Eishockey
Völlig unnötig: Olten kassiert Pleite der ganz ärgerlichen Sorte

Ein relativ uninspirierter EHC Olten lässt in Martigny alle drei Punkte liegen – und verliert als NLB-Leader gegen die Walliser mit 1:2. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich, initiiert vom Verteidigerpaar Pargätzi/Ganz, änderte nichts am Spielstand.

Michael Forster
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Im Hintertreffen: Olten mit Remo Hirtz (r.) war meist einen Schritt zu spät.

Im Hintertreffen: Olten mit Remo Hirtz (r.) war meist einen Schritt zu spät.

Bereits vor dem Anpfiff zum vierten Vergleich zwischen dem Aufsteiger und dem Leader der NLB zeichnete sich ab, dass der Aussenseiter wohl vorwiegend mit nur einem Ausländer spielen würde. Anstelle des gesperrten Topskorers Ryan MacMurchy führte Martigny einen gewissen Dmitrijs Kornilovs auf dem Matchblatt. Einen Letten, der in dieser Saison in der höchsten lettischen Liga in vier Spielen 56 Strafminuten kassierte und danach in die Schweiz zum HC Sarine wechselte, einem Verein aus der 2. Liga, dort aber bislang ohne Einsatz blieb. Allein, die gut 800 Fans sollten den 30-Jährigen während der ganzen Partie nicht zu Gesicht bekommen: Martigny spielte nämlich mit Sirokovs als einzigem Ausländer durch.

Was Kornilovs von der Bank aus zu sehen bekam, war nicht gerade berauschend. Was sich insbesondere die Gäste in den ersten gut 30 Minuten an Fehlern und Ungenauigkeiten leisteten, hätte beinahe zum Verlust von zwei Partien gereicht. Auch die Partie begann schon beinahe traditionell schlecht: Malgin nutzte einen unglücklichen Abpraller Kropfs in der 6. Minute zum 1:0. Dabei bliebs dann auch für lange Zeit.

Wie hilflos sich das Ganze auf dem Eis präsentierte, zeigten zum Beispiel die Powerplaymöglichkeiten der beiden Teams. Doch Torgefahr war selbst in dieser Phase Fehlanzeige. Während eine erfolgreiche Oltner Überzahl meistens an einem Fehlzuspiel scheiterte, übte sich Martigny in einer Art Standhockey. Ohne Bewegung liessen sie den Puck unter den fünf Spielen kursieren und damit die Sekunden zerrinnen. So auch zum Ende des mittleren Abschnitts, als sie nicht einmal Anstalten machten, vor der zweiten Pause noch einen Schuss auf Kropf abzugeben – plötzlich ertönte die Sirene und die Spieler begaben sich zum Tee.

Dass die Strafe gegen Fretter, der wegen übertriebener Härte die Strafbank drückte, im dritten Drittel noch 58 Sekunden weiterlaufen würde, konnte die Anhänger der Gäste also nicht gross beunruhigen – sie erinnerten sich vielmehr der 22 gewonnenen letzten Drittel ihrer Mannschaft, und erhofften sich auch an diesem Abend endlich eine Reaktion auf die vorangegangene eishockeytechnische Magerkost. Dabei schien der erste Schritt zur Besserung gemacht: Der EHCO setzte sich in Unterzahl im gegnerischen Drittel fest, doch Wüst verfehlte seinen zweiten Shorthander der Saison ganz knapp. Ehe die Gäste aber wieder einen Abschluss auf ihrem Konto verbuchen konnten, mussten sie froh sein, um den zweiten Verlusttreffer herumgekommen zu sein. Kropf wehrte zweimal bravourös gegen Dähler, ehe Schwarzenbach die klarste Möglichkeit der gesamten gespielten 46 Minuten und acht Sekunden vergab. Unverständlich, wie er den Querpass von Linienkollege Sertich nicht am geschickt verschiebenden Goalie Lory vorbeibrachte. Aber irgendwie passte die Szene auch zum gestrigen Abend, an welchem so lange so wenig zusammenpassen wollte. Immerhin traten die Oltner jetzt dominanter auf, verbrachten mehr Zeit im gegnerischen Drittel, mussten sich aber immer wieder in mühsames Kleinkleinspiel gegen sehr aufsässig verteidigende Gastgeber verwickeln lassen. So war der Ausgleich dem Verteidigerpaar Pargätzi/Ganz vorbehalten, wobei Ersterer den Schuss von der blauen Linie entscheidend ablenkte.

Die Wende? Nein. Ein «Sirakovs-Volley» läutete die chancenmässig turbulente Schlussphase ein, in welcher die Einheimischen das bessere Ende für sich behielten. «Mit nur einem Tor gewinnt man selten ein Spiel», brachte EHCO-Trainer Scott Beattie die Leistung seiner Mannen nach den 60 Minuten auf den Punkt.

Patinoire Municipale. - 809 Zuschauer. - SR: Mollard, Blatter/Schmid. - Tore: 6. Malgin (Stephan, Bartlome) 1:0. 49. Pargätzi (Ganz) 1:1. 59. Iglesias (Rimann, Ulmer/Ausschluss Aeschlimann) 2:1. - Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Martigny, 7-mal 2 Minuten gegen Olten.

Martigny: Lory; Ryser, Flückiger; Sutter, Iglesias; Maret, Stephan; Kornilows; Wirz, Sirokovs, Ulmer; Spolidoro, Siritsa, Dähler; Grezet, Rimann, Depraz; Bartlome, Diem, Malgin.

Olten: Kropf; Meister, Marolf; Aeschlimann, Pargätzi; Ganz, Studer; Fretter, Marcon, Truttmann; Krebs, Tschuor, Wüst; Hirt, Sertich, Schwarzenbach; Wüthrich, Annen, Grassi; Vogt.

Bemerkungen: Martigny ohne Vermeille, Posse, Portmann (alle verletzt) und MacMurchy (gesperrt), dafür erstmals mit Alban Rexha (mittels B-Lizenz von den SCL Tigers) sowie dem Letten Dmitrijs Kornilovs (vom 2.-Ligisten Sarine!); Olten ohne Schnyder, Haldimann, Schild, Parati (alle verletzt), Lorenz und Steiner (beide überzählig). Lory und Kropf als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. Olten ab 58:50 bis zum Ende ohne Torhüter. 59:47 Timeout Olten.