Sechs Spiele haben die Zweitligisten absolviert. Damit ist bereits mehr als die Hälfte der Vorrunde vorbei. Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Das einzige noch punktlose Team ist nicht überraschend der Aufsteiger HNK Croatia. Knapp war lediglich die Partie gegen Bellach in der dritten Runde (0:1). Ansonsten blieben die Stadt-Solothurner chancenlos: 0:4 gegen Lommiswil, 1:7 gegen die zweite Mannschaft des FC Olten, 0:6 gegen Iliria, 1:7 gegen Trimbach und zuletzt ein 2:7 gegen Biberist. Die Kroaten kassierten 32 Gegentore in 6 Spielen und trafen bislang erst viermal.

In Reichweite des Liga-Schlusslichts befinden sich aktuell nur Oltens «Zwöi» und der SC Blustavia mit je drei Punkten. «Blusti», in der Vorsaison noch mit einer überzeugenden zweiten Saisonhälfte, startete mit fünf Niederlagen in Serie in die neue Meisterschaft. Gegen den formstarken FC Härkingen gelang am Samstag endlich der erste Sieg. Nun warten auf die Mannschaft von Trainer Arben Gjidoda die wegweisenden zwei Duelle gegen die Aufsteiger Olten II und Croatia. Vor diesem Trio komplettieren Bellach, Mümliswil und Trimbach auf den Plätzen sieben bis neun die zweite Ranglistenhälfte der 2. Liga.

Härkingen mit grossem Sprung

Die grösste Überraschung in den Top Sechs ist der viertplatzierte FC Härkingen. In der vergangenen Saison musste Bruno Büttikers Elf noch mit dem drittletzten Platz vorliebnehmen, jetzt steht der FC Härkingen mit vier Siegen aus sechs Spielen da – darunter ein Auswärtserfolg beim FC Biberist, dem Absteiger aus der 2. Liga inter. Für diesen war das 2:3 gegen Härkingen die bisher einzige Niederlage. Der FC Biberist liegt auf dem zweiten Platz, punktgleich dahinter folgt der wieder erstarkte FC Iliria. Grenchen (5.) und Lommiswil (6.) runden die erste Tabellenhälfte ab.

Der Spitzenreiter Fulenbach ist das einzige Team, das noch ungeschlagen ist. Was nicht erstaunt, schliesslich beendete der SCF die letzten vier Saisons jeweils auf dem zweiten Platz. Am ersten Spieltag wiesen die Fulenbacher, die neu von Alain Roussel sowie Silvio Capaldi gecoacht werden, gleich den Aufstiegsaspiranten FC Grenchen 15 mit 2:0 in die Schranken. Nach vier weiteren Siegen gab der SCF vor drei Tagen gegen Bellach erstmals Punkte ab – 2:2 Unentschieden. Der Vorsprung der Fulenbacher auf die ersten Verfolger beträgt drei Zähler.

«Die beste Lösung»

Mit Simon Affentranger und Fabian Wyss verlor der SC Fulenbach am Ende der Saison 2017/18 zwei wichtige Goalgetter der vergangenen Jahre. Wer soll die fehlenden Tore wettmachen? Dies die wichtigste Frage auf dem Sportplatz Bad vor der Saison. Die Antwort lautet: Dzenis Poljak. Der heute 18-Jährige verliess seinen Stammverein SC Fulenbach mit zwölf und spielte in der Folge drei Jahre lang in der Nachwuchsabteilung des FC Solothurn (U13 bis U16). Es folgte eine Saison bei der U17 des FC Basel. In dieser wurde Poljak allerdings vom Verletzungspech verfolgt. Er fiel in der Rückrunde sechs Monate aus. Die bisher schwierigste Zeit seiner Karriere.

Sein Comeback auf dem Rasen gab er letzte Saison bei den A-Junioren des FC Solothurn, im Sommer folgte dann die Rückkehr zum SC Fulenbach. Weil er bei den Aktiven Erfahrungen sammeln will und seine Zeit momentan aufgrund seiner Ausbildung limitiert ist. Poljak befindet sich im letzten Jahr seiner Ausbildung zum Informatiker. «Der SCF ist für mich die beste Lösung, ich wohne nur eine Minute vom Fussballplatz entfernt. Das erspart mir viel Stress», sagt er. Diverse Spieler kannte er natürlich schon von seiner Zeit als Junior beim SCF. Trotzdem war er überrascht nach dem ersten Training: «Das Niveau ist viel höher, als ich es erwartet hätte. Vor allem der Kampfgeist des Teams ist aussergewöhnlich. Ich habe jetzt zwar weniger Trainings, die sind qualitativ aber besser. Mit Alain Roussel haben wir einen super Trainer.»

«Das Gegenteil gezeigt»

Dieser funktionierte den gelernten Sechser in der Saison-Vorbereitung zum Stürmer um. Mit grossem Erfolg und Ertrag: Dzenis Poljak traf bis jetzt in jedem Spiel. Elf Tore hat er bereits auf dem Konto. «Ich habe gehofft, dass ich viel zum Einsatz komme. Dass ich fast immer durchspiele und so oft treffe, hätte ich nicht erwartet.» Poljak feierte im SCF-Fanionteam einen Einstand nach Mass. Das Startspiel gegen Grenchen entschied er mit einem Doppelpack. Im zweiten Spiel gegen Mümliswil traf er erneut doppelt, beim 7:2 gegen Blustavia steuerte er das zwischenzeitliche 5:1 bei. Eine Woche später landete er gegen Lommiswil gar seinen ersten Hattrick. Beim 6:0 gegen Olten II war er wieder zweimal erfolgreich und am letzten Sonntag brachte er den SCF gegen Bellach vom Penaltypunkt aus in Front.

Am Ende hiess es 2:2. «Hauptsache nicht verloren», kommentiert er die ersten abgegebenen Punkte. Er hofft, dass sein Lauf und der seiner Mitspieler anhält. «Dann können wir ein Wort um den Aufstieg mitreden.» Simon Affentranger war im Vorjahr mit 25 Toren der Topskorer der Liga. Gut möglich, dass die Torjäger-Trophäe in Fulenbach bleibt. «Das hat sicher nicht Priorität. Aber ich würde mich freuen, wenn ich meine Leistung bis zum Saisonende durchziehen könnte.» Unter Druck fühlt sich Poljak nicht. Die Konkurrenten hätten den SC Fulenbach nach den Abgängen im Angriff wohl schwächer erwartet. «Aber wir haben das Gegenteil gezeigt.»