EHC Olten

Visp löschte das Oltner Strohfeuer

Visps Topscorer William Rapuzzi setzt sich gegen die beiden Oltner Remo Hirt (links) und Sami El Assaoui und Simon Schnyder (hinten) durch.

Visps Topscorer William Rapuzzi setzt sich gegen die beiden Oltner Remo Hirt (links) und Sami El Assaoui und Simon Schnyder (hinten) durch.

Bei der 2:5-Niederlage kamen im Kleinholz Achterbahn-Gefühle auf. Trotz drückender Überlegenheit verlor der EHC Olten letztendlich klar mit 2:5.

0:2 in Rückstand, mit 2:2 quasi mental in Führung und dann eine bittere 2:5-Abfuhr – der EHC Olten bot seinem Publikum gegen Visp, schön portioniert nach Dritteln, eine wahre Berg- und Tal-Fahrt. Halbwegs zufrieden konnte sich am Ende bei den Einheimischen höchstens Shayne Wiebe fühlen. Der EHCO-Kanadier bestätigte mit seinem 2:2-Ausgleich, dass seine Torflaute von 2014 tatsächlich beendet sein könnte. Getreu dem Motto „neues Jahr, neues Glück“ hatte Wiebe schon gegen Martigny den zweiten Treffer erzielt.

Dass der EHC Olten das Spiel überlegen gestaltet, auch wenn die Resultattafel etwas anderes aussagt, war für die Fans nichts Neues. Zweimal waren die Oltner ja schon zu Hause gegen die GCK Lions nach einem 0:3-Rückstand noch zu Punkten gekommen. So hatte auch die 0:2-Rücklage gegen den EHC Visp grundsätzlich wenig Beunruhigendes. Die Gegentore in der 6. Minute trübten anfänglich bloss Thomas Bäumles Comeback im Oltner Tor.

Die neue Nummer 2 unter Heikki Leime kam zu ihrem ersten Einsatz seit dem 11. Dezember und machte bei beiden Gegentreffern keinen glücklichen Eindruck. Beim 0:1 von James Desmarais glitt die Scheibe zwischen den Schonern über die Linie. Als Julian Schmutz 27 Sekunden später in der Mitte Freiheiten genoss und abdrückte, schien der Schuss nicht unhaltbar.

Wenn die Dominanz verpufft

Während des ganzen Spiels konnte sich der Walliser Goalie Matthias Schoder, der beim 0:2 einen Assist gutgeschrieben erhielt, mehr auszeichnen als sein Gegenüber. Er hielt seinen Kasten bis über die Halbzeit hinaus rein, obwohl er rund doppelt so viele Schüsse zu parieren hatte. Die Oltner kombinierten zwar gefällig, standen sich aber mit kleinen Patzern vor dem krönenden Abschluss oder traten nicht mit der letzten Entschiedenheit im Slot auf.

Die Visper Torversuche wirkten da kerniger, und die Oltner mussten sich in der 14. Minute bei Schmutz bedanken, der vor dem leeren Oltner Kasten eigentlich nur noch den Stock hinzuhalten brauchte, dass es nicht schon 0:3 hiess.

Im zweiten Drittel liessen die Gastgeber dem Team von Kim Collins weniger offensive Freiheiten. Sie konzentrierten sich nicht allein auf den puckführenden Gegenspieler, sondern waren als Kollektiv stärker am Rotieren. «Wir wollten die Beine mehr bewegen, und das haben wir auch gemacht», schilderte Thomas Studer das zwischenzeitliche Erfolgsrezept. Der Center der vierten Linie brach nach viel zu langen 33 Minuten endlich den Torbann.

Beim Auftakt des Mittelteils hatten die Oltner mit den Gästen fünf Minuten lange bei nummerischem Gleichstand Powerplay gespielt, auch das noch ohne greifbares Ergebnis. 24 Sekunden spielten die Oltner vergeblich in doppelter Überzahl, ehe Wiebe bei normalem Powerplay in der 38. Minute doch noch der Ausgleich glückte.

Das «Killertor» zum 2:3

Vom 2:2 an schienen die Platzherren trotz der vorherigen Ineffizienz alle Vorteile auf ihrer Seite zu haben. Doch sie verpatzten den Einstieg ins dritte Drittel auf unerklärliche Weise. Nach bloss 26 Sekunden realisierte Alain Brunold von der starken zweiten Angriffsformation der Gäste das 2:3. «Das war das Killertor», sagte Raffael Lüthi nach dem Match. «Schon wieder mussten wir einem Rückstand nachrennen, nachdem wir das Momentum eigentlich auf unserer Seite hatten», gab der linke Flügel der vierten Oltner Linie seiner Enttäuschung Ausdruck.

Der Rest der Partie passte wieder ins Schema, bevor die Oltner mit Scoren begonnen hatten. Bei beidseitigem Normalbestand drückten die Gastgeber dem Spiel den Stempel auf. Die Visper waren mit Kontern gefährlich, von denen einer in der 55. Minute zur Entscheidung durch Sandro Wiedmer führte. Das dritte Powerplay ab der 44. Minute sah eine Serie vergebener Oltner Chancen. Nicht anders bestürmten die Einheimischen Schoders Kasten in den beiden Schlussminuten mit zwei Mann mehr, ehe das 2:5 ins leere Oltner Gehäuse alle Hoffnungen zunichte machte.

Meistgesehen

Artboard 1