Mit der Nomination zum Tor des Monats in der ARD-Sportschau präsentierte sich Vanessa Bürki einem Millionenpublikum. Entsprechend gross war das Echo. Bürki erhielt so viele Reaktionen wie noch nie, seit sie Fussball spielt. Ihr Kunststück mit der Hacke schaffte es unter die fünf schönsten Tore im Oktober.

Erzielt hatte es die 27-jährige Stürmerin im Spiel gegen Cloppenburg. 20 Prozent der Stimmen erhielt Bürki für ihren «Madjer»-Treffer, in Anlehnung an den algerischen Stürmer, der mit seinem Tor Porto 1987 zum Europacup-Sieg schoss – sinnigerweise gegen Bayern München.

(Quelle: youtube/FC Bayern Frauenfussball)

Fersen-Goal der Grenchner Spielerin Vanessa Bürki (FC Bayern München)

Knapp nicht gereicht hat es Vanessa Bürki auch im Voting. Hinter André Schürrle (Tor zum 5:3 für Deutschland im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden, 27 Prozent) und Tom Geissler (RB Leipzig, 22 Prozent) erhielt die Grenchnerin aber immerhin die drittmeisten Stimmen. «Das ist cool für den Klub und toll für den Frauenfussball», freut sich die Wahl-Münchnerin.

Ausrutscher gegen das Schlusslicht

Seit sieben Jahren spielt die 49-fache Schweizer Internationale an der Isar in der Frauenabteilung des Champions-League-Siegers. «Der Verein und die Stadt sind mir in dieser Zeit zur zweiten Heimat geworden.» Sie hat hier ihre Freunde, sie geht hier aus, sie hat den Dialekt angenommen, sie arbeitet halbtags in einem Büro. Der Rest ist für den Fussball reserviert. Im Team von Trainer Thomas Wörle zählt Bürki zu den festen Stützen. Die Frauen können mit den Erfolgen ihrer männlichen Kollegen freilich nicht mithalten, sie gehören aber zur Spitze und feierten vor einem Jahr den Pokalsieg.

Aktuell liegt Bürki mit ihrem Team an der dritten Stelle, drei Punkte hinter Leader Frankfurt. Soweit wäre alles in Ordnung, wäre da nicht der letzte Sonntag gewesen. Gegen das zuvor punktelose Sindelfingen blamierten sich die Münchnerinnen mit einem 1:1. «Die Leistung entsprach definitiv nicht unseren Ansprüchen», ärgert sich Bürki. Gelegenheit, die kleine Schmach zu korrigieren, bittet sich in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause. «Gegen Hoffenheim und Duisburg, zwei Mannschaften aus der unteren Ranglistenhälfte, müssen Siege her», sagt Bürki. Anschliessend geht es in die Weihnachtsferien. Auf Vanessa Bürki gönnt sich zwei Wochen – in Grenchen bei Familie und Freunden.