Handball

Ursic: «Im Herbst wurde es plötzlich schwierig»

Iwan Ursic: «Der Halbfinalsieger der Partie Schaffhausen gegen Winterthur wird den Cupsieg einfahren.»

Iwan Ursic: «Der Halbfinalsieger der Partie Schaffhausen gegen Winterthur wird den Cupsieg einfahren.»

Ein gebürtiger Niederämter bereitet sich aufs «Final4» in der Oltner Stadthalle vor. Allerdings nicht, um auf dem Feld Tore zu markieren, sondern um als Co-Kommentator die Zuschauer mit Hintergrund-Informationen zu versorgen.

Iwan Ursic, seit Ihrem Rücktritt vom Profisport stehen Sie hie und da als Co-Kommentator im Einsatz – nun auch beim «Final4» in Olten. Macht Ihnen diese Aufgabe Spass?

Iwan Ursic: Ja. Die Vielseitigkeit dieser Aufgabe gefällt mir. Ich finde es spannend, den Zuschauern ein bisschen Insider-Wissen mitzugeben und die Handball-Spiele zu analysieren.

Wie haben Sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet?

Ich habe einige NLA-Spiele gesehen, das hilft mir natürlich. Zudem stehe ich in Kontakt mit verschiedenen Vereinen, Trainern und Spielern. Mein Ziel ist es, den Zuschauern interessante Zusatzinformationen zu liefern.

Die Kadetten Schaffhausen, Ihr ehemaliger Verein, trifft im Cup-Halbfinal auf Pfadi Winterthur. Werden Sie die Leistungen Ihrer früheren Mitspieler auch kritisch kommentieren können?

Klar, denn ich bin ja nicht dazu da, Partei zu ergreifen. Ich möchte vor allem den Handballsport erklären. Und natürlich versuche ich in erster Linie, die guten Sachen hervorzuheben.

Sie sind sich nach der Saison 2013/14 vom Profi-Handball zurückgetreten. Wie haben Sie diesen Schritt erlebt?

Direkt nach meinem letzten Spiel war es eigentlich einfach, denn ich war in dieser Zeit sehr beschäftigt. Im Herbst jedoch wurde es plötzlich schwieriger, ich verspürte Wehmut. Schliesslich war ich über 20 Jahre lang als Handballer aktiv und habe den Sport sogar zu meinem Beruf machen können. Die enorme Leidenschaft für Handball lässt sich nicht einfach vergessen. Ich habe dann sogar nochmals ein Angebot aus der Bundesliga erhalten. Dafür bin ich aber zu weit weg – und körperlich nicht mehr in der richtigen Verfassung.

Was hat Ihnen in dieser Zeit am meisten gefehlt?

Die Spiele an sich. Aber auch der Teamgedanke. Ich habe es vermisst, mit Mannschaftskollegen eine Einheit zu bilden und gemeinsam für ein Ziel zu arbeiten. Aber beispielsweise auch die blöden Sprüche in der Garderobe haben mir gefehlt.

Ist der Job als Co-Kommentator für Sie eine Möglichkeit, sich weiterhin in der Handball-Szene zu bewegen?

Auf jeden Fall. So kann ich mich im Handball-Umfeld zeigen, treffe alte Bekannte und kann mich weiterhin mit dieser Sportart auseinandersetzen. Ich kann weiterhin mit dabei sein – und das will ich auch.

Wer wird Ihrer Einschätzung nach Cupsieger 2015?

Schaffhausen ist immer brandgefährlich, wenn es um etwas geht. Sie zeigten in dieser Saison zwar nicht durchweg konstante Leistungen, allerdings liessen sie in der Champions League aufhorchen. Aber auch Pfadi Winterthur kommt für mich für den Sieg infrage. Ich denke, dass der Halbfinalsieger der Partie Schaffhausen gegen Winterthur den Cupsieg einfahren wird.

Der RTV Basel, der im April den Aufstieg in die NLA geschafft hat, kann unbeschwert, aber auch mit Schwung antreten. Was ist für die Basler möglich?

Dieser Schwung kann für den RTV Basel reichen, um den BSV Bern Muri im Halbfinal zu bezwingen. Dazu braucht es aber auch einen gut aufgelegten Pascal Stauber (Anm. d. Red.: Torhüter). Um gegen Pfadi Winterthur oder die Kadetten Schaffhausen bestehen zu können, fehlt den Baslern aber die Qualität.

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