Nachhaltigkeit – das hat sich in den letzten Jahren zum Zauberwort bei grossen Sportveranstaltungen gemausert. Wenn viel Zeit und Geld in einen Anlass investiert wird, soll in erster Linie eine schwarze Null resultieren, immer häufiger muss er aber auch nachhaltig sein. Doch nur selten erfüllen sich diesbezüglich die Erwartungen – im Rückblick muss oftmals festgestellt werden, dass die Veranstaltung eben gerade nicht nachhaltig wirkt. Fast immer bleibt es bei der unmittelbaren Aufmerksamkeit, welche dem Organisator am Tag X zuteil wird. Kaum sind die letzten Zelte abgebrochen, die letzten Streckenmarkierungen entfernt, die letzten Spielfeldbegrenzungen verwischt, ist es auch um die Nachhaltigkeit geschehen.

Eine greifbare Nachhaltigkeit

Das gleiche Schicksal drohte auch der Stadt Olten, welche im letzten Jahr den Gigathlon beheimatete und sich um die Jahresmitte während zweier Tage im Mittelpunkt der nationalen Sportwelt sonnte. Mehr als 5000 Athletinnen und Athleten leisteten Grossartiges in und um Olten, an zwei Wettkampftagen, die, wettertechnisch, unterschiedlicher nicht hätten sein können. Bereits bei der ersten Gelegenheit, einer Pressekonferenz in der Schützi im Oktober 2011, machte Ernst Zingg keinen Hehl daraus, aus dem Engagement Profit schlagen zu wollen. Unter dem Motto «zentral, urban und natürlich» wolle man sich als «starke Stadt in einer starken Region präsentieren», meinte der Stadtpräsident damals. Pluspunkte der Stadt seien etwa die verkehrstechnische Lage, die Sportanlagen Kleinholz sowie die grosszügigen Rasenflächen für die Zeltstadt – eine Fläche übrigens, die im Begriff ist, überbaut zu werden.

Damit nicht nur bezüglich aktueller oder künftiger Infrastruktur etwas hängen bleibt vom letztjährigen Gigathlon, hat eine kleine Projektgruppe um Christian Gressbach innert kurzer Frist Nägel mit Köpfen gemacht und den sogenannten «Gigatrail» installiert. Den Gedanken, dem ganzen Anlass eine greifbare Nachhaltigkeit zu verleihen, verfolgte man im lokalen OK bereits in den Vorbereitungen zum Gigathlon 2012. Die Umsetzung trieb dann aber der Geschäftsführer von Olten Tourismus praktisch im Alleingang voran. «Es musste dann plötzlich recht schnell gehen, denn wir wollten es unbedingt zu Frühlingsbeginn schaffen.»

Lombriser testet den ‹Gigatrail›

Dass ein Grossteil der Arbeiten schliesslich von Olten Tourismus geleistet worden ist, hat damit zu tun, dass kein Partner gefunden werden konnte. «Wir hätten es dadurch grösser aufgleisen können», so Gressbach, «eine eigene Webseite installieren oder mit einem eigenen Logo auftreten, breiter kommunizieren.» Damit, wie es jetzt herausgekommen ist, kann Gressbach aber durchaus zufrieden sein, umso mehr, wenn die primären Zielsetzungen erreicht werden können. «Der ‹Gigatrail› soll etwas für die Einheimischen sein, mit den kürzeren und längeren Rundrouten, gleichzeitig soll er aber auch eine regionale oder nationale Ausstrahlung haben.» Man erhoffe sich, so Gressbach, dass einige der Gigathlon-Teilnehmer nach Olten zurückkehren, denn «die Strecke ist im letzten Jahr ja von vielen als ideal taxiert worden.»

Zur Lancierung des Projekts machen sich übermorgen Freitag Gabriel Lombriser (2. des Gigathlon 2012) und Corsin Caluori auf die Strecke und legen, zuerst gemeinsam, später alleine, vier der fünf Teilstrecken zurück. Der Startschuss zur offiziellen Streckeneröffnung fällt um 9.00 Uhr in der Oltner Schützi, der Einlauf wird gegen 13.00 Uhr erwartet. Um 10.00 Uhr wird zudem ein Biketreff der Bikeschule Olten angeboten.