Dessen waren sich die UM-Akteure bei Spielschluss noch nicht bewusst und wissen konnten sie es erst recht nicht, da die entscheidenden Partien erst am späten Abend über die Bühne gingen.

Das achtplatzierte Schüpbach führte bei Spitzenteam Thurgau phasenweise mit vier Toren Vorsprung, musste sich am Ende aber doch noch geschlagen (8:9 n.V.) und mit einem Punkt zufrieden geben. Dieses Ergebnis ergibt die Konstellation, dass mindestens ein Team aus dem Trio der Wackelkandidaten Mittelland nicht mehr abfangen kann, da sich Davos (7.), Schüpbach (8.) und Zürisee (9.) bei noch drei ausstehenden Runden bis zum Quali-Ende noch gegenüberstehen und somit gegenseitig Punkte abnehmen.

Tief in der Nacht verbreitete diese Kunde unerwartete Freude. Just nach der Schlusssirene hatte noch Enttäuschung über die verpasste Gelegenheit, vorzeitig Gewissheit über die zweite Saisonphase zu schaffen, geherrscht.

Die Schonfrist wurde aufgehoben

Denn als Jungstürmer Severin Pauli nach 46 Minuten das Score mittels platziertem Schuss von halbrechts zum 6:6 ausglich, da war die vorzeitige Playoff-Qualifikation wieder in greifbare Nähe gerückt. Die Mittelländer machten mit diesem Treffer einen zwischenzeitlichen Dreitorerückstand wett.

Innert acht Minuten im Mittelabschnitt hatte sich UM diesen eingehandelt und dabei sehr fahrig und unkonzentriert gewirkt. Dies veranlasste Coach Renato Wyss zum Umdenken. Spielmacher Samuel Schneiter musste sich endgültig seines Traineroberteils entledigen, nachdem er bereits zuvor einmal im Powerplay zum Einsatz gekommen und einzig am Metall gescheitert war.

Es war die Absicht gewesen, die Köniz-Leihgabe wegen einer Blessur aus dem Thurgau-Match, die er noch immer spürt, zu schonen. Nun lief die erste Linie wieder in gewohnter Formation auf, dafür wechselte Pauli in die zweite Formation.

Tatsächlich gelang es der Paradelinie, das Team wieder heranzuführen. Der Anschlusstreffer zum 5:6 hatte es in sich: Fünf Sekunden vor der Pausensirene versorgte Dominic Mucha den Lochball, den sein Zwillingsbruder Manuel in der Ecke ausgegraben und per Flippass zur Mitte gespielt hatte, volley in den Maschen.

Niederlage lässt Hoch abflachen

Nach dem besagten Ausgleich sollten es aber doch die Gäste von der Goldküste sein, welche die drei Punkte mit nach Hause nahmen. Dies geht angesichts des offenbarten Willens zum Sieg, welcher auch bitter nötig war, denn andernfalls hätten die Zürcher die Playoffs wohl vorzeitig abschreiben müssen, in Ordnung.

Mittelland muss sich ankreiden lassen, in der eigenen Zone mehrmals zu wenig konsequent zur Sache gegangen zu sein. So war auch der siebte und entscheidende Gästetreffer ein Willensprodukt sowie Folge eines Abprallers und der ungenügenden Verteidigungsarbeit Mittellands.

In der Schlussphase fand das Heimteam trotz viel Ballbesitz und dem frühen Versuch, mit einem sechsten Feldspieler zu agieren, keinen durchschlagenden Erfolg mehr. Die Quittung für einen wieder uninspirierteren Auftritt nach der unerwartet erfolgreichen Doppelrunde vor Wochenfrist blieb dank fremder Hilfe aber aus.