Unihockey NLB
Unihockey Mitteland verliert die Playouts: Früh um jede Chance gebracht

Im entscheidenden fünften Playout-Spiel kommt Mittelland in Davos nicht auf Touren. Ultrafrüh ins Hintertreffen geraten, rennen die Mittelländer diesem Rückstand während der gesamten Spieldauer hinterher und müssen am Ende mit 5:9 die Waffen strecken.

Tobias Schalk
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Die Unihockeyaner werden um den Ligaerhalt kämpfen müssen.

Die Unihockeyaner werden um den Ligaerhalt kämpfen müssen.

Bruno Kissling

In der Playout-Serie zwischen Mittelland und Davos-Klosters musste nach je zwei Siegen das fünfte Spiel für eine Entscheidung um den vorzeitigen NLB-Ligaerhalt sorgen. Die weitgereisten Mittelländer rechneten sich im Landwassertal berechtige Chancen auf einen Erfolg aus, hatte man sich im Laufe der Best-of-five-Serie doch immer mehr gesteigert und den Gegner zunehmend besser im Griff.

Doch in der «Belle» erhielten diese Hoffnungen schon früh einen argen Dämpfer. Keine Minute war gespielt, da musste Goalie Sven Wüthrich bereits zum zweiten Mal hinter sich greifen – UM leistete sich einen klassischen Fehlstart. Beide Male hatte es an der Blockingarbeit gemangelt. «Wir waren nicht bereit. Das hat sich früh abgezeichnet», meinte ein ernüchterter Jan Rechsteiner, der für den Abstiegskampf das Team als zusätzlicher Coach unterstützt, und präzisierte: «Eine Mischung aus Nervosität, fehlender Einstellung und defensiven Unzulänglichkeiten hat früh den Untergang eingeleitet.»

Pause wegen Verletzung des Schiedsrichters

So waren «nur» zwei Gegentreffer bei Drittelsmitte noch das Beste beim blutleeren Auftritt. Nach einer Verletzung von Schiedsrichter Fredi Riemensberger – er wurde von einem Stock im Gesicht getroffen und trug eine Platzwunde davon – kamen die Mittelländer unverhofft zu einer Denkpause.

Die Denkpause kam für die Mittelländer wie gerufen.

Die Denkpause kam für die Mittelländer wie gerufen.

Hans Peter Schläfli

Daraufhin kam Mittelland langsam auf und versuchte nun auch endlich aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen. Dennoch erhöhten die Platzherren kurz darauf auf drei Längen Vorsprung. Die Bemühungen der Gäste machen sich kurz vor der ersten Sirene endlich bezahlt, als Manuel Mucha einen satten Schlagschuss im Tor unterbrachte.

Nur Sekunden später stellten sich die Unterländer in der Verteidigung aber erneut zu stümperhaft an und kassierten postwendend den vierten Gegentreffer. Mit einem Torhüterwechsel versuchte man auf das ungenügende Startdrittel zu reagieren. In der Tat erreichten die Mittelländer nun endlich Betriebstemperatur und bestimmten fortan das Tempo.

In Überzahl verkürzte Marius Flury verdient auf zwei Tore Rückstand. Das Vorhaben der Aufholjagd wurde noch vor der zweiten Sirene durch eine Triplette der Davorser unterbunden, welche damit vorentscheidend auf 7:2 davonzogen. Die hängenden Köpfe auf Seiten der Mittelländer sprachen Bände. Samuel Schneiters sehenswerter Backhandtreffer via Innenpfosten nach nur 22 Sekunden im Schlussabschnitt bedeutete nur einen kurzen Lichtblick. Denn der nächste Dämpfer liess nicht lange auf sich warten, als die Kugel via dem Bein eines UM-Akteurs den Weg in den eigenen Kasten fand.

«Die Enttäuschung ist enorm»

Mit einem fünfminütigen Powerplay, nachdem Jonas Niggli überhart aus dem Weg geräumt worden war und verletzungsbedingt ausscheiden musste, bot sich den Gästen nochmals die Chance zum erhofften, aber unerwarteten Comeback. UM riskierte viel und versuchte gar mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Goalies den Torerfolg zu erzwingen. Tatsächlich fand so der Ball in die Maschen, doch mit nur einem Tor fiel der Ertrag viel zu bescheiden aus.

Beiderseits resultierte ein weiterer Treffer, welche am Verdikt gegen UM jedoch nichts mehr änderte. Zu ideenlos und uninspiriert trat man auch in der Schlussphase auf. «Wir haben eine grosse Chance liegengelassen. Die Enttäuschung ist enorm, speziell weil wir uns im Lauf der Serie so sehr gesteigert haben nachdem wir mit wenig Kredit gestartet waren», schloss Rechsteiner sein Fazit.

Nun gilt es sich trotz grosser Enttäuschung möglichst schnell wieder aufzurichten. Denn bereits in einer Woche geht es im ultimativen Kampf um den Klassenerhalt gegen den aufstiegswilligen Erstligisten Fribourg. Zweifelsohne eine höchst delikate Aufgabe.

Davos-Klosters – Mittelland 9:5 (4:1, 3:1, 2:3)

Arkaden, Davos-Platz, - 175 Zuschauer. – SR: Meister/Riemensberger.

Tore: 1. Rizzi (Guidon) 1:0. 2. Baumgartner (Hoffmann) 2:0. 16. Jäger 3:0. 20. M. Mucha (Gratwohl) 3:1. 20. Baumgartner (Jäger) 4:1. 27. Flury (M. Mucha/Ausschluss Wiedmer) 4:2. 37. Buchli (Joos) 5:2. 38. Laely (Baumgartner) 6:2. 40. Wiedmer (Marugg) 7:2. 41. Schneiter (Flury) 7:3. 43. Laely (Jäger) 8:3. 47. M. Mucha (D. Mucha/Ausschluss Jäger) 8:4. 53. Wiedmer (Marugg) 9:4. 54. S. Merian (T. Merian) 9:5.

Strafen: 3-mal 2 Minuten plus 1-mal 5 Minuten (Jäger) gegen Davos-Klosters. 1-mal 2 Minuten gegen Mittelland.

Davos-Klosters: Horn, Parathazam; Hartmann, Hänggi, Hoffmann, Tüsel, Joos, Guidon, Vladar, Dürr, Mathis, Laely, Rizzi, Baumgartner, Jäger, Buchli, Galey, Thöny, Wiedmer, Marugg.

Mittelland: Wüthrich (21. Isaak); Tamme, Niggli; T. Merian, Haas; Rhiner, Schenk; M. Mucha, Gratwohl, D. Mucha; Flury, S. Merian, Schneiter; A. Müller, Schürmann, Berlinger.

Bemerkungen: Mittelland ohne Bortis, Pass, Pauli und Ziegler (alle verletzt). UM von 44:30 bis 50:00 und ab 54:30 bis Ende phasenweise mit sechstem Feldspieler anstelle Torhüter. 51. Timeout Mittelland. Andrin Buchli (Davos-Klosters) und Jonas Niggli (Mittelland) als beste Spieler ihrer Teams ausgezeichnet.