Fussball
Vom SV Koppigen ins Stade de Suisse vor 12 000 Zuschauer

Der ehemalige Junior des SV Koppigen, David von Ballmoos, hat diese Saison einen 3-Jahres-Vertrag bei den Young Boys erhalten.

Von Chantal Fimian
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Letzten Herbst ging für den Wyniger David von Ballmoos ein Traum in Erfüllung. Mit der ersten Mannschaft der Berner Young Boys bestritt der Torhüter gegen den AC Mailand sein erstes Profispiel. Gleich 90 Minuten durfte er sich gegen Spieler wie Kàkà beweisen – ein echtes Highlight für den jungen Fussballer: «Ich hätte mir meinen Einstand nicht besser vorstellen können. Das Spiel ging zwar mit 3:1 verloren, aber es ist gut gelaufen. Vor Tausenden Zuschauern gegen ein Top-Team zu spielen, ist schlichtweg genial.»

Kennt auch die Schattenseiten

So schnell der Aufstieg vonstattenging, von Ballmoos kennt auch die Schattenseiten. Vor zwei Jahren brach sich von Ballmoos das Fussgelenk. Schon damals war er der dritte Goalie bei YB. «Verletzungen gehören dazu», meint er. Seither verläuft der Aufstieg des 19-Jährigen kontinuierlich. Nach ein paar Junioren-Jahren beim SV Koppigen wechselte er in die U14 des BSC Young Boys und fängt seither die Bälle für die Stadtberner. Mit der Zeit hat er sich zu einem grossen Torhüter-Talent entwickelt. Alles auf die Karte Fussball setzen, möchte der gebürtige Solothurner allerdings noch nicht. In diesem Sommer schliesst er seine Lehre als Landmaschinenmechaniker ab. Einen Abschluss zu haben, sei wichtig, bekräftigt er. Sechs bis sieben Mal pro Woche trainiert er in Bern. Die verpassten Trainings holt der 1,92-m-Hüne selbstständig nach. Obwohl der Lehrling bereits mit 18 Jahren einen Profivertrag unterschrieben hat, gehört Prunk nicht zu seinem Leben: «Ich wohne noch zu Hause, aber werde in nächster Zeit ausziehen. Langsam wird es ernst. Das merken nun auch die Personen, die mich aufgrund meiner Ambitionen eher belächelt haben.»

Kein Neid

Auch sportlich zeigt er sich bodenständig. Neidisch auf seinen gleichaltrigen Torhüter-Kollegen Yvon Mvogo, die momentane Nummer eins, ist er nicht: «Ich mag ihm den Erfolg gönnen und unterstütze ihn, soweit ich kann. Da Marco Wölfli länger ausfallen wird, ist dies für beide eine neue Situation.» Wölfli ist für den 19-Jährigen eine wichtige Bezugsperson. «Ich lerne sehr viel von ihm», fügt er an. Am besten verstehe er sich aber mit den jüngeren Spielern. Ehrfurcht vor gestandenen Super-League-Spielern verspürt er indes nicht: «Ich wurde gut aufgenommen. Da ich schon länger mit dem Team trainiere, kannte ich viele bereits von früher.»Für die Zukunft setzt sich der Sportler realistische Ziele. Zuerst will er die Lehre abschliessen und die Rückrunde spielen, danach werde man sehen. Von Vereinen wie Chelsea oder Bayern München träumt er trotzdem: «Das wünscht sich jeder Fussballer.»