Curling
Von den Hobby-Curlern bis zur Jugendolympiasiegerin

An der Solothurner Kanne massen sich 16 Teams, die mehrheitlich aus der Region Solothurn stammen. Der Sieg ging an den CC Grenchen, der sich im Final gegen die deutschen Vertreter aus Mannheim durchsetzten.

Annemarie Keusch
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Skip Mike Wenger (Mitte) lanciert seinen Stein und führt Grenchen zum Sieg. Hans Peter Schläfli

Skip Mike Wenger (Mitte) lanciert seinen Stein und führt Grenchen zum Sieg. Hans Peter Schläfli

Die Geselligkeit wird in der Curlinghalle in Nennigkofen gross geschrieben. «Egal wer gewinnt, nach dem Spiel sitzt man zusammen, und die Gewinner laden die Verlierer zu einem Getränk ein», betont Martin Simonet, Präsident des durchführenden Vereins CC Solothurn. Zusammen mit seinen Vereinskollegen hat er die Solothurner Kanne bereits zum 38. Mal organisiert. «Die grösste Schwierigkeit war es, die Teams für eine Teilnahme zu motivieren», blickt er zurück. Tatsächlich ist das Angebot an Curling-Turnieren in der Schweiz riesig. Jedes Wochenende könne man irgendwo im Land an irgendeinem Turnier teilnehmen.

Ziel der Organisatoren ist es zudem, dem Turnier einen internationalen Touch zu verleihen. Regelmässig ist daher das deutsche Team aus Mannheim in Nennigkofen zu Gast. Die restlichen Vereine stammen mehrheitlich aus der erweiterten Region um Solothurn.

Proficurler suchte man an der Solothurner Kanne vergeblich. Entweder hoffnungsvolle Juniorenteams oder ältere Mannschaften, die nicht mehr auf höchstem Niveau sind, waren zugegen. Eine Ausnahme war die Teilnahme der 18-jährigen Lisa Gisler. Zwar zählt sie auch zu den hoffnungsvollen Curling-Talenten, im Gegensatz zu anderen hat sie jedoch bereits namhafte Erfolge vorzuweisen. Im vergangenen Jahr gewann sie an der Jugendolympiade in Innsbruck die Goldmedaille. «Es war ein spezielles Erlebnis», erzählt die Psychologie-Studentin, die per Zufall zum Curling fand. «In der Zeitung sah ich ein Inserat, in dem für einen Tag der offenen Tür geworben wurde», blickt Gisler auf ihre Anfänge zurück. Das war vor sechs Jahren. Mittlerweile trainiert sie dreimal wöchentlich. Bei der Solothurner Kanne verlief es ihr und ihrem Team Biel-Solothurn zwar nicht nach Wunsch, dennoch hat Gisler grosse Pläne. «Nach der Juniorenzeit ziele ich in Richtung Spitzensport», ist sie optimistisch.

Bei der Solothurner Kanne wird seit Jahren im «Double-Knock-Out»-System gespielt. Dabei müssen die Teams möglichst jedes Spiel gewinnen, damit sie in die nächste Runde einziehen können. Im Final standen sich die Curler des CC Grenchen mit Skip Mike Wenger und die Vertreter aus Mannheim mit Skip Jürgen Beck gegenüber. Dabei konnten sich die Grenchner klar durchsetzen und gewannen somit die Siegesprämie von 1000 Franken. Den Bronzeplatz sicherte sich ein zweites Team des CC Grenchen mit Skip Patrik Urech.

Organisator Martin Simonet zieht eine positive Bilanz: «Es waren tolle drei Tage. Die Teams haben guten Sport gezeigt und alles ging ohne Zwischenfälle über die Bühne.»