Fussball
Vor dem 1.-Liga-Saisonauftakt: Grenchen schöpft Kraft aus dem Traum

Der FCG will gegen Luzern U21 mit einem Sieg in die Rückrunde starten. Trotz mehreren personellen Veränderungen streben die Grenchner als Tabellenzweite die Aufstiegsspiele an. Weiter unklar bleibt die finanzielle Situation im Klub.

Hans Peter Schläfli
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Das sind die Neuen beim FCG: (Hinten von links): Tim Walker, Fitim Sadriji, Jelassi Jihad, Joetex Frimpong und Trainer Max Rüetschli. Vorne: Leandro Moreira, Yannick Gloor, Marco Pantani. Es fehlt Bela Syart. HPS

Das sind die Neuen beim FCG: (Hinten von links): Tim Walker, Fitim Sadriji, Jelassi Jihad, Joetex Frimpong und Trainer Max Rüetschli. Vorne: Leandro Moreira, Yannick Gloor, Marco Pantani. Es fehlt Bela Syart. HPS

«Never change a winning team» – von diesem Leitsatz konnte der FC Grenchen in dieser Winterpause nicht einmal träumen, forderte doch der FC Biel seine beiden Leihspieler Ivo Zangger und Cristian Miani zurück. Damit waren Schlüsselpositionen in der Verteidigung und im Angriff neu zu besetzen. «Wir mussten unser Konzept umstellen», erklärt Trainer Max Rüetschli, «bisher spielten wir Tempovorstösse über die Seiten, was mit Cristian Miani, der 20 Tore schoss, optimal klappte. Mit Joetex Frimpong haben wir nun einen echten Mittelstürmer. Er hat seine Goalgetter-Qualitäten im Zentrum und will mit Pässen gefüttert werden.»

Entsprechend habe er die taktische Grundauslegung geändert. Mit dem Brasilianer Leandro Moreira hat der FCG einen neuen Spielmacher, weshalb Rüetschli nun Samuel Zayas auf dem linken Flügel einsetzen will. «Dort kommt er am besten zur Geltung und ich erhoffe mir von ihm vor allem viele Assists», meint Rüetschli.

Während die Voraussetzungen im Brühl – es wurde vor allem auf dem prekären Westfeld trainiert – nicht gerade perfekt waren, konnte sich der FCG im Trainingslager in Teneriffa bei optimalen Verhältnissen auf die Rückrunde vorbereiten. Pech hatten die Torhüter: Kurz nacheinander verletzten sich Jeffrey Grosjean und Daniel Bleuler, weshalb noch der junge Bettlacher Goalie Tim Walker engagiert wurde.

Nach den tollen Resultaten des Herbstes ergibt sich das Saisonziel von alleine: Grenchen will den zweiten Platz verteidigen. «Wir leben vom Traum, die Aufstiegsspiele zu erreichen», sagt Max Rüetschli. «Wenn wir am Schluss als Dritter noch dort spielen können, dann sind wir überglücklich. Aber wir sind realistisch. Wenn es nicht reicht, dann geht keine Welt unter.»

Während es sportlich im Herbst grandios gelaufen ist, befindet sich der FC Grenchen organisatorisch noch immer im Wiederaufbau. Bei den Finanzen sind viele Fragen offen. Seit Gilbert Uebelhardt sein Amt als Finanzchef schon nach wenigen Monaten wieder aufgegeben hat, kümmert sich Präsident Rolf Bieri persönlich um dieses Ressort. «Wir sind intensiv an der Arbeit und zuversichtlich», sagte Bieri. Sonst heisst es aber: «Kein Kommentar.» Es sei nicht der richtige Zeitpunkt, um über die Finanzen zu diskutieren, denn jetzt soll das Sportliche im Vordergrund stehen.

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