EHC Olten
Überflieger Polansky, Tiefflieger Truttmann: Die EHCO-Spieler in der Saison-Einzelkritik

Der EHC Olten enttäuschte über die ganze Saison hinweg: Platz 5 nach der Qualifikation, Viertelfinal-Out gegen die Rapperswil-Jona Lakers in den Playoffs nach nur fünf Spielen. Die EHCO-Spieler in der Einzelkritik.

Silvan Hartmann und Marcel Kuchta
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So will man ihn auch nächste Saison am liebsten sehen: Jiri Polansky bejubelt im Oltner Dress einen Treffer.

So will man ihn auch nächste Saison am liebsten sehen: Jiri Polansky bejubelt im Oltner Dress einen Treffer.

TOPpictures/Michael Walch

Dominic Nyffeler: 4-5

Hervorragende Werte in der Qualifikation. In den Playoffs aber leider auch nicht in der erhofften Verfassung, weshalb er das eine oder andere faule Ei kassierte. Blieb in der heissen Phase statistisch deutlich unter dem Liga-Durchschnitt. (Qualifikation: 22 Spiele, 2,12 Tore/Spiel, 92,34 Prozent. Playoffs: 3 Spiele, 3,67 Tore/Spiel, 88,78 Prozent)

Matthias Mischler: 4

Solider NLB-Goalie, der es viel zu selten geschafft hat, den Sieg zu stehlen – und schon gar nicht in den Playoffs. Rätselhaft, warum sein Vertrag vorzeitig um zwei Jahre verlängert wurde und derjenige von Nyffeler nicht. (Q: 30 Spiele, 2,98 Tore/Spiel, 90,15 Prozent. P: 2 Spiele, 3,51 Tore/Spiel, 90,54 Prozent)

Reto Kobach: 3-4

Einer der routiniertesten Verteidiger, konnte aber nicht an die Leistungen der letzten Saison anknüpfen, hatte läuferisch stetig abgebaut und war im Boxplay auch nicht mehr so zuverlässig wie auch schon. Verlässt nun den EHC Olten in Richtung Winterthur. (Q: 40 Spiele, 3 Tore, 3 Assists, Plus-3-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Minus-4-Bilanz)

Marc Grieder: 3-4

Er war nicht die erhoffte Verstärkung in der Verteidigung, neigt besonders bei hohem Spieltempo zu Fehlern. Verletzte sich in den Playoffs erneut und musste fortan die Spiele von der Tribüne aus verfolgen, hätte mit seiner Routine der Mannschaft helfen können. Hat einen laufenden Vertrag bis 17/18. (Q: 37 Spiele, 2 Tore, 4 Assists, Plus-3-Bilanz. P: 1 Spiel, 0 Tore, 0 Assists, Minus-1-Bilanz)

Simon Schnyder: 4

Verpasste fast die halbe Saison wegen eines Handgelenkbruchs nach einem Check eines Langenthalers. War in dieser Saison nicht mehr als ein Rollenspieler ohne grossen Einfluss. Es wird für ihn deshalb bei der Kaderplanung für die nächste Saison eng werden. Sein Vertrag läuft aus. (Q: 28 Spiele, 0 Tore, 2 Assists, Plus-1-Bilanz. P: 1 Spiel, 0 Tore, 0 Assists, 0-Bilanz)

Remo Meister: 4

Einer der letzten verbleibenden Spieler des harten Oltner Kerns. Ein stiller Schaffer, stets mit viel Herzblut dabei, kämpfte vorbildlich bis zum Umfallen, aber offensiv mit Limiten. Auch sein Vertrag läuft aus. (Q: 40 Spiele, 1 Tor, 6 Assists, Plus-3-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Plus-2-Bilanz)

Simon Barbero: 4-5

Stiess früher als erwartet von der Ajoie zu Olten, hatte bereits vor dem frühzeitigen Wechsel ab kommender Saison einen Vertrag beim EHCO im Sack. Brillierte immer wieder mit einem überraschenden ersten Pass, gutes Stellungsspiel, konnte aber in den Playoffs nicht an die starken Qualifikations-Statistiken anknüpfen. (Q: 47 Spiele, 2 Tore, 10 Assists, Plus-18-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 3 Assists, Minus-3-Bilanz)

Anthony Rouiller: 4-5

Der Chef in der EHCO-Verteidigung, dirigierte, übernahm Verantwortung im Spielaufbau. Konnte auch offensiv gute Akzente setzen, spielte den einen oder anderen entscheidenden Pass. Aber mit Hang zum Leichtsinn, spielt riskant und ist immer wieder mal für einen Aussetzer gut. Nahm in den Playoffs zu viele Strafen. (Q: 33 Spiele, 3 Tore, 16 Assists, 0-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 2 Assists, Minus-2-Bilanz)

