Schwingen

Verbandspräsident Michael Saner: «Bruno Gisler ist nicht zu ersetzen»

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Mit dem Weissenstein- Schwinget stand eines der grossen Highlights im Schwingsport bevor. Noch etwas spezieller machte die Austragung, dass Bruno Gisler sein letztes Schwingfest bestritt. Verbandspräsident Michael Saner bedauert es. Wie geht es ohne Gisler weiter?

Kurz vor seinem 35. Geburtstag tritt der Solothurner Spitzenschwinger also an diesem Wochenende zum letzten Mal in den Sägemehlring. Der Weissenstein-Schwinget ist das grosse Abschiedsschwingen von Bruno Gisler.

«Er ist nicht zu ersetzen», sagt Michael Saner, Präsident des Solothurner Schwingerverbands. Es ist klar, dass der Präsident mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Weissenstein-Schwinget vom Samstag vorausschaut. «Ich wünsche Bruno ein erfolgreiches letztes Schwingfest – am liebsten gekrönt mit dem Festsieg. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass er bis zum Eidgenössischen Schwingfest im nächsten Jahr weitergeschwungen hätte.»

Er wird fehlen

So weit kommt es nun nicht. «Der Rücktritt war absehbar», sagt Saner. Denn Gisler, der vor vielen Jahren aus dem Zürcher Oberland nach Solothurn kam, übernahm zu Hause den Bauernhof und hatte somit nicht mehr gleich viel Zeit für den Schwingsport wie früher. Obwohl Gisler ein ruhiger Zeitgenosse sei und keiner, der grosse Worte schwinge, werde er dem Solothurner Schwingerverband fehlen, so Saner. «Er war als Zugewanderter ein Glücksfall für uns.»

Michael Saner steht nun vor der schwierigen Aufgabe, seinen Spitzenschwinger zu ersetzen. Kurzfristig sei das nicht möglich. Und viel Geld in die Hand nehmen, das sei nicht das Rezept des Solothurner Schwingerverbands. «Falls mal wieder einer in den Kanton Solothurn umzieht, bemühe ich mich sicher um diesen Schwinger. Und auch eine Einladung zum Abendessen liegt drin», sagt Saner lächelnd. Aber sonst wird Geld lieber in den Nachwuchs investiert. «Seit ich als Präsident amte, habe ich mich vermehrt für die Förderung junger Schwinger eingesetzt.»

Gisler als Vorbild für die Jungen

Es ist der richtige Weg. Aber auch ein Weg, der viel Zeit und Engagement braucht. «Wie sich die jungen talentierten Schwinger bei uns entwickeln, ob sie mit dabei bleiben und den Ehrgeiz haben, ganz nach oben zu kommen, das ist momentan noch schwierig einzuschätzen», erklärt der Solothurner Verbandspräsident.

Dass der Spitzenschwinger und Routinier Bruno Gisler dafür ein entscheidender Faktor sein könnte, daran glaubt Saner: «Bruno ist für unsere jungen Schwinger ein Vorbild. Sie schauen zu ihm auf. Wenn er sie mit Tipps und Tricks während des Trainingsalltags unterstützen könnte, wäre das Gold wert.» Vorerst will der Präsident seinem Spitzenschwinger aber Zeit lassen, damit sich dieser auf seinen letzten Auftritt konzentrieren und zurücktreten kann. «Er soll zuerst einmal etwas durchatmen können.»

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