Handball NLB
Um Haaresbreite verloren – trotz zwei herausragenden Leistungen reichte es nicht zum Sieg

Motiviert stieg der TV Solothurn in den Spitzenkampf gegen die Lakers Stäfa, um deren Siegesserie zu brechen. Über weite Strecken waren die Einheimischen die bessere Mannschaft, dies reichte gegen abgeklärte Zürcher letztlich aber doch nicht zum Sieg.

Gaudenz Oetterli
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Trotz Niederlage wussten zwei Spieler des TV Solothurn besonders zu überzeugen: Der 17-jährige Nico Eggimann (dritter von links, mittlere Reihe) mit sieben Toren aus acht Versuchen und Torhüter Taro Diethelm (vierter von links, untere Reihe) mit 44% abgewehrter Würfe.

Trotz Niederlage wussten zwei Spieler des TV Solothurn besonders zu überzeugen: Der 17-jährige Nico Eggimann (dritter von links, mittlere Reihe) mit sieben Toren aus acht Versuchen und Torhüter Taro Diethelm (vierter von links, untere Reihe) mit 44% abgewehrter Würfe.

zvg

Am Ende machten rund zehn schwache Minuten vor der Pause den Unterschied. In dieser Phase kippte die Partie, die vorher ausgeglichen war, zu Gunsten der Gäste vom Zürichsee. Vor allem in der Verteidigung agierten die Solothurner unkonzentriert und teils sogar fahrlässig. Schliesslich war bekannt, dass auf Seiten von Stäfa vor allem von dessen Toptransfer Philipp Seitle Gefahr ausgeht.

Weiter wies Trainer Marco Kurth seine Truppe darauf hin, dass Seitle seine Treffer nur per Schlenzer oder Kernwurf erzielt. Doch gerade in den Minuten vor der Pause liess die Solothurner Defensive dem Spielmacher der Gäste (7 Tore in der ersten Halbzeit) zu viel Platz, was dieser gnadenlos ausnutzte, sei es mit eigenen Abschlüssen oder indem er seine Kollegen in Szene setzte. Lange hielt der TVS gegen den Favoriten das Remis oder lag nur gerade ein Tor im Rückstand. Vor der Pause jedoch liess man den Gegner mit drei Treffern wegziehen.

TVS gelingt noch einmal der Anschluss

Dabei startete das Heimteam stark in das Spiel. Die Verteidigung wirkte sicher und war lange auf Kurs, unter 30 Tore zu kassieren, und dies gegen einen Gegner, der bisher in allen fünf Saisonspielen jeweils über 30 Tore erzielt hat, einmal sogar 40. Und im Angriff war der TV Solothurn seinem Gegner ebenbürtig. Mehr sogar als das, denn während die Offensive der Zürcher komplett von Philipp Seitle abhängig war, spielten die Aarestädter variantenreicher.

Zudem war im Vergleich mit vorherigen Spielen offensichtlich, dass der TVS noch nicht an der Leistungsgrenze angelangt war und sowohl vorne wie auch hinten noch stärker hätte spielen können. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Anstatt einer Leistungssteigerung baute Solothurn vor der Pause merklich ab.

Taro Diethelm: ein überragender Rückhalt

So waren die Vorzeichen zu Beginn der zweiten Hälfte ungleich schwieriger. Gegen den bis anhin makellosen Co-Leader (fünf Siege aus fünf Spielen) mussten die Mannen von Trainer Marco Kurth einen Drei-Tore-Rückstand wettmachen. Dieses Ziel schien noch unerreichbarer, als der TVS in den ersten gut zwei Minuten nach dem Seitenwechsel gleich fünf Fehlschüsse zu beklagen hatte.

Die Solothurner konnten sich in dieser Phase und auch den Rest der zweiten Halbzeit bei ihrem überragenden Torwart Taro Diethelm bedanken, dass nicht bereits die Vorentscheidung fiel. Kurz darauf schaffte der TVS dank einer doppelten Überzahl und mit drei Treffern in Folge den Anschluss.

Lichtblicke trotz Niederlage

Das viel zitierte Momentum schien in dieser Phase auf Seiten der Solothurner zu sein und nicht wenige in der CIS-Halle hatten das Gefühl, dass das Spiel nun dreht. Doch auch die Lakers konnten sich wieder fangen und so war das Spiel, ähnlich wie zu Beginn der Partie, wieder völlig ausgeglichen.

Mitte der zweiten Hälfte waren es jeweils die Zürcher die ein Tor vorlegten und den TVS unter Druck setzten. Gegen Ende der Partie waren es dann sogar die Ambassadoren, die jeweils in Führung gingen. Es gelang ihnen aber nicht, den Sack endgültig zuzumachen und so waren es die Gäste, die am Ende den Siegtreffer bejubeln konnten.

Trotz der denkbar knappen 25:26-Niederlage gegen einen starken Tabellenzweiten gab es im Spiel des TV Solothurn gleich mehrere Lichtblicke. Einmal mehr zeigte Torhüter Taro Diethelm eine grossartige Leistung, er hielt insgesamt 44 Prozent aller gegnerischen Würfe.

Verantwortung trotz jungem Alter

Eine überragende Leistung im Angriff zeigte auch das Riesentalent Nico Eggimann. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit übernahm der erst 17-jährige Spielführer im Solothurner Angriff die Verantwortung. Und er beschränkte sich nicht darauf, seine Nebenleute in Szene zu setzen, er suchte jeweils selber den Abschluss. Mit sieben Toren aus acht Versuchen krönte er eine starke Leistung, auch wenn es am Ende für seine Mannschaft nicht ganz zum Sieg gereicht hat.

Bis der TV Solothurn diese Scharte auswetzen kann, muss er sich gedulden. Die NLB-Meisterschaft pausiert für drei Wochen. Anfang November wartet dann mit den Kadetten Espoirs gleich der nächste harte Prüfstein.