„Ui-jui-jui-au-au-au-au“… ist ein Refrain, der derzeit häufig auf fast allen deutschen TV-Kanälen anlässlich örtlicher Fasnachts-Sitzungen zu hören ist. Ein eingehender „Song“, der vom Publikum bei Büttenreden meist nach besonders bösartigen oder flachen Pointen angestimmt wird. Beinahe wäre der EHC Zuchwil Regio in Spiel 3 des Playoff-Viertelfinals gegen Wiki-Münsingen auch flach rausgekommen. Nach 41 Minuten und 55 Sekunden war die Saison für die favorisierten Hausherren zu Ende. 0:1 lag man in dem Moment gegen die Aaretaler, gegen die man bereits Spiel 1 und 2 verloren hatte und auch letzte Saison im Playoff-Final 0:3 tauchte, zurück.

Dann war es der Nationalliga erprobte Loris Stoller (Ajoie, Biel, Thurgau), der mit dem Ausgleich, einem millimetergenauen Hockeck-Schuss aus dem Handgelenk, den Knorz-Knoten auf Zuchwiler-Seite löste. Erneut der 23-jährige Seeländer sowie Vogt und Rohrbach sorgten schliesslich für den klaren und eminent wichtigen 4:1-Sieg. „Wir haben gewusst, dass die Tore fallen, sobald einer anhängt“, äussert sich Zuchwil-Coach Max Weibel.

Einsam wie Napoleon

Die Gastgeber liessen von Beginn weg keine Sekunde Wille und Bereitschaft vermissen – dafür Kaltblütigkeit. Regelmässig kam man zu Überzahl-Gelegenheiten – das, was daraus resultierte, glich von der Konsistenz her einer Kürbissuppe. Also ziemlich softy. Bezeichnend für die vorerst tote Hose im Zuchwiler Angriff waren zwei Szenen kurz vor Ende des Mitteldrittels. Einmal kamen die Hauseherren nach einem verpatzen Wiki-Wechsel zu einer luxuriösen 3-1-Situation – der Puck landete mitten in der Fanghand von Wiki-Keeper Flurin Brunner.

Kaum eine Minute später tauchte Fabian Steiner einsamer als Napoleon nach der Schlacht von Waterloo vor Brunner auf – von Torgefahr keine Spur. Das man den Match letztlich doch noch souverän wenden konnte ist für Weibel Beweis „der guten Moral, die in der Mannschaft steckt.“ Der Sieg kann im Hinblick auf Spiel 4 gar nicht hoch genug gewichtet werden. Wäre man von Wiki erneut mit 0:3-Niederlagen rausgekegelt worden,  „hätte sich langsam ein Wiki-Trauma bei uns breit gemacht“, gibt Weibel zu.

So aber bleibt die Chance intakt, den Bernern noch ein Zuchwi-Trauma anzuhängen.  „Das wär uns eigentlich lieber“, so Weibel. Trotz des Sieges stehen die Solothurner aber in der Serie weiterhin mit dem Rücken zur Wand.  Um zu „überleben“ ist man am  Dienstag dringend aufgefordert, offensiv viel schneller PS zu entwickeln...  

Zuchwil Regio – Wiki-Münsingen  4:1 (0:0, 0:1, 4:0)

Sportzentrum  Zuchwil. – 404 Zuschauer. – SR: Leimgruber; König/Rentsch. – Tore: 29 Marolf (Wegmüller, Walther/Ausschluss Brunner) 0;1. 42. Stoller (Lüthi) 1:1. 47. Stoller (Messerli, Lüthi) 2:1. 53. Vogt (Steiner) 3:1. 56. Rohrbach (Steiner, Wüthrich) 4:1. – Strafen: 3-mal 2 plus 1-mal 5 Minuten sowie Spieldauer-Disziplinarstrafe (Brunner)  gegen Zuchwil-Regio; 6-mal 2 Minuten gegen Wiki-Münsingen.

EHC Zuchwil Regio: Zaugg; Brunner, Hirsbrunner; Aeschlimann, Wüthrich; Blumentahl, Lüthi; Born, Steiner, Leuenberger; Stoller, Eric Hojac, Müller; Messerli, Zwahlen, vogt; Rohrbach, Oliver Hojac.