Volleyball NLA
Volley Schönenwerd nimmt die Luzerner Festung ein

«Schöni» gewinnt auch das zweite Spiel gegen das Überraschungsteam der NLA und erobert den zweiten Tabellenplatz.

Raphael Wermelinger
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Der Kroate Fran Peterlin war der drittbeste Punktesammler der Schönenwerder.

Der Kroate Fran Peterlin war der drittbeste Punktesammler der Schönenwerder.

Remo Fröhlicher

In der zweiten NLA-Saison der Klubgeschichte sorgte Volley Top Luzern bisher mächtig für Aufsehen. Das mit nur einem einzigen Ausländer gespickte Team hielt nicht nur mit den Spitzenklubs der Liga mit, sondern ärgerte diese gar ein ums andere Mal.

So auch die Schönenwerder, die das erste Aufeinandertreffen Ende Oktober nach einer 2:0-Führung nach Sätzen erst im Tiebreak für sich entscheiden konnten. Ein grosser Trumpf der Innerschweizer ist deren Heimstärke. Luzern hatte die bisherigen fünf Spiele vor eigenem Anhang allesamt gewonnen.

Diese Serie konnten die Schönenwerder am Sonntag am 10. Spieltag brechen. Nach dem diskussionslosen 3:0-Sieg gegen Lausanne in der Vorwoche starteten die Niederämter auch in Luzern dominant. Der Gastgeber Luzern, der am vergangenen Wochenende gegen den Tabellenvorletzten Jona verloren hatten, sah sich schon bei der ersten Auszeit mit einem Fünf-Punkte-Rückstand konfrontiert.

Zwischenzeitlich stand es gar 13:20 aus Luzerner Sicht. Doch dann bewiesen die Innerschweizer, wieso sie in dieser Saison ein unangenehmer Gegner sind: Das Heimteam steckte nie auf, startete dank cleveren Punkten eine Aufholjagd und kam bis auf 20:22 heran. «Schöni» zog den Kopf gerade noch aus der Schlinge und holte sich den wichtigen Startsatz. Diese Prozedur sollte sich im weiteren Spielverlauf indes wiederholen.

Der zweite Durchgang war ausgeglichen. Luzern lag grösstenteils vorne, jedoch nie mit mehr als zwei Punkten Vorsprung. Mit einem Service-Winner erzielte Diagonalangreifer Willimann das 21:19 für die Blauweissen. Diesen Vorsprung verwalteten die Luzerner mit einem guten Sideout-Spiel und glichen die Partie aus. Im dritten Satz schien das Spiel dann völlig zu kippen, als Luzern auf 12:9 vorlegte.

Doch mit Peterlin am Service und sieben Punkten in Serie verwandelten die Schönenwerder den Rückstand in eine 17:13-Führung. Die Innerschweizer liessen sich aber erneut nicht entscheidend distanzieren und kämpften sich zum 23:23 zurück. Es folgte ein schier nicht enden wollender Ballwechsel.

Erst im dritten Anlauf versenkte Schönenwerd-Topskorer Rocamora den Ball schliesslich zum 24:23 für seine Farben. Der Spanier brachte die Annahme des Heimteams mit dem anschliessenden Aufschlag mächtig unter Druck und Peterlin vollendete zum 2:1 nach Sätzen für Volley Schönenwerd.

Im vierten Satz lagen die Gäste nach einem Block von Hofstede gegen Willimann und einem Ass von Kollo schnell mit 13:9 in Front. Mit einer 16:10-Führung für „Schöni“ gings in die zweite Auszeit.

Dann das letzte Aufbäumen der Luzerner: drei Punkte in Serie zum 13:16, kurz darauf gar vier Punkte hintereinander zum 18:19. Schönenwerd hatte den Dreier noch nicht im Trockenen. Mit einem Block gegen Rocamora gingen die Luzerner noch einmal in Führung (22:21). «Schöni» war gefordert und bewies erneut Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Momenten: Rocamora mit dem Sideout zum Ausgleich, ein Angriffsfehler der Luzerner und ein herrlicher Doppelblock von Hänggi und Rocamora sorgten für den ersten Matchball der Gäste.

Diesen wehrte Luzerns Topskorer Lipscombe ab, doch Hensler spedierte den nächsten Aufschlag ins Netz und bescherte den Schönenwerdern damit den Sieg. Die besten Punktesammler der Gelbschwarzen waren Rocamora (17 Punkte), Kollo (16) und Peterlin (13).

Schönenwerd bodigte nicht nur die Festung Bahnhofhalle Luzern. Dank des vierten Siegs aus den letzten fünf Spielen eroberten die Niederämter auch den zweiten Tabellenplatz hinter Meister Amriswil. Am Mittwoch trifft «Schöni» zu Hause auf Chênois. Es ist die letzte Meisterschaftspartie im Kalenderjahr 2016.

Telegramm:

Luzern – Schönenwerd 1:3

Bahnhofhalle. – 237 Zuschauer. – SR: Fanio, Faye. – Satzresultate: 20:25 (24‘), 25:23 (26‘), 23:25 (27‘), 23:25 (24‘).

Luzern: Harksen, Müller, Häfliger, Hensler, Willimann, Lipscombe, Gautschi (Libero); Häfelfinger, Wicki.

Schönenwerd: Kollo, Hofstede, Chevallier, Hänggi, Peterlin, Rocamora, Fischer (Libero); Dervisaj, Mika.

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