Unihockey
Vom Tiger gefressen: Cup-Aus für Wiler

Nach dem 5:10 gegen die Tigers aus Langnau ist der Cup-Traum für den SV Wiler-Ersigen ausgeträumt.

Michael Schenk
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Auch Wiler-Star Lassi Vänttinen konnte das Aus nicht verhindern.

Auch Wiler-Star Lassi Vänttinen konnte das Aus nicht verhindern.

Marcel Bieri/Archiv

Nach je einem 6:1-Erfolg tags zuvor in der Meisterschaft begegneten sich die Tigers Langnau und Wiler-Ersigen zum Cup-Halbfinal in der mit 543 Leuten sehr gut gefüllten Espace Arena in Biglen. 1 und 6 entsprechen auch den Ranglistenpositionen der Kontrahenten. Wiler ist aktuell Leader – die Tigers folglich Sechste. Am Cupfinal am 28. Februar indes nehmen die Langnauer teil. Die Gastgeber hebelten den neunfachen Meister mit einer in erster Linie coolen und in zweiter effizienten Gala 10:5 aus. «Die Enttäuschung ist sehr gross», sagt Wiler-Verteidiger Lukas Meister. «Wir wollten den Cup, dieser Traum ist geplatzt.»

Den Tigers zupass kam, dass die Kugel von Beginn weg nicht für Wiler rollte. Zwar traten die Gäste mit dem Mut und der offensiven Ausrichtung eines Teams an, welches zuletzt im Viertelfinal gegen Köniz sogar einen 2:7-Rückstand zum Guten (9:8) wenden konnte. Meister: «So etwas gelingt aber eben nicht immer.»

Wie eine Hundeschnauze

Die Gastgeber jedenfalls liessen sich nicht die Bohne beeindrucken. Im Gegenteil. Die Langnauer blieben, wie es der Emmentaler Seele eigen ist, ruhig und hielten sich stoisch an ihren Gameplan. Auch ein Pfostenschuss von Zimmermann brachte das Team von Coach Engel keine Sekunde ins Schwanken. Die Tigers bauten ihre Angriffe «hübscheli» von hinten raus auf – nötigenfalls auch gern mal mit einer zweiten Welle –, um dann immer wieder überfallartig die gegnerische Bastion zu stürmen. Obwohl Wiler im Startdrittel mehr Spielanteile besass, ging dieser Abschnitt 2:0 an Langnau. Als Gerber auf 3:0 erhöhte, bekamen die Gäste ihre erste Überzahlchance.

Kaum war die ungenützt verstrichen, verhedderten sich Wiler-Goalie Wolf und Zimmermann und produzierten im Duett und mit hohen Stilnoten ein Eigentor zum 0:4. Eine typische Szene für ein Spiel, in dem bei den einen alles zu Gold wird, was sie anfassen, und bei den anderen bestenfalls zu Rüeblisaft. Kaum hatte Wiler seinerseits erstmals getroffen, schoben die Tigers, kalt wie eine Hundeschnauze, prompt wieder eine «Kiste» hinterher. Mit drei Toren innerhalb von 142 Sekunden zu Beginn des Schlussabschnitts zum vorübergehenden 8:2 war dann der Mist geführt.

Einmaliger Ausrutscher

«Wir haben zu oft den Pass gesucht und zu wenig Druck aufs Tor entwickelt», meint Wiler-Verteidiger Meister. Abgesehen von der mangelhaften Chancenauswertung habe man dem Gegner so von Beginn weg die Möglichkeit gegeben, seine Stärke wunderbar in die Waagschale zu werfen. «Wir wussten ja, dass sie konterstark sind.» Schon am Donnerstag (20.00) kommt es im Rahmen der Meisterschaft zum «Rückspiel». Für Meister ist der Fall klar: «Wir wollen uns revanchieren und zeigen, dass dies ein einmaliger Ausrutscher war.»