Unihockey
Von der 1. Liga zurück auf die grosse Bühne

Jonas Schneeberger vom SV Wiler-Ersigen kehrt nach seiner Ausbildungspause ins Nationalteam zurück.

Michael Lüthi
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Solothurner Zeitung

Kurz vor dem Ende des Nationalmannschaftstrainings in Magglingen dürfen sich die Spieler im Penaltyschiessen profilieren. Die Stimmung ist locker, jeder Fehlversuch wird von den Kollegen lautstark kommentiert und jeder gelungene Trick gefeiert. Mittendrin strahlt - trotz verschossenem Elfmeter - der Langenthaler Jonas Schneeberger (28).

Die Atmosphäre im Team ist, kurz vor Beginn der EuroFloorball Tour in Espoo (Finnland), hervorragend. Das Turnier in Espoo gilt als Hauptprobe für die Weltmeisterschaft Anfang Dezember in Helsinki. Und genau dorthin will auch Schneeberger. 2006 holte er mit der Nati die Bronzemedaille an der WM. «Diesen Moment werde ich nie vergessen. Und das nochmals erleben zu können, wäre fantastisch.»

Als Sozialpädagoge zur WM

Schneeberger figuriert im provisorischen 25-Mann-Kader, doch Trainer René Berliat wird nur 21 Spieler an die WM mitnehmen. Dass der Langenthaler überhaupt wieder für die Nationalmannschaft nominiert werden würde, hätte vor drei Jahren niemand geglaubt. Der Verteidiger liess sich an der Hüfte operieren und spielte während seiner Ausbildung für ULA in der 1. Liga - weit weg vom Spitzensport und der Nationalmannschaft. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Sozialpädagogen und zweijähriger Abstinenz vom Spitzensport kehrte er zu seinem Ex-Klub, dem Szenendominator SV Wiler-Ersigen zurück.

«Bei Wiler fühlte ich mich sofort wohl, ich kannte die Spieler, das Umfeld, und fand so schnell zu meinem Spiel zurück. Geholfen hat mir sicher auch, dass ich mit Wiler international spielen konnte, dies bot mir die Chance, mich auf einer grösseren Bühne zu zeigen und mich so für die Nationalmannschaft zu empfehlen.»

Rückkehr zu Freunden

Wieder im altbekannten Kreise der besten Unihockey-Spieler der Schweiz zu sein, bedeutet Schneeberger sehr viel. «Es ist fühlt sich wunderbar an, hier wieder auf alte Freunde zu treffen. Viele Spieler sind gute Freunde. Aber es gibt auch etliche neue, junge Spieler, die für Abwechslung sorgen. Das Niveau ist sehr hoch», sagt der 28-jährige Verteidiger. Die Entscheidung, es nach seiner Operation nochmals mit Leistungssport zu versuchen, bereute Schneeberger keine Sekunde. «Ich vermisste während meiner Ausbildung das Kribbeln vor und während der Spiele. Diese Gefühle sind einmalig und kann man nur im Sport erleben.»

Jonas Schneeberger geniesst es, dass er heute wieder Unihockey spielen kann und hofft, den Kaderschnitt zu überstehen. «Die Chancen stehen nicht schlecht. Ich trainierte gut und werde alles daran setzen, mich ins Team zu spielen», sagt er mit einem Funkeln in seinen Augen.

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