Bald einmal steht es im 1.-Liga-Match zwischen dem VBC Aeschi und Bösingen 4:17. Die Zuschauer in der Sporthalle Drei Höfe in Heinrichswil können kaum glauben, was gerade passiert.

Einige wenige gehen sogar nach Hause, da sie sich dieses «Massaker» nicht mit ansehen mögen. Das Heimteam hat gegen Bösingen nicht den Hauch einer Chance, es will einfach rein gar nichts gelingen. Schlussendlich ging der Satz mit 25:13 an Bösingen.

Es sah ganz danach aus, als würde das Team des VBC Aeschi eine weitere Niederlage einstecken müssen. Dabei war das Saisonziel der Mannschaft unter Trainer Florian Baur vorne in der Tabelle mitspielen zu können: «Wir wollten uns klar in den ersten vier Rängen etablieren.

Als wir jedoch zu Beginn alle Spiele verloren hatten, war der Frust gross.» Laut Captain David Scheidegger, ist der Hauptgrund für den jetzigen 7. Rang von insgesamt neun Teams der fehlende Libero. Dazu komme noch, dass das junge Team sehr emotional sei.

Ein «Killer» fehlt

Die nach der intensiven Vorbereitung gewonnene Motivation und das Selbstvertrauen, gingen jedoch nach den ersten paar Niederlagen verloren. «Was uns fehlt ist jemand, der die Bälle killt, ein Angreifer, der auch bei einem 21:24-Rückstand sicher den Punkt macht», so der 23-jährige Captain. «Unser Problem ist, dass wir anfangen zu schlottern, wenn es drauf ankommt.»

Die mentale Stärke des Teams wurde im zweiten Satz gegen Bösingen ein weiteres mal auf die Probe gestellt. Nach aufmunternden und motivierenden Worten des Coachs ging der erste Punkt gleich an Aeschi.

Das plötzlich motivierte Team gewann souverän mit 25:21 und liess den Gegner nie wirklich aufholen. So ging es auch im dritten Satz weiter, nur dass das Resultat noch etwas deutlicher ausfiel.

Ziel immer noch erreichbar

Im vierten und letzten Satz drehten die Jungs des VBC Aeschi noch einmal auf und entschieden das Spiel unter lautstarkem Beifall der Zuschauer am Ende 3:1 für sich.

«Wir haben ein wenig das Gefühl, dass wir unter unserem Niveau spielen. Eigentlich könnten wir mehr», analysiert der sichtlich erleichterte Captain, «so wie im ersten Satz dürfen wir nicht mehr spielen.»

Das Saisonziel wäre noch ein paar Plätze in der Tabelle gut zu machen, um auf dem vierten oder fünften Schlussrang aufhören zu können, meint der glückliche Trainer nach dem Spiel.

Dass das junge Team des VBC Aeschi sein Saisonziel noch verwirklichen kann, ist immer noch möglich, jedoch äusserst schwierig. Für Scheidegger sei das wichtigste jedoch, den Rest der Saison gut zu spielen, um versöhnlich aufhören zu können.