«Wir müssen unbedingt das Verlierer-Gen loswerden», sagte Grenchens Trainer Roland Hasler nach dem 4:2-Sieg gegen den FC Bellach. Der FC Grenchen verlor in den letzten zwei Saisons 46 von 52 Meisterschaftsspielen und stieg zweimal ab. Ist der Sieg gegen den FC Bellach nun der erste Schritt auf die Erfolgsstrasse? Auf jeden Fall zeigten die Grenchner im zweiten Saisonspiel Moral. «Dass wir zweimal nach einem Rückstand zurückkamen und das Spiel noch gedreht haben, ist sensationell», so Hasler. «Die Spieler sind mit viel Leidenschaft aufgetreten, wie wir es unserem treuen Publikum schuldig sind.»

Nervöse Grenchner kalt erwischt

Am Mittwoch war Grenchen mit einer 1:2-Auswärtsniederlage gegen Trimbach in die Zweitliga-Saison gestartet. Eine gewisse Verunsicherung war den Grenchnern gegen Bellach in der Startphase denn auch anzumerken. Zwei Szenen in den ersten 120 Sekunden verdeutlichten dies. Zuerst eine Slapstick-Einlage: Beim Freistoss aus guter Position täuschten zwei Grenchner an, was den dritten derart verwirrte, dass er zum Sololauf ansetzen wollte, ohne dass ein Mitspieler den Ball berührt hätte. Nur Sekunden später der frühe Gegentreffer: Ein Pass von Bellachs Spielmacher Xhema durch die FCG-Abwehrkette und Fragale stand alleine vor dem Tor. Diese Chance liess sich der Goalgetter, der bereits beim 6:2-Aufaktsieg gegen Zuchwil dreimal getroffen hatte, nicht nehmen.

«Wir wurden am Anfang eiskalt erwischt, haben dann aber das Spiel übernommen», fasste Hasler die erste Halbzeit zusammen. Zuerst musste Goalie Molina seine Elf aber noch vor einem höheren Rückstand bewahren, indem er den Kopfball von Fragale in der 6. Minute über die Latte lenkte. Nach gut zwanzig Minuten glichen die Gastgeber nach einer kurzen Eckball-Variante aus, Rihs schlenzte den Ball von der Sechzehnergrenze aus ins Lattenkreuz.

Grenchen hatte mittlerweile deutlich mehr Ballbesitz und kam durch einen Kopfball von Jessil (29’) und einem Freistoss-Kracher von Tchoukouli (32’) zu zwei Führungschancen. Entgegen dem Spielverlauf legte stattdessen Bellach wieder vor. Fragale wurde von der FCG-Abwehr sträflich alleine gelassen und erzielte nach Vorarbeit von Ammon in der 34. Minute sein fünftes Saisontor.

Wende innert acht Minuten

«Wenn wir in der zweiten Hälfte zu null spielen, gewinnen wir das Spiel. Mehr verrate ich nicht», sagte Hasler nach dem Spiel auf seine Pausenansprache angesprochen. Molina rettete dieses Vorhaben in der 55. Minute. Nach der Flanke von Xhema scheiterte zuerst Marthaler mit einer Direktabnahme am Grenchen-Goalie, und auch Schwab sah seinen Abpraller pariert.
Das Fazit nach einer guten Stunde: Grenchen spielbestimmend, Bellach mit den klareren Chancen. Dass die Gäste diese nicht verwerteten, wurde ihnen schliesslich zum Verhängnis. Mit zwei Toren innert acht Minuten drehte Grenchen die Partie nicht unverdient. Zuerst nutzte Laus den freien Platz am rechten Flügel, um Rihs einen perfekten Assist zu dessen zweitem Tor zu liefern (58’), dann traf Alimusaj nach Vorarbeit von Tchoukouli aus einem Freistoss-Getümmel heraus (65’). Zwischen den beiden Treffern verzeichnete Bellach zudem einen Lattenschuss von Lifart.

In der Schlussphase wurde das Spiel zerfahrener, die Gangart ruppiger. Grenchen-Hüter Molina musste sich nur noch einmal auszeichnen, bei Fragales sattem Abschluss aus der Drehung in der 84. Minute. Bellachs Topskorer verpasste seinen persönlichen dritten Treffer, Grenchen-Stürmer Rihs machte es im direkten Gegenzug besser und sorgte mit seinem dritten Tor für die endgültige Entscheidung.