Grenchen - Muttenz 0:3
Verkehrte Welt in Grenchen: Favorit FCG geht gegen Muttenz unter

Der FC Grenchen erlebte im Heimspiel gegen Muttenz einen kollektiven Schiffbruch. Bedenklich war dabei, dass die Favoriten nach dem frühen Doppelschlag nicht mehr zu reagieren vermochten.

Mike Brotschi
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Rafael Bayazi und Pascal Alic im Kopfballduell
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Leonardo Mareira im Zweikampf mit Onur Akbulut
Marco Patane kämpft gegen Marc Tanner um den Ball
Verkehrte Welt in Grenchen
Marco Patane hat im Gegensatz zum Muttenzer Marc Tanner einen sicheren Stand

Rafael Bayazi und Pascal Alic im Kopfballduell

Marcel Bieri

Grenchen startete im Vergleich zum abstiegsgefährdeten Muttenz mit angezogener Handbremse. Noch bevor die Zuordnung stimmte, ging Muttenz mit einem Doppelschlag in Front. Ein schnell vorgetragener Freistoss auf Canik, welcher unvermittelt alleine vor Lapcevic stand, führte zum 0:1. Kurz darauf prüfte Frimpong mit seinem Kopfball den Basler Keeper.

Ein weiterer Treffer fiel aber unmittelbar darauf auf der Gegenseite. Wiederum wurde die Grenchner Abwehr mit einem Steilpass in die Tiefe ausgehebelt. Ismajli überwand den Grenchner Schlussmann, welcher mit der Hand zwar noch am Ball war (9.). Nochmals brannte es vor dem Grenchner Tor lichterloh. Diesmal konnte Akbulut Lapcevic nicht bezwingen (15.).

In der Folge verloren die Gastgeber die meisten Zweikämpfe. Es war der Schwanzklub, welcher das Spiel dominierte. Nach 25 Minuten strich ein Distanzschuss von Sampaio knapp über das Muttenzer Tor. Rüetschli reagierte mit einem Wechsel. Brachte Rückkehrer Nascimento für Aussenback Hegg. Prompt kamen die Einheimischen zu einer Torchance durch einen Freistoss, notabene nach einem Foul am schnellen Nascimento. Bayazi‘s Kopfball flog aber über das Tor (37.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte benötigte es eine Glanztat des eingewechselten Keeper‘s Walker, welcher mit einer Blitzreaktion einen Schuss von Tanner zur Ecke lenkte. Beim 0:3 konnte Walker zwar noch intervenieren. Ismajli's Schuss fand aber dennoch den Weg über die Torlinie (63.). Erst kurz vor Spielende kamen die Gastgeber nochmals zu einer Einschussmöglichkeit. Oberle wehrte aber Frimpongs Schuss sicher ab.

„Diese Niederlage liegt nicht an der der Stärke von Muttenz, sondern an unserer momentanen Schwäche" zog FCG-Sportchef Peter Baumann sein Fazit. Mit dieser Leistung müsse man sich schämen, vor allem was die Einsatzbereitschaft und Konzentration betreffe. „Wir haben heute Spielern, welche sich im Training aufdrängen wieder einmal eine Chance gegeben, aber im Match haben sie zu wenig gezeigt. Zu Spielbeginn befanden wir uns noch im kollektiven Winterschlaf. Mit unserer Mannschaft hätten wir das Spiel aber auch nach dem 2:0 noch kehren können, wenn sie ihr Potential ausgenützt hätte. Wir haben gegen die zweitletzte Mannschaft anderthalb Torchancen herausgespielt" haderte Baumann. Man werde nun nächste Woche eine Aussprache halten. „Ich schäme mich für diese Leistung vor den eigenen Fans. Bei uns geht es um den dritten Rang! Davon hat man heute nichts gemerkt. Muttenz war eine Mannschaft, wir nicht" brachte es Baumann auf den Punkt.

Grenchen - Muttenz 0:3 (0:2)
Brühl: 350 Zuschauer - SR: Driussi.
Tore: 5. Canik 0:1, 9. Ismajli 0:2, 63. Ismajli 0:3.
Grenchen: Lapcevic (46. Walker); Sanchez, Stauffer, Dedaj, Hegg (35. Nascimento); Sampaio, Leandro, Ndo'Ze, Patane (70. Bala); Frimpong, Bayazi.
Muttenz: Oberle; Tanner, Kurt, Alig, Ribeiro; Minnig (84. Eggenberger), Jenny, Akbulut, Canik, (77. Silva); Shillova, Ismajli.
Bemerkungen: Grenchen ohne Zayas, Safari, Rawyler, Ekoman (alle verletzt), Zimmermann, Mustafa (beide abwesend). Muttenz ohne Zanfrini (gesperrt), Sander, Balogh (beide verletzt), Milutinovic (abwesend).
Verwarnungen: 43. Jenny (Foul), 46. Canik (Foul), 46. Alig (abs. Handspiel), 56. Bayazi (Foul), 65. Shillova (Unsportlichkeit), 69. Akbulut (Foul). 81. Ndo‘Ze (Foul).