Eishockey
Via Olten und Basel in Zuchwils Feuerlinie

Wenn ihm vor einem Jahr einer gesagt hätte, du spielst jetzt in Zuchwil – der langjährige NLB-Spieler Marco Vogt hätte es ihm wohl nicht geglaubt.

Michael Schenk
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Marco Vogt (links) stürmt neu in der 1. Liga für den EHC Zuchwil-Regio.

Marco Vogt (links) stürmt neu in der 1. Liga für den EHC Zuchwil-Regio.

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«Nein, damit habe ich wirklich nicht gerechnet, als ich vor einem Jahr in Basel meinen Vertrag um drei Jahre verlängert habe», sagt Marco Vogt. Der 24-jährige Stürmer wurde von der Pleite der Basel Sharks wie all seine Teamkollegen völlig überrumpelt. «Es war ein Schock», erinnert sich der Mann, der von 2010 bis 2013 beim EHC Olten unter Vertrag gestanden hatte.

Inzwischen hätten sich zwar zwei, drei NLB-Organisationen bei ihm gemeldet, aber «schliesslich muss die Rechnung für mich aufgehen», sagt er. Will heissen, als Profi muss auch die Kasse stimmen. Und das tat sie im Fall besagter Offerten nicht.

Gesamtpaket stimmt

So kam ihm der Anruf von Zuchwil-Regio Präsident Walter Ulrich gelegen. Er könne kommen, wenn er wolle, hatte ihm Ulrich offeriert. In Starrkirch bei Olten zu Hause, kamen für Vogt in der 1. Liga nur Zuchwil und die Argovia Stars in Betracht.

Entschieden hat er sich letztlich für die Solothurner. «Ich kenne da viele Spieler, und auch die sportlichen Ambitionen stimmen», sagt der fast 200-fache NLB-Spieler. Der Auftakt in die Saison ist Vogt und seinem Team mit dem 7:3-Sieg gegen Belp prima geglückt. Der Neue erzielte anlässlich seines Debüts im Dress des zweimaligen Amateur-Meisters ein Tor und zwei Assists. «Es lief ganz o. k.», sagt Vogt.

Vom Skorer zum Studenten

Selbst wenn die Umstellung für ihn vom Profidasein back zum Amateur nicht ganz einfach war. «Ich bin mir gewohnt, über den Mittag zu trainieren, und das jeden Tag. Jetzt sind es drei Trainings am Abend», räumt Marco Vogt ein.

Zu Beginn musste er sich also ziemlich zurücknehmen. «Inzwischen klappt das ganz gut», so Vogt. Der Sport ist beim zweitbesten Schweizer Skorer der Sharks der letzten Saison ins zweite Glied gerückt. Wobei der Goalgetter in Zuchwil eine Ausstiegsklausel für die Nationalliga in seinem Vertrag eingebaut hat.

Eine Formalität, die die Hoffnung auf die Fortsetzung seines Daseins als Hockey-Profi deutlich ausdrückt. «Sollte sich die Möglichkeit ergeben, ist klar, dass ich es noch mal probieren werde. Ich kann aber auch mit dem jetzigen Weg leben», sagt er. Der jetzige Weg, der im Hauptfach ein Betriebsökonomie-Studium beinhaltet.

Mit Stoller und von Dach

Als Marco Vogt damals bei den Sharks unterschrieb, lag ihm auch eine Offerte von Ajoie vor: «Ich wollte mich seinerzeit als Spieler und Persönlichkeit weiterentwickeln und habe mich schliesslich für die Sharks entschieden.» Im Nachhinein würde er das vielleicht anders machen, schmunzelt der Seeländer.

Fakt ist, dass dieser Vogt jetzt beim ambitionierten Erstligisten Zuchwil-Regio neben Loris Stoller stürmt, der seinerseits von Ajoie kam und den Vogt aus gemeinsamen Juniorenzeiten in Biel kennt. Der dritte Mann in der offensiven Vollgas-Abteilung von «Zuchu» ist Matthias von Dach. Ein Trio, das gut harmoniert und das, so es denn zusammenbleibt, die roten Lampen hinter den gegnerischen Toren diese Saison noch heftig zum Leuchten bringen wird.