Volleyball

Volley Schönenwerd erfüllt ihm seinen Traum

Stehend (von links): Monika Prader (Sekretariat), Philipp Noever (Präsident), Rainer Vassiljev (Trainer), Verro Indrek (Assistenztrainer), Daniel Rocamora, Leon Dervisaj, Simon Hofstede, Christoph Hänggi, Roland Häfliger (Geschäftsführer NLA), Daniel Bühlmann (Sportchef), Monika Allemann (Managerin). Sitzend von links: Kristo Kollo, Dominic Häfliger, Irian Mika, Julian Fischer, Leandro Gerber, Mathis Jucker, Yves Roth.

Stehend (von links): Monika Prader (Sekretariat), Philipp Noever (Präsident), Rainer Vassiljev (Trainer), Verro Indrek (Assistenztrainer), Daniel Rocamora, Leon Dervisaj, Simon Hofstede, Christoph Hänggi, Roland Häfliger (Geschäftsführer NLA), Daniel Bühlmann (Sportchef), Monika Allemann (Managerin). Sitzend von links: Kristo Kollo, Dominic Häfliger, Irian Mika, Julian Fischer, Leandro Gerber, Mathis Jucker, Yves Roth.

Nach drei Titeln in der Heimat sieht der Este Rainer Vassiljev (34) Volley Schönenwerd als ideales Sprungbrett.

Mit seinen 1,77 fehlten Rainer Vassiljev die nötigen Zentimeter, um auf eine Karriere als Volleyballprofi zu setzen. Obwohl er bereits mit sieben Jahren erstmals spielte und es später ins Junioren-Nationalteam von Estland schaffte. Der heute 34-Jährige blieb ob seiner Körpergrösse realistisch und konzentrierte sich schon früh auf die Laufbahn als Trainer.

Zwischen 2004 und 2008 liess er sich daher an der Universität von Tartu zum Headcoach ausbilden. Während des Studiums begann er, beim Klub Pere Leib Tartu verschiedene Nachwuchsteams zu trainieren, danach war er Assistent beim Fanionteam und ab 2009 schliesslich Headcoach.

«Für meinen Entscheid, die erste Mannschaft von Tartu zu übernehmen, bekam ich damals zehn Minuten Bedenkzeit», erinnert sich Rainer Vassiljev. «Für mich als 26-Jährigen war es eine schwierige Situation, aber auf der anderen Seite auch eine sehr interessante Herausforderung. Etwa sieben Spieler des Kaders waren damals älter als ich.»

Sein Mut zahlte sich aus: Er blieb vier Jahre lang Trainer bei Tartu und verabschiedete sich mit dem Gewinn seines ersten estnischen Meistertitels. Nach einer Saison in seiner Heimatstadt Rakvere wechselte er 2014 zu Selver Tallinn. Mit den Hauptstädtern wurde Vassiljev, der seit 2011 auch Assistenztrainer von der Nationalmannschaft Estlands ist, in den letzten zwei Saisons jeweils Meister.

Initiierte seinen Wechsel selber

Der Entscheid, die Spielerkarriere früh für den Trainerjob zu opfern, habe sich rückblickend ausbezahlt, sagt er: «Sonst hätte ich sicher niemals diese Chance in der Schweiz bekommen.» Den Wechsel ins Ausland sieht Vassiljev als nächsten grossen Schritt seiner Karriereleiter: «Es war schon immer mein Ziel, mal ausserhalb von Estland Trainer zu sein.»

Initiiert hat er den Wechsel zu Volley Schönenwerd selbst. Denn ein estnischer Trainer schaffe es kaum auf den Radar ausländischer Vereine. Dies gelte auch für einen dreifachen Meister. So liess Vassiljev denn seine Beziehungen spielen.

Über Landsmann Kristo Kollo, der seit der letzten Saison bei Volley Schönenwerd in der NLA spielt, kam schliesslich der Kontakt zu den Niederämtern zustande, die sich nach dem dritten Schlussrang 2016/17 von Trainer Zharko Ristoski trennten.

Als Assistenztrainer war Vassiljev Ende August noch mit der estnischen Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Polen und belegte den elften Platz. Seit etwas mehr als einem Monat ist er nun in der Schweiz – zum ersten Mal überhaupt in seinem Leben. Alles sei «nice» und «fabulous» hier, sagt er in nahezu perfektem Englisch. In den Schweizer Städten und Dörfern sehe es ähnlich aus wie daheim, trotzdem gebe es einen grossen Unterschied zu Estland: «Schönenwerd ist bereits höher gelegen als unser höchster Berg, das ist ziemlich neu für mich», sagt er lachend.

Sehr junge Spieler im Team

Dafür gebe es Parallelen, was die Mannschaft von Volley Schönenwerd und diejenige seines letzten Arbeitgebers angeht: «Wir haben viele noch sehr junge Spieler. Sieben oder acht sind nach 1996 geboren.» Doch diese Situation sei für ihn nicht neu. Bei Selver Tallinn habe er zuletzt ebenfalls mit einem extrem jungen Team gearbeitet. «Ich will den Jungs helfen, besser zu werden und dass sie ihre Ziele als Volleyballer erreichen können», sagt der 34-Jährige.

Vassiljev beschreibt sich als Trainer, der stets das Gespräch sucht mit den Spielern: «Ich habe immer ein offenes Ohr für sie. Mich interessiert auch, ob sie Probleme in der Schule, bei der Ausbildung oder bei der Arbeit haben und was sie sonst noch beschäftigt.» Als Unterstützung hat er Verro Indrek mitgenommen, der in den letzten zwei Saisons bereits sein Assistent in Tallinn war. «Er wird dafür sorgen, dass die Spieler gesund bleiben.»

Da er die Hauptkonkurrenten Amriswil und Näfels oder auch Lausanne, den Gegner am Sonntag zum Saisonauftakt, noch nicht im Detail kenne, sei es schwierig, ein Saisonziel zu formulieren. «Wenn wir unseren Job machen, müssen wir uns um die Ziele keine Sorgen machen», stellt er aber klar. «Für mich sind Medaillen und Pokale nicht das Wichtigste, sondern dass die Spieler nach der Saison sagen können, sie hätten sich weiterentwickelt. Wenn dies der Fall ist, bin ich auch glücklich.»

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