Fussball 1. Liga
Unnötige Solothurner 0:1-Niederlage wegen Eigenfehler in Münsingen

Münsingen kann das Duell gegen den FC Solothurn für sich entscheiden. Mit dem Sieg gegen den Tabellennachbar schiebt sich Münsingen auf Platz drei, während Solothurn den vierten Tabellenrang belegt. Als Torschütze des Tages kann sich Lavorato feiern lassen, der in der 46. Minute das Siegestor für Münsingen erzielte.

Pius Rüegger
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Garra Dembélé (vorne) blieb gegen Münsingen torlos.

Garra Dembélé (vorne) blieb gegen Münsingen torlos.

Hans Peter Schläfli

Ein kapitaler Abwehrfehler der Solothurner in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit entschied diesen taktisch geführten Verfolgerkampf glücklich zu Gunsten der Münsinger. «Wir haben zwei Mal den Ball nicht weg geschlagen und ihn ihnen pfannenfertig serviert; dies war ein Fehler zuviel und ein grosses Geschenk unsererseits», kommentierte Solothurn-Trainer Hans-Peter Zaugg dieses folgenschwere Blackout. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein ausgeglichenes Spiel zweier ebenbürtiger Formationen mit wenig Torchancen. Die Beste vergab Dembélé in der 42. Minute kurz vor dem Gegentor mit dem Kopf. Fleury flankte von rechts ins Zentrum, doch Münsingens Torhüter Müller konnte reflexartig das Streitobjekt um den Pfosten in Corner drehen. «Er müsste dieses Tor machen», sagte Zaugg.

Wenig Rhythmus und Spielfluss

In dieser wenig Rhythmus und Spielfluss aufweisenden ersten Hälfte neutralisierten sich die beiden Kontrahenten grösstenteils. Konsolidiertes Defensivverhalten genoss Priorität. Die Zweikämpfe wurden hart, mit Vorteilen für die Gastgeber geführt. Raum- und Ballgewinn war schwierig zu erreichen. So überraschte es nicht, dass ein grober Fehler matchentscheidend wurde und blieb. Überraschender war eher, dass dieser auf die erfahrene Solothurner Innenverteidigung zurück fiel.

Kein Mittel zur Wende

Dieser unerwartete Führungstreffer spielte den Aaretalern in die Karten. Diese spielten die Einheimischen routiniert und abgeklärt aus. Solothurn fand kein probates Mittel, diese sattelfeste Abwehr auszuhebeln. «Wir waren in der zweiten Halbzeit optisch wohl überlegen, aber nicht zwingend», stellte Zaugg fest. Und er ergänzt: «Bis 20 Meter vor das gegnerische Tor waren wir gut, dann ist leider nicht mehr viel passiert, muss ich fairerweise sagen». Die Berner haben sich auf seltene Konter beschränkt.

Sie standen einem zweiten Treffer eher näher als ihre Besucher dem Ausgleich. Über die Aussenbahnen lief nicht viel; dazu war das Tempo zu bescheiden. Vorne wurden praktisch keine Anspielmöglichkeiten gefunden. Die solide Truppe vom Ex-Solothurner Kurt Feuz spielte ihre Stärken gekonnt aus und schloss die Korridore problemlos. Die Sturmspitzen waren isoliert. Aus dem Mittelfeld kamen zu wenig Impulse. Trotz aller Mängel im Mannschaftsgefüge ist der 18-jährige Startelf-Debütant Schrittwieser positiv aufgefallen. «Er spielte mutig und hat viel gemacht», befand sein Trainer. Zauggs Vorgabe für die nächsten drei Spiele gegen Schötz am Samstag zu Hause und dann zweimal im Jura bei Delsberg und Bassecourt vor der Winterpause lautet denn auch, «wir müssen uns wieder dranhängen und uns nicht distanzieren lassen».

Münsingen - Solothurn 1:0 (1:0)

Sandreutenen. – 250 Zu­schauer. – SR: Petit (Frankreich). – Tor: 45 (+1). Lavorato 1:0.

Münsingen: Müller; Rothen, Dreier, Aegerter, Funaro; Erzinger (90. Plüss), Murina, Selmani, Christen (78. Schenkel); Gasser, Lavorato.

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Asani, Hasanovic, Waylon Grosjean, Du Buisson; Hunziker, Fleury, Stauffer, Schrittwieser (89. Kohler); Bisevac (78. Zayas), Dembélé.

Bemerkungen: Münsingen ohne Strahm, Mumenthaler (beide gesperrt), Salihi, Duah (beide verletzt) und Hunziker (2. Mannschaft). So­lo­thurn ohne Koch, Chatton (beide gesperrt), Veronica, Nastoski (beide verletzt), Tan, Wagner, Nedzipi, Ferrari und Momoh (alle Junioren). – Ver­war­nun­gen: 21. Selmani, 26. Waylon Grosjean, 27. Du Buisson, 39. Hasanovic, 49. Funaro und 89. Dembélé (alle Foul). – Eck­bälle: 3:2 (2:2).