Chris Bagnoud: 3-4

Hatte in der Qualifikation den Stammplatz verloren um ihn dann aufgrund der Verletzungsmisere in der Oltner Verteidigung wieder zurück zu ergattern. Fand nie eine Rolle, in der er sich wohlfühlte. Spielte auch seine Härte zu wenig aus, obwohl er ein robuster Spieler wäre. (Q: 37 Spiele, 1 Tor, 6 Assists, Plus-4-Bilanz. P: 5 Spiele, 1 Tor, 0 Assists, 0-Bilanz)

Curtis Gedig: 4

Gute Statistiken. Als Verteidiger hat man auf der Ausländerposition in der NLB einen schwierigen Stand. War deshalb auch für den EHC Olten als Söldner nicht die erhoffte Verstärkung. War in den Playoffs nur noch überzählig. Verfügt über einen weiterlaufenden Vertrag bis 17/18. (Q: 38 Spiele, 11 Tore, 26 Assists, Plus-9-Bilanz. P: 0 Spiele)

Romano Pargätzi: 4

Gute Statistiken. Als Verteidiger hat man auf der Ausländerposition in der NLB einen schwierigen Stand. War deshalb auch für den EHC Olten als Söldner nicht die erhoffte Verstärkung. War in den Playoffs nur noch überzählig. Verfügt über einen weiterlaufenden Vertrag bis 17/18. (Q: 34 Spiele, 0 Tore, 10 Assists, Plus-8-Bilanz. P: 0 Spiele)

Jiri Polansky: 5

Wieder einmal seit längerer Zeit ein Ausländer beim EHC Olten, der den Erwartungen gerecht wird. Überforderte mit seiner Genialität sogar oftmals seine Mitspieler. Verzweifelte in den Playoffs an den Teamkameraden und an den Schiedsrichtern. Es muss alles Mögliche unternommen werden, um ihn halten zu können. (Q: 13 Spiele, 10 Tore, 9 Assists, Plus-7-Bilanz. P: 5 Spiele, 4 Tore, 0 Assists, Minus-2-Bilanz)

Ueli Huber: 4-5

Hat eine sehr gute Qualifikation gespielt, war die Entdeckung der Saison, hatte dann aber in den Playoffs nicht mehr die erhofften Akzente setzen können. Spielte unter Gustafsson nur noch eine reduzierte Rolle: Mit nur drei Schüssen in fünf Playoffpartien der Oltner Spieler mit den wenigsten Abschlüssen pro Spiel. (Q: 47 Spiele, 9 Tore, 13 Assists, Plus-13-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, 0-Bilanz)

Cédric Schneuwly: 4-5

Starke Statistiken in der Qualifikation. Es gibt wohl keinen EHCO-Spieler mit einem grösseren Willen, doch kämpfen allein genügt nicht. Ging in den Playoffs kollektiv mit der Mannschaft unter. Auch er schaffte es nicht, entscheidende Impulse zu setzen, blieb im Abschluss blass: 0 Tore, 0 Assists. (Q: 48 Spiele, 16 Tore, 18 Assists, Plus-2-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Minus-4-Bilanz)

Stefan Hürlimann: 3-4

Kam in der gesamten Saison nie wirklich in Fahrt, fand nie seine Rolle auf dem Eis und schaffte es als Captain auch neben dem Eis nicht, die Mannschaft zusammenzuhalten. Musste sich in den Playoffs nach einer hartnäckigen Verletzung mit dem Job als 13. Stürmer anfreunden. Sein Vertrag läuft noch eine Saison. (Q: 33 Spiele, 4 Tore, 4 Assists, Plus-4-Bilanz. P: 2 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Minus-1-Bilanz)

Nicolas Leonelli: 4

Einer, der das Playoff-Eishockey vorlebte. Eine kämpferische Bereicherung für die Mannschaft, im Abschluss jedoch viel zu harmlos, als dass er eine Verstärkung gewesen wäre – auch in den Playoffs: 0 Tore, 0 Assists. Wie sieht die Zukunft des Leihspielers von Servette-Genf aus? (Q: 25 Spiele, 6 Tore, 1 Assist, Plus-4-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Minus-2-Bilanz)

Paolo Morini: 3-4

Er konnte nie richtig Fuss fassen, besitzt denn auch keine herausragenden Qualitäten. Weder ist er torgefährlich noch kann er physisch Akzente setzen. War in dieser Saison auch lange verletzt und dadurch immer im Rückstand. Ein Spieler, der in einer ambitionierten Mannschaft wie Olten kaum Platz hat. (Q: 22 Spiele, 0 Tore, 2 Assists, Minus-3-Bilanz. P: 0 Spiele)

