Volleyball
Schönenwerd verpasst Finaleinzug – als Trost bleibt immerhin der Cupfinal

Ernüchterung für die Schönenwerder im Playoff-Halbfinal: Sie verlieren auch das Rückspiel in drei Sätzen und scheitern am Ende klar an Chênois. Nun wartet am Samstag der Cupfinal auf das Team von Trainer Liam Sketcher, danach spielen die Schönenwerder gegen Lausanne um Platz drei in der Meisterschaft.

Raphael Wermelinger
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Die dritte Niederlage im zwölften Spiel in diesem Jahr lässt die Titelträume der Schönenwerder platzen.

Die dritte Niederlage im zwölften Spiel in diesem Jahr lässt die Titelträume der Schönenwerder platzen.

Jörg Oegerli

Ein Ass von Chênois-Topscorer Strahinja Brzakovic brachte die Entscheidung im Playoff-Halbfinal. Die Genfer feierten ausgelassen, obwohl sie erst zwei Sätze gewonnen hatten – eine Kuriosität der Golden-Set-Regel. Ernüchterung dagegen auf der Seite der Schönenwerder, die davor drei Satzbälle vergeben hatten. Und somit auch ihre letzte Chance auf den Einzug in den Final. Trotz einer klaren Steigerung im Vergleich zum Hinspiel unterlag Schönenwerd erneut, ohne einen Satz zu gewinnen.

Das Hinspiel am vergangenen Samstag war für die Schönenwerder in eine Fehlerorgie ausgeartet. Nicht weniger als dreissig Punkte schenkten sie den Genfern, welche ihrerseits zwanzig Fehler produzierten. Schönenwerd gelang nach einer dreiwöchigen Spielpause wegen eines Coronafalls zu wenig. Nur vier Blocks gegenüber neun der Genfer, nur ein Ass und kein Spieler, der im Angriff eine Abschlussquote von mehr als fünfzig Prozent erreichte. «Es war ein sehr schlechtes Volleyballspiel. In einem Halbfinal darf man von beiden Teams mehr erwarten», hatte Schönenwerds Sportchef Bujar Dervisaj das Hinspiel kommentiert.

Im Rückspiel am Mittwochabend konnten die Schönenwerder ihre Fehlerquote verringern, leisteten sich im ersten Satz aber immer noch mehr Aussetzer als der Gegner. Und sie blieben mit ihren Angriffen öfter am Block hängen. German Johansen und Luca Ulrich, die mit je sieben Punkten dafür sorgten, dass ihr Team lange Zeit vorne lag im Startsatz, scheiterten in der Schlussphase unmittelbar hintereinander am Block der Genfer – 19:21. Schönenwerd kämpfte sich nochmals heran, doch ein Service- sowie ein Angriffsfehler von Johansen und zwei Punkte von Genfs Topscorer Brzakovic führten zu einem 25:22 für das Heimteam.

Obwohl sie gerade den vierten Satz in Serie verloren hatten, bestand bei den Schönenwerdern immer noch ein Funken Hoffnung. Auch ein Sieg in vier Sätzen hätte sie in den entscheidenden Golden Set gebracht. Doch es sollte einfach nicht sein. In Satz zwei, in dem das Niveau bei beiden Teams wieder merklich ab- und die Fehlerquote zunahm, führte Schönenwerd zwischenzeitlich mit vier Punkten. Erst dank einer guten Serviceserie von Aussenangreifer Jakub Urbanowicz und vier Punkten in Folge schaffte Chênois den Ausgleich (22:22). Trotzdem kam «Schöni» kurz darauf zu seinen ersten beiden Satzbällen. Den ersten wehrte Genfs zweitbester Punktesammler Jovan Djokic ab, beim zweiten blieb Johansen am Block hängen (24:24). Der Pole Stanislaw Wawrzynczyk bescherte Schönenwerd danach mit dem erfolgreichen Sideout den dritten Satzball. Der Service der Gäste landete aber im Netz und nach dem Punkt von Djokic hiess es Satzball für die Genfer. Brzakovic nahm Mass und setzte seinen Aufschlag genau auf die Linie – das 27:25 und die Entscheidung für die Genfer.

Damit war die Luft draussen bei den Schönenwerdern. Gleich mit 16:25 gaben sie den dritten, nicht mehr relevanten Satz ab. Der Playoff-Final findet ohne die Solothurner statt. Als Trostpflaster bleibt der Cupfinal am Samstag gegen Jona. Ob die Schönenwerder im zweiten Anlauf endlich ihren ersten Pokal stemmen können, hängt auch davon ab, wie das Team mit dem ernüchternden Halbfinal-Aus umgeht. Nach dem Cupfinal ist die Saison für die Schönenwerder allerdings nicht vorbei. Sie spielen noch gegen Lausanne um die Bronzemedaille.