Eishockey
Überzeugendes Powerplay: EHC Olten schlägt Freiburg 6:3 und trifft im EHCO-Cupfinal auf Gottéron

Der EHC Olten schlägt im zweiten Spiel des EHCO-Cups den DEL2-Vertreter Freiburg dank überzeugendem Powerplayspiel 6:3. Fünf der sechs Treffer fielen in Überzahl. Am Samstagabend, 20.15 Uhr, treffen die Oltner damit auf Fribourg-Gottéron.

Silvan Hartmann
Drucken
Teilen
Der EHC Olten verdient sich ein Finalduell mit Fribourg-Gottéron

Der EHC Olten verdient sich ein Finalduell mit Fribourg-Gottéron

Bruno Kissling

Dass die deutschen Gäste aus Freiburg an diesem Freitagabend als Sieger vom Eis gehen würden, stand nie zur Diskussion. Auf allen Ebenen trat der DEL2-Vertreter zu limitiert auf im Vergleich mit dem EHC Olten.

Dass der Sieg Oltens gegen Freiburg jedoch nicht ganz so deutlich ausfallen würde wie tags zuvor von Ligakonkurrent Thurgau (8:3), dürfte nicht zuletzt auch dem enormen Gefälle auf der Torhüterposition der Deutschen zuzuschreiben sein: Weil seine Tochter verunfallte, reiste Freiburgs Nummer-1-Torhüter Miroslav Hanuljak erst verspätet nach Olten, sodass die wichtige Teamstütze gegen Thurgau noch fehlte, aber im Spiel gegen Olten seine Gegner wieder oft zur Weissglut trieb.

Der 6:3-Sieg des EHCO hätte aber gegen das solide Mittelfeldteam der zweiten DEL dennoch deutlich höher ausfallen dürfen. Während die Oltner ein kämpferisch überzeugendes erstes Drittel zeigten, bauten sie insbesondere läuferisch allmählich ab und liessen die Wölfe aus Freiburg abermals zu starken Konterzügen einladen.

Freiburg, von dessen Kader man noch am ehesten Radek Duda (17 NLA-Spiele mit Langnau und Basel) kennt, scheiterte aber im Abschluss immer wieder am hervorragend aufspielenden EHCO-Torhüter Matthias Mischler, der gleich mehrmals Paraden auf Weltklasseniveau zeigte. Mischler dürfte selbst auch mit dem stärker einzustufenden Neuzugang aus der NLA, Simon Rytz, mehr als bloss eine valable Ersatzrolle in der Meisterschaft spielen.

Die Oltner verdienten sich schliesslich ein Finalspiel am Samstag gegen NLA-Vertreter Fribourg-Gottéron dank eines überzeugenden Powerplayspiels. Die EHCO-Spieler sprühten vor 1291 Zuschauern mit einem Mann mehr auf dem Feld regelrecht vor Spielwitz. Gleich fünf der sechs Oltner Treffer fielen in Überzahl.

Zu erwähnen gilt es diesbezüglich auch die oftmals kleinlichen Schiedsrichter, die insgesamt trotz fairem Spiel nicht weniger als 24-Zweiminutenstrafen (22 Minuten gegen Olten, 26 Minuten gegen Freiburg) aussprachen.

Sie trieben es zeitweise so weit, dass es den Anschein machte, als würden die Spielleiter absichtlich Strafen pfeifen, damit die beiden Mannschaften die Überzahl- und Unterzahlsituationen trainieren könnten.

Trainingslager in Österreich

Gespannt sein durften die EHCO-Fans vor dem Testspiel gegen Freiburg ein weiteres Mal auf die Linienzusammenstellungen von Trainer Bengt-Ake Gustafsson. Während im Vergleich zum ersten EHCO-Cupspiel keines der Verteidiger-Duos bestanden blieb, sprach Gustafsson dem womöglichen Monstersturm das Vertrauen aus: Devin Muller, Tim Stapleton und Ryan Vesce sorgten für viel Spieltempo – und dennoch fehlte auch im zweiten Spiel dieser Sturmzusammensetzung der letzte Zacken Durchschlagskraft.

Insbesondere Ryan Vesce braucht ganz offensichtlich noch Zeit, seine enorm wichtige Rolle im Team als Punktelieferanten und Spielführer zu finden.

Nach dem grossen Finalspiel gegen Fribourg-Gottéron am Samstagabend (20.15 Uhr) wird der EHC Olten am kommenden Donnerstag für sechs Tage ins Trainingslager nach Österreich reisen. Dort tritt das Team unter anderem zu einem Testspiel gegen Feldkirch an.

EHC Olten - EHC Freiburg 6:3 (3:1, 2:1, 1:1)

Kleinholz. – 1291 Zuschauer. – Tore: 5. Hirt 1:0. 8. Huber (Schneuwly, Bagnoud; Ausschluss Walker) 2:0. 18. Tomanek (Kunz; Ausschluss Teamstrafe) 2:1. 20. (19.10) Stapleton (Rouiller; Ausschluss Walker, Körner) 3:1. 24. Tomanek (Duda; Ausschluss Huber, Matter) 3:2. 35. Muller (Stapleton, Rouiller; Ausschluss Billich) 4:2. 38. Muller (Stapleton, Rouiller; Ausschluss Maly) 5:2. 51. Horansky (Ausschluss Kästle) 6:2. 57. Tomanek (Duda) 6:3. – Strafen: 11-mal 2 Minuten gegen Olten, 13-mal 2 Minuten plus Disz.-strafe (Walker) gegen Freiburg.
Olten: Mischler; Bucher, Rouiller; Bagnoud, Barbero; Zanatta, Fröhlicher; Grieder, Matter; Muller, Stapleton, Vesce; Wyss, Schneuwly, Huber; Horansky, Mäder, Ulmer; Aeschlimann, Heughebaert, Hirt.
Freiburg: Hanuljak; Brückmann, Woidtke; Körner, Kästle; Riessle, Federolf; Maly, Frick; Wittfoth, Walker, Billich; Kunz, Duda, Tomanek; Herm, Saccomani, Alrich, Meyer, Kubail, Bräuner; Cihak.
Bemerkungen: EHC Olten ohne Lüthi (rekonvaleszent), Duarte, Truttmann (beide angeschlagen) sowie Rytz, Vodoz, Sahli (alle überzählig).

Programm Samstag:
13.00 Uhr: Düsseldorfer EG - EHC Freiburg.

16.30 Uhr: Straubing Tigers - Hockey Thurgau.

20.15 Uhr: EHC Olten - Fribourg-Gottéron.