Regionalsport Curling
Von der Ersatzbank zum Meister

Curling An den Schweizer Meisterschaften hat Skip Christof Schwaller und sein Team mit einem knappen Resultat den Final gegen Glarus gewonnen.

Christoph Merki
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Christof Schwaller und sein Team haben als Einheit gesiegt. Merki

Christof Schwaller und sein Team haben als Einheit gesiegt. Merki

Solothurner Zeitung

Herr Schwaller, herzliche Gratulation. Hat hier die Routine den Ausschlag für den Sieg gegeben?

Christof Schwaller: Mit 45 Jahren hat man schon ein wenig Erfahrung. Man profitiert von wichtigen Spielen und lernt immer dazu. Für mich war es der achte SM-Final.

Und wie oft haben Sie schon daran teilgenommen?

Ich bin nicht ganz sicher, es müssen wohl fast 20 Mal gewesen sein.

Ist eine SM nach so vielen Teilnahmen noch etwas Spezielles?

Ja sicher! Vor den Spielen ist man sicher immer nervös. Vor allem vor dem Halbfinal oder dem Final. Dieses Jahr hatten wir auch sehr viele knappe Entscheidungen.

Sie treten immer noch mit ungebremstem Siegeswillen aufs Eis?

Aber sicher! Dies ist der Grund, warum man überhaupt spielt, sich für eine EM oder WM zu qualifizieren. Man muss Ferien nehmen und auch die Familie zurückstecken. Da hat man nur ein Ziel: zu gewinnen.

Wie viel Zeit haben Sie in die Vorbereitung investiert?

Wir haben wöchentlich ein gemeinsames Training. Nebenher geht jeder noch für sich ein-, zweimal aufs Eis.

Auf dem siebten Rang in der Vorrunde hätten Sie sich eigentlich gar nicht für die SM qualifiziert.

Eigentlich wären wir ausgeschieden und haben auch schon die Hotelreservierung annulliert. Doch dann kam der Anruf, dass sich ein Team abgemeldet habe. Da haben wir die Chance gepackt. Natürlich mussten wir uns hier immer wieder Sprüche anhören.

Als Skip stehen Sie mit Ihrem Namen in der Öffentlichkeit, ist der Skip wirklich so wichtig?

Ein Skip allein kann nichts reissen, er braucht das Team. Die Wischer müssen ebenso richtig Wischen, nicht zu kurz und nicht zu lang. Curling ist ein Teamsport.

Mit diesem Sieg haben Sie sich für die WM qualifiziert, welches Ziel haben Sie sich gesetzt?

Man redet immer von einer Medaille. Es wird nicht einfach, denn auch die USA und Kanada werden dabei sein. Das Ziel muss sicher eine Medaille sein, doch wir sind realistisch genug.