Egerkingen

Von der Bademeisterin entdeckt

Andy Wyss in seinem Element.

Andy Wyss in seinem Element.

Andy Wyss aus Egerkingen kam spät zu seinem Sport, gehört aber seit drei Schwimmen Jahren zur nationalen Spitze.

Den Sieg 2007 an den Schweizer Nachwuchswettkämpfen über 1500m Crawl schätzt Andy Wyss als seinen schönsten Triumph ein: «Der Erfolg in Lancy kam völlig überraschend. Niemand konnte damit rechnen, dass ich meine Bestzeit um beinahe eine Minute verbessern würde. Deswegen war er besonders toll.» Der 18-jährige Gäuer wiederholte den Sieg an gleicher Stätte auch diesen Sommer. Dieses Mal in der Kategorie der Junioren. Zudem gewann er über 400 m Vierlagen die Silbermedaille.

Dies war der Abschluss seiner kurzen Juniorenkarriere. Während andere Schwimmer bereits mit zwölf Jahren an nationalen Titelkämpfen mitmischen, trat Andy Wyss erst in diesem Alter überhaupt dem Schwimmklub Langenthal bei. Einer Bademeisterin war aufgefallen, dass Andy bei Schwimmduellen gegen Kollegen im Freibad immer die Nase vorne hatte und sichtlich Spass an der Sache hatte. Sie empfahl der Mutter, den Jungen doch einmal in ein Probetraining zu schicken. Dort lernte der Handelsschüler im Eilzugstempo die verschiedenen Schwimmstile und stellte sein Talent unter Beweis. Schnell stand er im Langenthaler Wettkampfteam und gewann als 14-Jähriger seinen ersten nationalen Nachwuchstitel.

Seit diesem Herbst startet der Egerkinger in der offenen Kategorie und will sich auch dort behaupten. Etwas enttäuscht kehrte er von der Kurzbahn-Schweizer-Meisterschaft in Lausanne Mitte November zurück. «Ich konnte wohl wegen einer Erkältung meine Leistungen von den Vorbereitungswettkämpfen nicht bestätigen», meint Andy Wyss knapp. Er hatte sich mehr erhofft als einen achten Rang über seine Paradestrecke. «Das Podest sollte eigentlich möglich sein», hält er fest. Die Chance, dies zu bestätigen, erhält er spätestens Ende März, wenn die Langbahn-Titelkämpfe in Genf ausgetragen werden.

Der Schwimmer will aber noch mehr. Die Schweiz an internationalen Wettkämpfen zu vertreten, fände er super. «Ich bin schon ein paar Mal knapp an den Limiten vorbeigeschrammt. Einmal fehlten mir nur 0,6 Sekunden», sagt der Langstreckler. Deswegen trainiert er siebenmal in der Woche im Wasser und fährt bei jedem Wetter mit seinem Roller die 20 Minuten nach Langenthal. Bald beginnt er ein Praktikum bei einer Speditionsfirma, die ihm sehr entgegenkam, damit er gleich weitertrainieren kann.

Der Gäuer wirkt ruhig und bescheiden, er ist keiner, der grosse Töne spuckt, gibt seine Antworten lieber in Form von Leistungen im Wasser. Die Olympischen Spiele 2016 bezeichnet er zwar als Traum und langfristiges Ziel, aber er weiss auch, was alles dazwischenkommen könnte. «Ich schaue nicht so weit voraus. Wieso auch? Wichtig sind die nächsten Wettkämpfe.»

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