Die Saison im Schweizer Volleyball ist seit gut zwei Monaten zu Ende. Nicht für die Oltnerin Laura Sirucek. Die 23-Jährige bereitet sich in Zürich mit der Nationalmannschaft für die vom 6. bis 14. September stattfindende Heim-EM vor. Das Team befindet sich im Endspurt einer langen Vorbereitungsphase. Seit 2010 läuft das vom NLA-Klub Volero Zürich getragene Projekt «Road to EM 2013». Die Idee dahinter: Bei der erst dritten Teilnahme an einer Europameisterschaft eine konkurrenzfähige Equipe ins Zürcher Hallenstadion zu schicken. Wie bereits in den vergangenen zwei Jahren absolvieren die besten Schweizer Volleyballerinnen auch heuer von Mai bis August die Nationalteam-Saison – zwei Trainingseinheiten pro Tag, ein Tag pro Woche frei. Dazu Länderspiele und Turniere.

Zwei ansprechende Auftritte

«Es ist kaum möglich, in knapp vier Jahren an das Niveau der europäischen Spitzenteams heranzukommen», äussert sich Laura Sirucek im Hinblick auf die EM. Das grosse Ziel ist der dritte Platz in der Vierergruppe und damit der Einzug in die Achtelfinals. Anhaltspunkte über den aktuellen Formstand des Teams gaben zwei Turniere, die im letzten Monat auf dem Programm standen. In Belgien überstanden die Schweizerinnen die erste Runde der Qualifikation für die WM 2014 – dank Siegen gegen Portugal und Nordirland. Aufgrund der Niederlage gegen Gastgeber Belgien wurde der direkte Vorstoss in die dritte Runde verpasst. «Wir haben unsere Erwartungen erfüllt, das Erreichen der zweiten Runde war Pflicht», blickt Sirucek zurück. «An Belgien wollten wir uns messen, aber das ist leider in die Hose gegangen. Mit einer Leistung wie in Montreux wäre sicher mehr drin gelegen», fügt die 1,80 Meter grosse Biologie-Studentin hinzu.

Klare Resultate gegen die Weltspitze

Am traditionellen Volley Masters in Montreux mass sich die Frauen-Nati mit der absoluten Weltspitze. Trotz der drei 0:3-Niederlagen gegen Olympiasieger Brasilien, Weltmeister Russland und China war es für Laura Sirucek eine «tolle Erfahrung». «Viele haben im Vorfeld von peinlichen Klatschen gesprochen, aber wir haben gefightet, einander unterstützt und sind nicht untergegangen. Diese drei Spiele werden uns Selbstvertrauen für die nächsten Turniere geben».

Keine Badi-Stimmung

Die EM im September wird für Laura Sirucek der Höhepunkt einer sowieso schon sehr erfolgreichen Saison sein, welche sie mit Kanti Schaffhausen auf dem zweiten Platz abschloss. «Vor allem in den Playoffs haben wir eine gute Leistung abgerufen, aber Volero Zürich mit seiner individuellen Klasse war ein zu grosses Kaliber», lautet Siruceks Résumé. Persönlich habe sie sich gesteigert, obwohl sie einen Positionswechsel vollzogen hat. Aufgrund der Verletzung einer Teamkollegin wechselte Sirucek auf die Diagonal-Position. Damit auch die EM wunschgemäss verlaufen wird, ist noch viel Fleiss gefordert. Mehr als hundert Trainings, unter der Leitung von Svetlana Ilic, stehen bis am 6. September – erster Einsatz an der EM – noch in der Agenda. Einzig im Juli ist eine kurze Pause eingeplant. Dass die grosse Mehrheit ihrer Kolleginnen und -kollegen mittlerweile auf Sand umgestellt haben, stört Laura Sirucek nicht, obwohl sie auch schon in nationalen Beachvolleyball-Auswahlen war. «Die Beach-Turniere machen schon Spass, aber ich kann es mir nicht vorstellen, als Profi zweimal täglich im Sand zu trainieren.»