NLB-Eishockey

Vorbei ists mit der weissen Weste – Olten verliert Spitzenspiel

Für Olten's Romano Pargätzi (links) und Goalie Michael Tobler war gegen Langenthal mit Stefan Schnyder nichts zu holen.

Für Olten's Romano Pargätzi (links) und Goalie Michael Tobler war gegen Langenthal mit Stefan Schnyder nichts zu holen.

Noch nie ist der EHC Olten seit dem Abstieg der SCL Tigers in die National League B gegen die Emmentaler als Verlierer vom Eis gegangen. Bis jetzt. Vor 5066 Fans unterlagen die Grünweissen dem Tabellenführer aus Langnau ohne Wenn und Aber 1:6.

So hatten sich die Oltner das Spitzenspiel mit den SCL Tigers wohl nicht vorgestellt. Sie kamen über die gesamte Spieldauer hinweg nicht auf Touren und waren nicht in der Lage, den dominierenden Emmentalern Paroli zu bieten. Die klare 1:6-Schlappe war die logische Folge des schwachen Auftritts der Powermäuse.

Damit ist auch die weisse Weste futsch, die sich der EHCO in der Vergangenheit gegen die SCL Tigers erarbeitet hat: Seit deren Abstieg in die zweithöchste Niederlage mussten die Oltner gegen sie noch nie als Verlierer vom Eis.

Gute Chance vertan

Die Geschehnisse in der 14. Minute waren bezeichnend für den Auftritt des EHC Olten. Soeben konnte Justin Feser den Puck mittels Schlenzer im Tor des Tigers-Torhüters Damiano Ciaccio versorgen und sein Team mit dem 1:2 zurück ins Spiel bringen. Da hatten die Powermäuse dank eines Powerplays gar die Chance, den Ausgleich zu erzielen und den frühen Zwei-Tore-Rückstand vergessen zu machen.

Ein kläglicher Fehlpass jedoch landete direkt in der Schaufel von Tiger Fabien Currit, der sofort in Richtung Thomas Bäumle loszog. Der Emmentaler konnte nur mehr regelwidrig gestoppt werden, weshalb ein Oltner auf die Strafbank geschickt wurde. Vorbei war die gute Möglichkeit zum 2:2.

Die Situation zeigt beispielhaft, wie unglücklich und unpräzis die Oltner agierten. Der Start ins Spitzenspiel ist dem EHCO sowieso komplett missglückt: Eine frühe doppelte Unterzahl ermöglichte den SCL Tigers die Führung nach nur 105 Sekunden. Und der zweite Gegentreffer sollte in der 5. Minute folgen, ein abgelenkter Schuss fand den Weg ins Tor von Thomas Bäumle.

Starker Tigers-Torhüter

In den zweiten 20 Minuten zeigten die Oltner zwar ein leicht verbessertes Gesicht. Der 2:2-Ausgleich wollte dennoch nicht fallen. Die Möglichkeiten waren da: Marco Truttmann und Diego Schwarzenbach kamen aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, sie scheiterten aber genauso wie Shayne Wiebe nach einem Solo-Konter an Tigers-Hüter Ciaccio. Unter den zahlreich erschienenen Oltner Kiebitzen keimte plötzlich wieder Hoffnung auf.

Würden ihre Powermäuse nach dem Kaltstart doch noch die Wende in diesem Spitzenspiel schaffen? Nein, denn in der 28. Minute bremsten sich die Powermäuse selber aus. Eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis ermöglichte den SCL Tigers den zweiten Treffer in Überzahl (1:3). Und in der 31. Minute erhöhten die Emmentaler gar noch auf 1:4. So schnell stand der EHCO mit dem Rücken zur Wand.

Weil der EHCO für den Rest des zweiten Drittels vergebens den Torerfolg suchte, war spätestens nach dem 5:1 durch die SCL Tigers in der 45. Minute die Vorentscheidung über den Sieger des NLB-Spitzenduells gefallen. Das 6:1 durch Claudio Moggi, der sich an diesem Abend zum Schrecken der Oltner Defense entwickelte, war lediglich Resultatkosmetik, die den vielen mitgereisten Langnauer Fans die Rückfahrt ins Emmental noch ein bisschen mehr versüsst haben dürfte.

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