Badminton
«Very British» beim Badminton-Team in Solothurn

Man stelle sich vor: Real Madrids Starspieler Cristiano Ronaldo würde jedes Mal von seiner Heimat Madeira (Portugal) nach Madrid geflogen, damit er das Spiel mit seiner Mannschaft bestreiten könnte. Undenkbar im beliebtesten Ballsport der Welt.

Olivier Winistörfer
Drucken
Teilen
Die 20-jährige Sarah Milne spielt am Wochenende erstmals für Solothurn Imago

Die 20-jährige Sarah Milne spielt am Wochenende erstmals für Solothurn Imago

Beim Badminton-Team aus Solothurn ist es Tatsache. Sarah Milne, welche als grosse Hoffnung des britischen Badmintons gilt, wird für jede Interclub-Partie aus Leeds (England) nach Solothurn reisen, um die Spiele in der NLA zu absolvieren. «Ich bestreite viele Turniere in diesem Jahr und werde dabei durch ganz Europa touren. Deshalb bin ich mir das Reisen gewohnt. Ich werde im Flugzeug genügend zum Schlafen kommen», erklärt die 20-jährige Britin.

Vierte an der Jugend-Olympiade

Doch wie kommt eine britische Spielerin zu einem Angebot aus der Schweiz? «Ein Spieler von Solothurn fragte mich an. Es schien mir eine gute Möglichkeit, da ich ohnehin einen Wechsel von meinem bisherigen Klub in Deutschland plante», begründet der Youngster den Klubwechsel. «Ehrlich gesagt weiss ich noch nicht viel über die Schweiz, das will ich aber sofort ändern.

Als ich letzte Woche hier war, hat es mir unglaublich gut gefallen. Die Landschaft und die Leute sind einfach wunderbar. Ich könnte mir auch vorstellen, hier zu wohnen und zu studieren», sagt die Vierte der Jugend-Olympiade von 2010 in Singapur über die Schweiz.

Sie sei schon ganz aufgeregt und freue sich, alle Leute des Solothurner Klubs kennenzulernen, erzählt Milne weiter. Während ihres ersten Aufenthalts für den neuen Klub aus Solothurn wird sie am Wochenende bei einem Vereinsmitglied übernachten und wenn möglich während des Aufenthalts für das Studium lernen.

Kein finanzielles Abenteuer

Solothurns Coach Carlos Prieto erklärt, dass Milne eine grosse Bereicherung für das Team Solothurn sei und man wegen ihr trotz der Flugkosten keine grossen finanziellen Ausgaben auf sich nehmen müsse. Die ambitionierte Britin, welche sich momentan auf den Universitätsabschluss fokussieren und nachher im Badminton durchstarten möchte, hat sich und dem Team schon die Ziele für diese Saison gesetzt: «Ich hoffe, dass wir die Meisterschaft gewinnen werden. Persönlich will ich mich nach einer sechsmonatigen Verletzungspause zurückmelden und wieder an die Weltspitze.»

Die ersten Zeichen wird Prietos Truppe mit der Jugend-Olympionikin Milne am Samstag in La Chaux-de-Fonds und am Sonntag zu Hause (14.00 in Balsthal) gegen St. Gallen setzen können.

Aktuelle Nachrichten