaille über 100m Rücken. Dass sie sich darüber hinaus für mehrere Finals qualifizierte, droht zur Selbstverständlichkeit zu verkommen. «Genial waren aber auch die fünf Goldmedaillen an der regionalen Sommermeisterschaft in Aarau», rundet Zurflüh die Liste ab.

Solothurner Schwimmerin Sarah Zurflüh im Kurzinterview

Solothurner Schwimmerin Sarah Zurflüh im Kurzinterview

Für anderweitige Hobbys hat es im Leben Zurflühs keinen Platz. Zu gross ist die Belastung mit rund 16 Stunden wöchentlichem Training. Auf dieses Trainingspensum kommt das Schwimmtalent aufgrund des Umstandes, dass sie die Sportkantonsschule in Solothurn besuchen darf. Nur deshalb bieten sich Zurflüh unter der Woche auch am Morgen Zeitfenster, um zu trainieren. «Das ist wirklich super, die Sportkanti soll keinesfalls abgeschafft werden.»

Zukünftige Rückenspezialistin

Ihre Parade-Disziplinen sind Rücken und Delphin. Sie, die dem Verein Swim Regio Solothurn angehört und von Peter Lemesch trainiert wird, führt somit die Tradition der erfolgreichen Solothurner Rückenschwimmerinnen fort. Vier Jahre dauert es noch, bis die 15-Jährige die Sportkanti abgeschlossen hat. Zur weiteren Zukunft sagt sie: «Ich werde versuchen, voll auf die Karte Schwimmen zu setzen.» Entsprechend hat sie zurzeit noch keine Idee, welchen Beruf sie später mal ausüben möchte. Die Schwimmkarriere kommt zuerst.

Erneuter Sieg gegen Stampfli angestrebt

Als nächstes Ziel setzt sie sich die Selektion fürs Nationalkader. An der morgen beginnenden Kurzbahn-SM möchte sie zudem mindestens einen Final erreichen. «Und wenn ich Carla Stampfli erneut hinter mir lassen könnte, wäre ich auch nicht unglücklich», fügt die ehrgeizige Zurflüh schmunzelnd an. Schritt für Schritt werden die Bühnen der Auftritte von Sarah Zurflüh nun grösser. Die grösste aller Bühnen – diejenige von Olympia – ist zurzeit noch kein ernsthaftes Thema, vielmehr ist es noch ein Traum. Doch wenn Sarah Zurflüh so lange erfolgreich weiter schwimmt, wie ihr Vorbild Carla Stampfli dies tut, wird der Vorhang ihrer persönlichen Vorstellung noch sehr lange nicht fallen und Auftritte auf den ganz grossen Bühnen sind garantiert.