Unihockey
ULA droht der unheilvolle Sieg nach der Qualifikation

Langenthal Aarwangen eilt in der laufenden NLB von Sieg zu Sieg. Dies vor allem dank der guten Integration von jungen Spielern und auch wegen des gestärkten Teamgeistes – Wenn einer ausfällt, ist bereits ein anderer als würdiger Ersatz zur Stelle.

Michael Schenk
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ULA - Floorball Thurgau
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ULA's Huesler (links) im Kampf um den Ball gegen Burkhalter.
ULA's Tomas Chrapek (L) im Kampf um den Ball gegen Thurgau's OlliOilinki (r).
ULA's Adrian Sonderegger (M) im Kampf um den Ball gegen Thurgau's Goalie Dominik Ortig.
ULA's Spieler jubeln, waehrend dem Unihockeyspiel der NLB zwischen ULA und Floorball Thurgau.
ULA's Adrian Schiffmann(L) im Kampf um den Ball gegen Thurgau's Jonas Huber (R).
ULA's Adrian Schiffmann (R) im Kampf um den Ball gegen Thurgau's Jonas Huber (L).

ULA - Floorball Thurgau

Marcel Bieri

Der 11:7-Erfolg gegen das zweitplatzierte Thurgau war der sechste Sieg in Folge für die NLB-Unihockeyaner von Langenthal Aarwangen. Nach starkem Start der Gastgeber (4:0) verkürzten die Ostschweizer zwischenzeitlich von 7:3 auf 7:6, ehe sich dann Langenthal Aarwangen im Finale endgültig von den Gästen verabschiedete. Mit neun Punkten Vorsprung auf das siebtklassierte Team Ticino ist ULA die Playoff-Qualifikation praktisch nicht mehr zu nehmen.

Vier Runden stehen im neuen Jahr noch aus, wobei es die Berner nebst Leader Zug mit den unter dem Strich klassierten Teams Ticino, Sarnen und Jon-Uznach zu tun kriegen. «Da müsste sich wirklich alles gegen uns verschwören, wenn das nicht mehr klappen würde», bestätigt Assistenztrainer Marco Salvisberg. Der ehemalige U21-Trainer der Langenthaler ist seit heuer im dreiköpfigen Trainerstab der 1. Mannschaft. Im Verlauf dieser uns der letzten Saison hat ULA mehr als ein halbes Dutzend eigene Junioren ins NLB-Kader eingebaut.

Verheimatlichung macht stark

Diese Verjüngung einerseits und Verheimatlichung andererseits ist mit ein triftiger Grund der Stärke, die ULA heuer an den Tag legt. Die jungen Spieler kennen sich und ihren Klub seit Kindsbeinen, harmonieren und fighten entsprechend für ihr Team. Marco Salvisberg: «Früher hatten wir sehr viele auswärtige Spieler. Das Vertrauen in die eigenen Leute hat gefehlt.» Entsprechend hoch sei die Fluktuation gewesen. Dem ist jetzt nicht mehr so. «Das Team ist auch ausserhalb der Halle eine Einheit, was sich ganz klar positiv auf den Teamgeist auswirkt», sagt Salvisberg.

Junge Spieler beweisen sich

Einem der Jungen gebührte nach dem Match gegen Thurgau denn auch die Auszeichnung zum besten Spieler. Der knapp 20-jährige Keven Glanzmann stand erstmals in dieser Saison von Anfang an im Tor. Der bisherige Stammkeeper, Sven Wüthrich bekam, als Spotartikelverkäufer im Weihnachtsverkaufs-Hype keine Dispens vom Arbeitgeber. «Auch das ist ein Grund, warum es uns heuer gut läuft», sagt Marco Salvisberg. «Wenn einer ausfällt, sind andere da, die ihn ebenbürtig ersetzen.» Glanzmann, der als US-Bürger auch Goalie der amerikanischen Nationalmannschaft ist, hat auf jeden Fall einen Big-Job gemacht. Insofern geben die neuen, eigenen Nachwuchsspieler, die inzwischen ins NLB-Team von ULA nachgerückt sind, den Oberaargauern auch viel mehr Breite. «Da sind acht, neun Spieler, die sich um die fünf Plätze in der dritten Linie streiten, was natürlich die Qualität in Training und Match steigert», stellt Salvisberg fest.

Punkterekord ist ein «Must»

Sofern sich also die Spieler von Langenthal Aarwangen über die Festtage keine kollektive Fondue-Chinoise-Vergiftung einfangen, dann muss es für die Playoffs reichen. Dies nachdem die Oberaargauer während den letzten beiden Saisons jeweils in die Playouts verbannt waren und 2011 dem Abstieg nur hauchdünn entronnen sind. Zwölf Punkte sind nach Weihnachten noch zu vergeben. Der Punkterekord eines ULA -Teams in der NLB steht bislang bei 31. Salvisberg: «Es ist gewiss ein Anreiz für uns, diese Marke zu toppen», sagt Salvisberg. Derzeit freilich sind die Langenthaler als Tabellen-Dritte genau da, wo sie sein möchten, und da, wo sie sich vor der Saison vom Potenzial intern auch gesehen haben. «Platz drei ist in der NLB nach der Qualifikation eigentlich der beste Platz, den es gibt», sagt Marco Salvisberg. Warum? Weil die auf den ersten beiden Plätzen klassierten Mannschaften die ersten Playoff-Runde überspringen dürfen. So also praktisch drei Wochen aus dem Wettkampfrhythmus fallen. Insofern droht den Unihockeyanern von Langenthal Aarwangen zu Beginn des neuen Jahres als grösstes aller reellen Übel, dass sie am Ende noch Qualifikationssieger werden.