Eishockey
Ungewisse Ausgangslage vor dem Saisonstart beim EHC Olten

Spezielle Vorbereitung, fünf Auswärtsspiele in Serie – Olten steht vor einem schwierigen NLB-Saisonstart. Die Auswirkungen des Ausbaus des Eisstadion Kleinholz spürt der EHC Olten zu Beginn der neuen Saison.

Daniel Monnin
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Vier Kanadier unter sich: Trainer Scott Beattie (r.) gibt Anweisungen, Codey Burki, Justin Feser und Shayne Wiebe (v.l.) hören zu.

Vier Kanadier unter sich: Trainer Scott Beattie (r.) gibt Anweisungen, Codey Burki, Justin Feser und Shayne Wiebe (v.l.) hören zu.

HR.Aeschbacher

Speziell sei sie gewesen, die Vorbereitung auf die in einer Woche beginnende NLB-Meisterschaft, sagt Olten-CEO Peter Rötheli. Wer zwischen den Zeilen liest, merkt schnell: Das Wort «speziell» schliesst das Adjektiv «optimal» schlichtweg aus. Und diese spezielle Situation ist im Wortsinn erst noch hausgemacht, denn am Ursprung allen Übels steht das «Haus der Oltner», das Eisstadion Kleinholz, dessen Sanierung andauert und die Hausherren auch dazu zwingt, die ersten fünf Meisterschaftsspiele auswärts zu bestreiten.

Niemand will klagen, man habe es ja gewusst, alle Spieler, der Trainer, das Umfeld. «Daraus etwas Negatives zu konstruieren und nach Ausreden zu suchen, wäre verfehl», meint Rötheli. Recht hat er. Doch Spieler ticken anders als Geschäftsführer und falls Olten der Start in die neue Saison misslingen wird, wird wohl unausweichlich die «spezielle» Vorbereitung als Sündenbock herhalten müssen.

Verspätet in die Vorbereitung

Immerhin: Am letzten Mittwoch, 10 Tage vor Meisterschaftsbeginn, hat das Team erstmals im neuen Stadion trainieren können. Mitte August hat man – zwei Wochen später als alle andern NLB-Teams – mit einem Trainingslager in Flims begonnen, spielte mit mässigem Erfolg am Dolomiten-Cup im Südtirol und trainierte dann in Basel. Spielerisch hinterliess das Team sowohl in Italien als auch diese Woche gegen Erstligist Brandis einen zwiespältigen Eindruck, wie selbst die Club-Homepage bestätigt. Das komplexe Gebilde ist noch nicht in Fahrt gekommen, noch greifen die Rädchen nicht ineinander, noch fehlen Präzision und Timing, die Klasse blitzt meist nur nach Einzelaktionen auf.

Hohe Ansprüche

Nichtsdestotrotz sind die Ansprüche in Olten hoch. Der letztjährige Qualifikationssieger will nichts anderes als um den NLB-Titel mitspielen. Das enttäuschende Scheitern im Viertelfinal, als Olten nach dem deutlichen 7:1-Startsieg in der Serie gegen La Chaux-de-Fonds innert weniger Tage eine ganze Saison ad absurdum führte, ist analysiert und verarbeitet. Man vertraut dem Team, das die Liga zumindest zwischenzeitlich gerockt hat, mit 14 Siegen in Serie dominiert hat und bereits 5 Runden vor Schluss als Qualifikationssieger feststand. Auf diesen Leistungsausweisen und der Überzeugung, dass sich das (junge) Team noch weiterentwickeln kann und wird, basiert die defensive Transferpolitik. «Wir vertrauen auf unser Team und dessen Potential», sagt Peter Rötheli.

Die fehlenden Spiele

Zurück zum Stadion: 1,5 Millionen Franken hat Olten in infrastrukturelle Neubauten (neuer Videowürfel, Ausbau Restaurant, Fitnessraum) investiert, 12 Millionen steuerte die Stadt Olten zum generellen Aus- und Umbau bei. Einen Zusammenhang zwischen dem happigen, clubeigenen Beitrag und der ausgebliebenen Transferoffensive zu suchen, bezeichnet Rötheli als «völlig falsch». Das Gros der Mannschaft sei schon vor den letztjährigen Playoffs festgestanden: «Wir haben früh Verträge mit Schlüsselspielern verlängern können.»

Zuzug mit viel Erfahrung

So bleibt der 27-jährige Codey Burki der einzige Zuzug. Burki wird es nicht alleine richten können, da werden auch andere Spieler, von deren Entwicklung man in Olten überzeugt ist, gefordert sein. Vor allem zu Beginn der Meisterschaft werden Olten allerdings einige Trainingsstunden und einige Vorbereitungsspiele in den Beinen fehlen. Im Vergleich mit den anderen NLB-Teams haben die Solothurner durchwegs weniger Spiele bestritten.

Professionelles Umfeld

Daran ändern können – zumindest im Moment – auch die am Donnerstag veröffentlichten «Verstärkungen» im professionellen Bereich – Köbi Kölliker wird vollamtlicher Sportchef, ex-Basel-Trainer Dino Stecher, ein Oltner, wird Assistenz- und Goalietrainer – nichts. Aber: Zumindest in Sachen Stadion und professionelle Struktur hat Olten den Weg in die Zukunft – sprich: in die NLA – geebnet. Das wird zusätzlichen Druck auf das Team schaffen.