Es war mehr Rasse als Klasse, was der HV Langenthal und der BSV Bern Muri II in diesem Finalrundenspiel der 2. Liga zeigten. Es wurde gekämpft und die Härte erreichte durchaus Erstligacharakter. Aber die Finesse fehlte beiden Teams. Unglaubliche Fehlpässe und ungenaue, überhastete Torschüsse waren zu häufig.

Langenthal spielte sich kein einziges Tor über die Flügel heraus, jeder Angriff erfolgte mit der Brechstange durch die Mitte. «Man kann nur eines nach dem anderen verbessern», erklärte Spielertrainer André Bichsel. «Zunächst musste ich die Defensive organisieren, und die ist mittlerweile stabil. Jetzt können wir an den Angriffen arbeiten.»

Wende schien möglich

Nach ausgeglichenem Start, hiess es plötzlich 6:9 und Bern-Muri schien davonzuziehen. Aber Langenthal holte mit der Pausensirene auf 9:10 auf. In der 42. Minute kassierte der HVL drei Zeitstrafen in Serie, was zu einem 12:15-Rückstand führte.

Dann folgte die beste Langenthaler Phase und die Wende schien ab der 52. Minute möglich: Der HVH ging mit 17:16 erstmals in Führung. Der Match stand auf Messers Schneide. Als der Goalie von Bern-Muri kurz vor Schluss beim Zwischenstand von 18:18 einen Penalty an den Pfosten lenken konnte, feierten die Gäste das wie den Sieg. Aber dann versagten auch sie bei ihrem Angriff, und so gab es keinen Sieger.

Komplizierte Verhandlungen

Trotzdem sind Langenthals Aufstiegshoffnungen realistisch. «Ja, wir wollen nächste Saison in der 1. Liga spielen», bestätigt HVL-Sportchef Markus Quaile. Dass man dann auch gewisse Verstärkungen verpflichten müsste, um in dieser anspruchsvollen Spielklasse bestehen zu können, sei ihm bewusst. «Das würde uns sicher gelingen», meint Quaile.

Also geht das Spekulieren los. Dass die Thuner Superböcke als Leader der Finalrunde nicht aufsteigen dürfen, weil ihre Spielgemeinschaft mit Wacker bereits in der 1. Liga vertreten ist, erhöht die Langenthaler Chancen.

Und wenn es dem HVL nicht auf sportliche Weise gelingen sollte, dann hat der Sportchef noch eine weitere Variante auf Lager: Eine Spielgemeinschaft mit Erstligist Solothurn eingehen. «Ja, die Verhandlungen laufen auf allen Ebenen», bestätigt Markus Quaile. Denn die Solothurner werden mit Grauholz zusammenspannen und den Platz in der Nationalliga B übernehmen. So wird ein Platz in der 1. Liga frei, welchen der HV Langenthal besetzen könnte, wenn er seinerseits als Spielgemeinschaft mit dem TV Solothurn auftreten kann. «Beziehungsstatus: Es ist kompliziert», heisst es so schön auf Facebook . . .