Frauenteam
Volley Solothurn liebäugelt mit dem Ligaaufstieg

Mit dem zweiten Platz in der Gruppe B der 1. Liga konnte sich das Frauenteam für die Aufstiegsspiele zur Nationalliga B qualifizieren. Am Sonntag um 16 Uhr geht es nun in der Baseltorhalle um den Einzug in die zweite Runde.

Hans Peter Schläfli
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Volley Solothurn
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Passeuse Dünya Kilic (10) lanciert die Aussenangreiferin Janina Riner (7).
Isabelle Bobst (9) und Dünya Kilic (10) blocken erfolgreich den Angriff von Cheseaux.
Monika Allemann bei der Service-Annahme
Gerd Müller, Präsident Volley Solothurn

Volley Solothurn

Gerd Müller

Dem Frauenteam von Volley Solothurn läuft es sehr gut. Sogar der Aufstieg in die Nationalliga B ist noch möglich – auch wenn die Aufgabe nach der klaren Niederlage im ersten Aufstiegsspiel schwierig geworden ist. «In Cheseaux lief es uns nicht wie gewünscht», sagt Captain Isabelle Bobst. «Wir waren alle etwas enttäuscht. Dieser Gegner wäre zu knacken gewesen, aber wir konnten nicht unsere beste Leistung abrufen.»

So gewannen die Waadtländerinnen ihr Heimspiel 3:0 (25:21, 25:20, 25:16). In die zweite Runde der Aufstiegsspiele vorzustossen, ist damit zu einer fast unlösbaren Aufgabe geworden. Die Solothurnerinnen müssten nun ebenfalls 3:0 gewinnen und dabei weniger Punkte für die Gegnerinnen zulassen. «Es wird schwierig, aber wir werden nochmals alles geben», sagt Bobst. «Wir wollen besser spielen als letztes Wochenende und Spass haben. Vielleicht gelingt uns so die Überraschung doch noch.»

«Ein Aufstieg wäre für den Verein kein Problem», versichert Präsident Gerd Müller. Da gebe es einige Verstärkungen, die interessiert wären, mit Volley Solothurn in der Nationalliga B zu spielen. Es müsse nicht unbedingt jetzt sein, aber vielleicht nächste oder übernächste Saison. «Für die NLB müssten wir uns sicher etwas verstärken», stimmt Isabelle Bobst dem Vereinspräsidenten zu.

Und Libera Monika Allemann meint: «Für die Region wäre es gut, wenn wir ein Team in der Nationalliga B hätten.» Sie stammt aus Welschenrohr, lebt in Egerkingen und hat früher mit Schönenwerd in der NLB gespielt. «Man muss sich die sportlichen Ziele immer etwas höher stecken. Ich würde die Herausforderung jedenfalls annehmen, wenn uns der Aufstieg gelingen sollte.»

Doppelte Hallenmiete als Problem

Während es also Volley Solothurn sportlich gut läuft, bereiten die hohen Hallengebühren dem Verein mit insgesamt 11 Teams und 163 Mitgliedern grosse Sorgen. Rund ein Viertel der Ausgaben macht derzeit alleine diese Miete aus. Ein Vergleich: Für eine Stunde pro Woche verlangte die Pädagogische Hochschule FHNW im «Semi» bisher pro Jahr 625 Franken. Langenthal verlangt für eine vergleichbare Halle gerade einmal 150 Franken. Auch die Stadt Solothurn ist nicht günstig und will für eine Stunde pro Jahr in der Baseltorhalle 240 Franken. «Mit diesem Preis können wir leben, wir wollen die Infrastruktur nicht gratis haben», sagt Müller zu diesem Preis.

Nun wird der «Sozialtarif» für die Halle im Semi aber auf satte 1200 Franken erhöht. Die FHNW, die den ganzen Campus langfristig gemietet hat, steht gegenüber den vier beteiligten Kantonen in der Pflicht und muss bei der Weitervermietung der Halle mindestens die Kosten decken. Müller beschreibt die Verhandlungen um eine Preissenkung so: «Die Verantwortlichen beim Kanton Solothurn und bei der FHNW sind verständnisvoll, aber sie betonen immer wieder, dass ihnen vertraglich die Hände gebunden sind und sie uns nicht entgegenkommen können.»

Tradition ist gefährdet

Fünfmal so viel wie im Baseltor oder sogar achtmal so viel wie in Langenthal zu zahlen, das sei für Volley Solothurn nicht mehr tragbar. «Bei einem solchen Preis wären wir nach zwei Jahren pleite», meint der Vereinspräsident. Man schaue sich nach einer anderen Lösung um – eventuell sogar in den Nachbardörfern, erklärt Gerd Müller. «Seit es diese Halle gibt, wird im Semi Volleyball gespielt. Als echter Solothurner würde ich es schade finden, wenn diese Tradition wegen politischen Geplänkeln zu Ende gehen müsste.»