Kurz nachdem jemand das Rad erfunden hatte, wurde Thomas Nyffenegger Trainer beim VBC Gerlafingen. «Seit etwa vierzig Jahren», so schätzt Nyffenegger selber, «ist der VBC meine zweite Familie.»

Vor zwanzig Jahren waren seine Frauen schon einmal in die Nationalliga B aufgestiegen und nun versuchen sie es wieder in der zweithöchsten Spielklasse der Schweiz. Nur einmal reinschauen und wieder absteigen, damit will sich Nyffenegger diesmal nicht begnügen.

«Seit etwa vierzig Jahren ist der VBC Gerlafingen meine zweite Familie.»

Trainer VBC Gerlafingen: Thomas Nyffenegger

«Seit etwa vierzig Jahren ist der VBC Gerlafingen meine zweite Familie.»

«Hinter dem Aufstieg stecken viele Trainings bei den Juniorinnen. Wir wollen eine Führungsrolle übernehmen im Mittelland und uns langfristig in der Nationalliga B etablieren.»

Dass es so noch nicht ganz reichen würde, hat Nyffenegger nach dem durchzogenen Start rasch gemerkt. Am Samstag lief mit der Langenthalerin Mariana Roca, die zuletzt in Burgdorf spielte, eine unübersehbare Verstärkung ein. Zusammen mit der Kanadierin Niki Slikboer stellte Roca einen mächtigen Block, den Therwil nur selten überwinden konnte.

Therwil besser im Finish

Und trotzdem setzte es eine resultatmässig klare Niederlage ab. Zu nah lagen bei den Gerlafingerinnen die Hochs und Tiefs zusammen. Fast emotionslos gingen sie ins Spiel und die Favoritinnen aus dem Baselland übernahmen locker die Führung. Erst beim 3:9 aus Sicht der Gastgeberinnen schien es den Gerlafingerinnen wehzutun.

Sie reagierten und kamen auf 15:15 heran. Der Gleichstand hielt bis zum 23:23, doch dann setzten sich die Baselbieterinnen in der Money Time doch noch durch. Der zweite Satz begann genau gleich: Therwil zog zunächst mit fünf Punkten davon und erst dann erwachten die Solothurnerinnen. Doch nach dem viel bejubelten 9:9 fiel das Heimteam wiederum in eine Lethargie zurück. Die Gerlafingerinnen verloren diesen Durchgang mit 19:25.

Am Tiebreak geschnuppert

Aller guten Dinge sind drei. Nach einem 5:10-Rückstand schafften die Gerlafingerinnen endlich einmal eine dauerhafte Wende und sie gewannen den dritten Satz mit 25:22. Selbst auf die Gefahr hin, dass es langweilig werden könnte – vierter Satz, vierter klarer Rückstand für «Ginggu». Und wieder waren die Emotionen plötzlich wieder da.

Vania Hug machte einen tollen Punkt nach dem anderen. Beim 17:13 glaubten die Zuschauer im Kirchacker an den 2:2-Ausgleich. Aber dann gaben die Gerlafingerinnen das Momentum wieder kampflos aus der Hand. Therwil legte einen Zacken zu und gewann Satz und Match letztlich verdient.

Hoffnung auf die Abstiegsrunde

«Wir haben heute gut gespielt. Trotz der Niederlage», meinte am Ende Vania Hug. Spass und Leidenschaft waren nicht nur bei ihr zu erkennen. Es fehlte aber an diesem Samstag noch eine zweite Frau, welche wie Hug den anderen Spielerinnen Feuer unterm Hintern machen kann.

Und so bleibt Gerlafingen in der Nationalliga B bis auf weiteres nur der letzte Platz in der Westgruppe. Die gezeigte Leistung weckt aber Hoffnung auf die kommende Abstiegsrunde. «Es gibt mehrere Teams, gegen die die Gerlafingerinnen gewinnen können», meint zum Beispiel Therwils Trainer Christian Siebenhaar. «Ich denke, sie werden sich in der Abstiegsrunde durchsetzen können.»

Kräftemessen mit den Vereinen aus der Westschweiz

Zuerst warten auf den VBC Gerlafingen aber in der Rückrunde der Qualifikation noch die beiden Kräftemessen mit den Vereinen aus der Westschweiz. Am kommenden Samstag gastieren die Gerlafingerinnen beim Tabellenfünften Neuenburg UC.

Eine Woche später trifft der VBC Gerlafingen daheim auf Fribourg, das auf Platz sechs klassiert ist. Zum Abschluss des Kalenderjahres steht schliesslich noch das Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten Fides Ruswil an für die Equipe von Trainer Thomas Nyffenegger.