Eishockey
Ungefährdeter Heimsieg gegen Basel: Olten festigt seine Leader-Position

Der EHC Olten schlägt Basel 3:1, während die SCL Tigers gegen Visp mit 2:4 verlieren. Damit vergrössern die Oltner ihren Vorsprung in der NLB auf satte 14 Punkte und stehen kurz vor dem Qualifikationssieg.

Adriana Gubler
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Oltens Geburtstagskind Sandro Tschuor (l.) beschenkte sich mit seinem Treffer gleich selber.

Oltens Geburtstagskind Sandro Tschuor (l.) beschenkte sich mit seinem Treffer gleich selber.

HR Aeschbacher

Die grosse Überraschung gabs am Dienstag Abend im Oltner Kleinholz vor Spielbeginn: EHCO-Topscorer Shayne Wiebe fehlte auf dem Matchblatt. Der torgefährliche Kanadier musst verletzungsbedingt passen – so kurz vor den NLB-Playoffs wollte der Klub jedoch mit keinen genaueren Informationen etwa zum Schweregrad der Verletzung rausrücken.

Die Powermäuse mussten also mit nur einem Ausländer und veränderten Sturmformationen ins Spiel gegen die Basler Sharks steigen. Auf der Gästeseite präsentierte sich die Situation genau gleich, den Baslern fehlte mit Brandon Buck ebenfalls einer der zwei Ausländer.

Langnau abgeschüttelt

Weniger überraschend war der Spielausgang: Der aktuelle NLB-Leader aus der Dreitannenstadt schickte die Basler Sharks mit einem 3:1-Sieg auf den Nachhauseweg – die Oltner waren spielbestimmend, konnten aber noch nicht an ihre ganz starken Leistungen vom Dezember oder von Anfang Januar anknüpfen.

Weil die SCL Tigers, erster Verfolger des EHC Olten in der Ilfishalle eine 2:4-Niederlage gegen Visp kassierte, konnte der NLB-Spitzenreiter seine Tabellenführung am Abend, fünf Runden vor Schluss, auf 14 Punkte ausbauen und so einen riesengrossen Schritt in Richtung Qualifikationssieg machen.

«Nun sollte nichts mehr schiefgehen», meint Doppeltorschütze Philipp Wüst zum greifbaren Qualisieg. Sofort schiebt er aber nach: «Wir wollen weiter jedes Spiel gewinnen und uns so ein gutes Gefühl im Hinblick auf die Playoffs holen.»

Mehr Scheibenbesitz

Der EHC Olten, deutlich mehr in Scheibenbesitz, eröffnete gegen die Basler bereits in der 5. Minute das Score. Es war Wüst, der einen Abpraller an den Schonern von Urban Leimbacher vorbei ins Tor drückte. Ob der EHC Olten mit diesem schnellen Treffer zeigen wollte, dass er dem Schlendrian, der sich zuletzt beim Leader etwas eingeschlichen hatte, den Garaus machen will?

Nach dem 1:0 jedenfalls plätscherte die Partie mit vielen Fehlern auf beiden Seiten bis zum Pausenpfiff dahin. In der 19. Minute allerdings kam Ruhnke von Wüthrich lanciert allerdings nochmals aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, er setzte die Scheibe aber neben den Kasten von Leimbacher.

Tschuor beschenkt sich selber

Im Mitteldrittel legten beide Mannschaften eine Schippe drauf. Für den EHCO führte dies nach nur 37 Sekunden zum Erfolg: Geburtstagskind Sandro Tschuor beschenkte sich mit dem 2:0 gleich selber. Stinkfrech kurvte er nach einer Scheibeneroberung von der Seite aufs Basler Tor zu und erwischte den Ex-Oltner Torhüter Leimbacher zwischen den Beinen.

Chancen, die Führung weiter auszubauen, hatten die Powermäuse in den letzten acht Minuten des zweiten Drittels zu Hauf. Sie brachten die Scheibe trotz einiger schön vorgetragener Angriffe nicht mehr an ihrem ehemaligen Mitspieler vorbei. Auch die Powerplaysituationen – rund fünf Minuten konnten die Oltner im zweiten Drittel mit einem Mann mehr auf dem Eis spielen – konnten sie nicht zum 3:0 verwerten.

Shutout verpasst

Die Torflaute ging auch im Schlussabschnitt weiter. Und so kam es, wie es kommen musste: Anstelle des 3:0 markierten die Basler in der 56. Minute den 2:1-Anschlusstreffer: Während Schwarzenbach eine Strafe absass, lenkte Schmutz einen Schuss von Keller ab. Die Scheibe landete unglücklich im Tor von Bäumle, der sich damit den Shutout abschminken musste.

Die Gäste bremsten sich nach ihrem Treffer aber gleich selber wieder, denn Schmuckli liess sich zu einer unnötigen Strafe verleiten. Zwar konnten die Oltner auch dieses Powerplay nicht zu ihren Gunsten nutzen. Aber kurz nach Ablauf der Basler Strafe waren sie dann doch noch erfolgreich – wieder in der Person von Philipp Wüst, der mit dem 3:1 in der 58. Minute seinen Farben den Sieg sicherte.

Letzte Aggressivität fehlt

Über 37 Minuten verstrichen zwischen dem zweiten und dritten Oltner Treffer. «Chancen hatten wir schon», so Wüst. «Uns fehlte aber vielleicht ein bisschen das Glück und wohl auch das letzte Quäntchen Aggressivität.»

Die Powermäuse traten engagierter auf als in den letzten beiden Partien, aber noch ist die Aggressivität aus vergangenen glorreichen Spielen dieser Saison nicht zurück.