Vier Tore geschossen. Und das nicht in einem, sondern in fünf Spielen hintereinander. So sieht der Durchschnitt beim FC Grenchen aus. Fünf Siege in Serie gingen daraus hervor. «Natürlich kenne ich das Erfolgsrezept, aber ich behalte es geheim», scherzte Präsident Rolf Bieri im Stadionrestaurant. «Die Leute in Grenchen mussten lange auf eine solche Phase warten, und sie sollen das geniessen, solange es anhält. Im Augenblick geht alles auf, die Mannschaft passt zusammen, alle haben Spass und so kommt der Erfolg. Aber es werden auch wieder andere Zeiten kommen», mahnte er.

Vor ein paar Monaten wusste man nicht recht, ob es mit dem FC Grenchen überhaupt in der 1. Liga weitergehen kann, und jetzt legt diese neuformierte Mannschaft eine unglaubliche Serie hin. Max Rüetschli versucht in dieser Situation, den Ball flach zu halten: «Als Trainer darf man es sich nicht zu einfach machen und meinen, man wisse jetzt, wie der Erfolg zu erklären ist. Ich hatte immer ein gutes Gefühl, aber dass es dann gleich so läuft, das hat auch mich überrascht.»

«Technisch gute Fussballer»

Er denkt, dass es die Mischung in der Mannschaft ist. «Ich hätte gerne sechs Spieler von der letzten Saison behalten, aber nur drei wollten bleiben. Also mussten wir sehr viele Spieler kontaktieren. Das Ziel war es, auf jeder Position zwei technisch und spielerisch gute Fussballer zu haben. Wir wollten aber vor allem 22 hungrige Spieler. Wenn einer sagte, er möchte es etwas ruhiger nehmen und bei uns noch ein wenig in der 1.Liga spielen, dann haben wir es gleich sein gelassen.»

Normalerweise heisst es dann in solchen Situationen, ein neues Team müsse sich zuerst finden. «Ich sehe schon, dass viele Automatismen noch nicht funktionieren. Aber weil alles technisch gute Fussballer sind, können sie das immer wieder ausbügeln.» In der Defensive sei Sacha Stauffer einen grossen Schritt weitergekommen. «Dank ihm habe wir eine stabile Abwehr, aber wir müssen unbedingt noch kompakter werden. Aber vorne sind wir immer für ein Tor gut, weil das Umschalten auf den Angriff gut klappt.»

Für Max Rüetschli ist Dave Sanchez die positive Überraschung schlechthin. «Er hatte während zweier Jahre gesundheitliche Probleme und ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell möglich ist für ihn, wieder an die guten Leistungen von früher anzuknüpfen. Das war für ihn sicher nicht immer einfach und seine gute Einstellung hat mich gefreut.» Und wie beschreibt der Gelobte das Erfolgsrezept? «Wir sind eine gute Mannschaft, und wir haben einen guten Trainer.» Und als hätte Sanchez den Präsidenten gehört: «Jetzt geniessen wir das, solange es geht, es kommen auch wieder andere Zeiten.»

Heute das Derby

Im heutigen Derby gegen Wangen bei Olten (17 Uhr, Brühl) hofft Rüetschli auf den sechsten Sieg in Serie. «Ich wünsche meinem Freund Edvaldo Della Casa viel Erfolg in der 1. Liga – aber nicht gegen uns», blickt Rüetschli voraus. «Wir brauchen diese drei Punkte, damit wir danach mit einem Polster gegen die grossen Favoriten Münsingen und Baden und im Cup Köniz antreten können.»