Ramon Diem: 4

Kam erst kurz vor Saisonstart zur Mannschaft, vielversprechender Auftakt, begnadeter Techniker, mit guten Händen, aber stösst physisch an Grenzen. War deshalb auch in den Playoffs keine valable Alternative für Trainer Gustafsson und musste zuschauen. (Q: 42 Spiele, 5 Tore, 16 Assists, 0-Bilanz. P: 1 Spiel, 0 Tore, 0 Assists, 0-Bilanz)

Justin Feser: 3-4

Ist kein Spieler, der die Mannschaft in schwierigen Momenten zu führen vermochte. Hat als NLB-Söldner zu wenig Einfluss, kann das Spiel zu selten an sich reissen. Beschränkt man sich auf die sieben Topteams der NLB, schloss er die Qualifikation mit 52 Skorerpunkten am schlechtesten aller Topskorer ab. (Q: 45 Spiele, 22 Tore, 30 Assists, Plus-10-Bilanz. P: 5 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, Minus-2-Bilanz)

Philipp Wüst: 4-5

Läuferisch der aktivste Oltner, brauchte aber vor allem in den Playoffs zu viele Chancen für einen Treffer. Hatte er Polansky als Center neben sich, blühte er als Flügelstürmer regelrecht auf. Verlässt den Verein und wird vermisst werden – irgendwie bezeichnend für den aktuellen Formstand der Oltner. (Q: 48 Spiele, 17 Tore, 22 Assists, Plus-12-Bilanz. P: 5 Spiele, 1 Tor, 1 Assist, 0-Bilanz)

Remo Hirt: 3-4

Eine der grösseren Enttäuschungen beim EHC Olten. Mangelnder Einsatz kann man ihm nicht vorwerfen, suchte aber die gesamte Saison nach seiner Form und seiner Rolle, liess seine gewohnte Torgefährlichkeit vermissen – vor allem in den Playoffs. Sein Vertrag läuft bis Ende Saison 17/18. (Q: 44 Spiele, 12 Tore, 16 Assists, Plus-10-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Minus-4-Bilanz)

Diego Schwarzenbach: 3

Erlebte eine Saison zum Vergessen. War nach ordentlichem Start bald nur noch ein Schatten seiner selbst. Hat von seiner Torgefährlichkeit immer deutlicher eingebüsst: 0 Skorerpunkte in den Playoffs. Seine Zukunft beim EHCO dürfte trotz laufendem Vertrag bis 17/18 ungewiss sein. (Q: 46 Spiele, 7 Tore, 20 Assists, Plus-1-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Minus-1-Bilanz)

Cyrill Aeschlimann: 4

Spielte im Vergleich zu vielen anderen Teamkollegen in den Playoffs mit vollem Einsatz und viel Herzblut. Tatsache ist aber auch, dass er je länger je mehr Mühe hat, seine Rolle zu finden – mal Verteidiger, mal Stürmer, aber oftmals ohne grossen Einfluss. Sein Vertrag läuft aus. Braucht es in Zukunft noch einen Spieler wie ihn? (Q: 40 Spiele, 5 Tore, 5 Assists, Plus-3-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, Plus-1-Bilanz)

Marco Truttmann: 2-3

Wo war bloss der Marco Truttmann in dieser Saison, den man in Olten während Jahren geliebt und verehrt hat? Fand auch nach seiner Vertragsverlängerung nicht zu alter Stärke zurück und blieb vor allem in den Playoffs ein Rätsel. Muss im Sommer über die Bücher, sonst werden es drei lange Jahre. (Q: 47 Spiele, 14 Tore, 27 Assists, Plus-1-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 3 Assists, Minus-1-Bilanz)

Martin Ulmer: 4

Einer der Sorte Spieler, die gerne in Schönheit sterben: feine Hände, schnelle Beine, tolle Technik, aber null Durchsetzungsvermögen und ein taktisches Irrlicht. Bezeichnend: Kein einziges Tor in den Playoffs, daran wird letztlich jeder Stürmer gemessen. (Q: 46 Spiele, 10 Tore, 23 Assists, Plus-11-Bilanz. P: 5 Spiele, 0 Tore, 4 Assists, Minus-1-Bilanz)

Stefan Mäder: 4-5

Der Reisser in den EHCO-Playoffs, überzeugte an der Bande als Abräumer. Hätten alle ähnliche Leistungen wie er abgeliefert, wären die Oltner noch in den Playoffs. Mit seinen Gardemassen (190cm, 97 kg) fordert er jeden Verteidiger heraus. Sein grosses Defizit: Läuferisch enorm schwerfällig. (Q: 47 Spiele, 11 Tore, 10 Assists, Minus-1-Bilanz. P: 5 Spiele, 3 Tore, 0 Assists, 0-Bilanz)

Der Rest: Nicht bewertet

Weniger als 20 Saisonspiele, zu wenig für eine seriöse Beurteilung: Romain Chuard, Thomas Heinimann, Marc Sahli, Samuel Kreis, Joel Fröhlicher, Marc Geiger, Noah Matter.