2. Liga
Viel Action in der Nachspielzeit

Es war lange eines der Spiele, an denen wohl nur Fussballinstruktoren ihre helle Freude haben können. Gerlafingen und Blustavia spielten diszipliniert, gut organisiert und auf recht gutem Niveau.

Hans Peter Schläfli
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Blustavia-Goalie Igor Markovic klärt vor Gerlafingens Igor Pavlovic. hps

Blustavia-Goalie Igor Markovic klärt vor Gerlafingens Igor Pavlovic. hps

Solothurner Zeitung

Aber weil beide Seiten es nicht wagten, die taktischen Fesseln abzulegen, die ihnen ihre Trainer auferlegt hatten, fehlte es in der ersten Halbzeit an Action. Einzig in der 44. Minute musste sich Blustavias Goalie Igor Markovic strecken, um einen Gerlafinger Schuss in Corner zu lenken – ansonsten war wenig los, man neutralisierte sich im Mittelfeld.

Das änderte sich nach einer Stunde. Bei einem Freistoss wagte sich Igor Pavlovic nach vorne. Der Aussenverteidiger erhielt den Ball und schlenzte diesen schön ins lange Eck zum 1:0 für Gerlafingen. Die Platzherren machten danach weiter Druck und das 2:0 lag während zehn Minuten förmlich in der Luft. Blustavia reagierte mit der Einwechslung von Dario Balmer, einem dritten Stürmer, und die gefürchteten, überfallartigen Angriffe begannen endlich. Dan Brand und Tobias Morandi spielten sich mit einem herrlichen Doppelpass durch, und die lange Flanke konnte auf der anderen Seite Dasnim Sulejmani mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich verwerten.

Wenig später wollte Gerlafingens Goalie Samuel Willi einen Steilpass abfangen, wie er das zuvor mehrfach erfolgreich getan hatte. Aber Pascal Brunner war am rechten Flügel schneller und spitzelte den Ball irgendwie noch vor das Tor, wo Balmer aus zwei Metern zur Führung für Blustavia einschieben konnte. «Ich hatte unserem Goalie die Anweisung gegeben, dass er mitspielen und die Steilpässe abfangen soll, deshalb kann ich ihm jetzt keinen Vorwurf machen, wenn es einmal nicht geklappt hat», nahm Gerlafingens Trainer Mirko Recchiuiti diesen Treffer auf seine Kappe. Und er machte dem Gegner ein Kompliment: «Jeder weiss inzwischen, wie die Blustavia-Angriffe laufen, und trotzdem bekommt man sie nicht unter Kontrolle.»

Turbulente letzte Minuten

Während zehn Minuten schien nun Blustavia alles im Griff zu haben. Doch in der langen Nachspielzeit wurde es nochmals turbulent. Gerlafingen riskierte alles und sogar Rechtsaussen Reto Kirchhofer wagte sich nach vorne. Aus einem schon abgewehrt scheinenden Ball erzielte er mittels Diagonalschuss aus der Distanz noch das 2:2. Und beinahe hätte Gerlafingen sogar noch gewonnen: Bei einem Freistoss stürmten alle Blustavianer blind nach vorne, aber beim unvermeidlichen Konter versagten Ayhan Karakas in der 94. Minute alleine vor dem Tor der Gäste die Nerven. «Ein Punkt in Gerlafingen ist eigentlich ein gutes Resultat», analysierte am Ende Blustavias Trainer Reto von Flüeh. «Aber wenn man bis zur 93. Minute geführt hat, dann kann man eben nicht ganz zufrieden sein.»