Wenige Stunden bevor die Onlineanmeldung zum zweiten Wings For Life World Run schloss, knackte die Teilnehmerzahl die 90 000er-Marke – und die Zahl dürfte weiter ansteigen, da an den weltweit 35 Austragungsorten noch Nachmeldungen möglich sind. Olten kommt in den Genuss, nach der Premiere im Vorjahr zum zweiten Mal in Folge Austragungsort des World Runs zu sein.

Über 3800 Läuferinnen und Läufer werden die Strecke rund um Olten unter die Füsse nehmen, womit die letztjährige Teilnehmerzahl verdoppelt werden dürfte. Mit Botschafter Viktor Röthlin steht eine Schweizer Leichtathletiklegende am Start. Letztes Jahr noch, hatte der Marathonspezialist sein Rennen nach der olympischen Distanz beendet, dieses Jahr wird der EM-Goldmedaillengewinner wohl an sein Limit gehen.

Zumindest machte Röthlin letztes Jahr, als er noch trainingsmässig unterwegs war eine entsprechende Ansage: «Diesen Lauf kann ich noch nächstes Jahr zu Ende laufen». Wo dieses Ende liegen wird, ist auch morgen Sonntag die brennendste Frage: Wo wird der Catcher Car den am weitesten gelaufenen Läufer einfangen?

Verteidigt Kaminski den Titel?

Vor Jahresfrist hatte der Oltner Marco Kaminski bis über 56 Kilometern durchgehalten und somit die weltweit 34. weiteste Strecke zurückgelegt. «Ich hatte im letzten Moment entschieden teilzunehmen», war des gebürtigen Polen Teilnahme alles andere denn vorbereitet. Unerwartet kam Kaminskis Bestweite dennoch nicht, da er in den 90er-Jahren einer der besten Schweizer Marathonläufer war. Heute verspürt der 51-jährige Kaminski Achillessehnenbeschwerden und bestreitet daher kaum mehr Wettkämpfe.

Angezogen hat ihn der World Run, weil für einen guten Zweck gelaufen wird. «Es geht nicht um Geld», sondern, so Kaminski, «um Menschen». Ganz ohne Ehrgeiz gibt sich der einstige Spitzenläufer dennoch nicht, möchte er in diesem Jahr seine letztjährige Marke um ein paar Kilometer überbieten. Und er gibt zu: «Dieses Jahr bin ich ein bisschen besser vorbereitet». Lange Trainingseinheiten liegen für den Oltner allerdings nicht drin – «maximal zwei Stunden» – sei er unterwegs gewesen.

Aufgrund seines letztjährigen Triumphes gewährte der Veranstalter Kaminski für die diesjährige Ausgabe das Recht, aus den 35 Austragungsorten einen beliebigen Lauf zu seiner Teilnahme auszuwählen. Kaminski gab sich jedoch bescheiden und wählte Olten. «Als ich wusste, dass der Lauf wieder in Olten stattfindet, habe ich entschieden, in der Schweiz zu bleiben. Hier kenne ich die Strecke, die Gegend, alle meine Kollegen sind hier», begründet Kaminski den überraschenden Entscheid.

Viel Prominenz

Neben Viktor Röthlin werden mit Sven Riederer und Daniela Ryf (beide Triathlon) und der mehrfachen OL-Weltmeisterin Judith Wyder einige weitere prominente Athleten und Athletinnen erwartet. In Absprache mit den Organisatoren bieten Mitglieder der Laufgruppe Niederamt vor dem Start ein Aufwärmprogramm an, das auf der Bühne neben dem Startbereich um 12.35 Uhr beginnen wird.